In der Nacht von Samstag auf Sonntag (24./25. Oktober 2026) werden die Uhren wieder auf Winterzeit zurückgestellt. Das mag einigen Menschen gar keine Probleme bereiten, andere plagen sich in den Tagen danach mit Müdigkeit oder haben Probleme, sich zu konzentrieren. Das kann auch Auswirkungen im Straßenverkehr haben. Noch mehr aufpassen ist angesagt - auf sich und andere.
Doch das ist nicht das einzige Problem. Das im Herbst ohnehin schon erhöhte Unfallrisiko durch Wildwechsel kann sich weiter steigern. Ganz besonders gefährlich können die Tage und Wochen nach der Zeitumstellung werden.
Denn dann fallen Teile des Berufsverkehrs von einem Tag auf den anderen in die Dämmerung. Wildtiere wie Reh, Wildschwein oder Hirsch sind dämmerungsaktiv. Besonders im Zeitraum zwischen etwa 6.00 Uhr und 9.00 Uhr steigt das Risiko für einen Zusammenstoß.
Das zeigen Auswertungen des bundesweiten Tierfund-Katasters des Deutschen Jagdverbands (DJV). Abends beginnt gegen 17.00 Uhr die Dämmerungsphase und fällt damit ebenfalls in die Hauptberufsverkehrszeit.
„Wildtiere kennen weder Zeitumstellung noch Verkehrsregeln, sie folgen ihren Trieben. Deshalb liegt es an den Autofahrern, verantwortungsvoll unterwegs zu sein - für die Sicherheit von Mensch und Tier“, sagt Torsten Reinwald vom DJV.
Aktuell suchen viele Wildtiere intensiv nach Nahrung, um sich auf den kommenden Winter vorzubereiten. Um zu den Futterplätzen zu gelangen, müssen sie häufig Straßen überqueren.
Aber die Dynamik rührt nicht nur daher, möglichst winterfest zu werden. Denn laut DJV kommt als Unfallrisiko die Paarungszeit von Wildschwein und Damhirsch hinzu. Von Oktober bis Dezember seien diese besonders aktiv.
Vor allem auf Strecken, die durch den Wald oder entlang der Wald-Feld-Kante führen, ist äußerste Aufmerksamkeit geraten. Denn hier ist ganz besonders mit Wildtieren zu rechnen. Zwar weist das Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ auf besonders gefährdete Bereiche hin - aber eben nicht überall.
Für mehr Reaktionszeit bei spontaner Wildbegegnung gilt also: immer mit angepasster Geschwindigkeit vorausschauend fahren und ausreichend Abstand zu Vorausfahrenden zu halten - das verschafft mehr Zeit zum Handeln.
Ein Beispiel: Tempo 80 statt 100 verkürzt den Bremsweg bereits um etwa 25 Meter, so der DJV. Und eine Kollision kann durchaus heikel werden: Große Säugetiere können erhebliche Schäden anrichten. Ganz plastisch formuliert: Ein Zusammenstoß bei Tempo 60 mit einem Wildschwein wirkt so, als würde sich ein dreieinhalb Tonnen schweres Nashorn auf die Motorhaube setzen.
Steht ein Tier am Straßenrand: kontrolliert bremsen, Fernlicht abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere seien deutlich lichtempfindlicher als die von Menschen. Das Fernlicht kann sie blenden und orientierungslos machen. Das Hupen helfe Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten.
Und auch wenn es gelingt, das Tier zu verscheuchen, muss die Gefahr noch nicht gebannt sein, denn ein Tier kommt meist nicht allein. Daher auf Nachzügler achten, wenn ein Tier am Straßenrand auftaucht – das gilt laut DJV jetzt besonders für Rehe, Hirsche oder Wildschweine.
Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden: Nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und voll bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichen steigert das Unfallrisiko - vor allem, wenn es am Baum oder im Gegenverkehr endet.
Ist es zu einer Kollision gekommen, ist Folgendes zu beachten und zu tun:
Eine Teil- oder Vollkaskoversicherung übernimmt den Schaden in der Regel, wenn es sich um Haarwild wie Rehe oder Wildschweine handelt. Einige Versicherer haben ihren Schutz auch auf weitere oder Tiere aller Art erweitert.
Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Versicherung immer umgehend kontaktieren, auf jeden Fall, bevor das Fahrzeug repariert, verschrottet oder verkauft wird, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Einen Wildunfall und tote Tiere entlang von Verkehrswegen kann man auch an das Tierfund-Kataster („Tierfund-kataster.de“) melden. Das ist ein Projekt der Jagdverbände und der Universität Kiel zur einheitlichen Erfassung von Wildunfällen. Das Melden geht auch via TFK-App (für Android und iPhone).
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