Der Terroranschlag auf eine Chanukka-Feier in Sydney hat Menschen weltweit schockiert. In Ansbach lässt sich die Trauer an Aleksandr Palkins Gesicht ablesen. Er steht dem Verein Israelitische Religionsgemeinde Ansbach-Mittelfranken vor. Dieser veranstaltet am Sonntag, 21. Dezember, ebenfalls eine Feier.
„Für mich ist das unglaublich, seinen Hass auf andere Menschen mit Terror zu zeigen”, kommentiert der 58-Jährige den Anschlag zum jüdischen Lichterfest in Australien. Für die Feier in Ansbach habe sein Verein gut vorgesorgt. Die Polizei werde vor Ort sein.
Die jüdischen Menschen zünden die Lichter an der Chanukkia, dem achtflammigen Leuchter, an. Damit möchten sie einen Moment des Lichts, der Hoffnung und der guten Nachbarschaft mit allen teilen. So wünscht es sich Aleksandr Palkin.
Die Feier findet um 18 Uhr an der Ecke Uzstraße/Rosenbadstraße statt, also in der Nähe der Synagoge. Rabbiner Eliezer Chitrik von der orthodoxen Synagoge Chabad Lubawitsch feiert mit den jüdischen Menschen und ihren Gästen. Aleksandr Palkin lädt ausdrücklich auch die nichtjüdische Bevölkerung ein.
In der Feier am letzten Abend von Chanukka gilt es, alle acht Kerzen anzuzünden. Es zeigt sich allerdings eine weitere Flamme: In der Mitte der Chanukkia gibt es noch den Schamasch, die Dienerkerze. Chanukka gilt im Judentum als ein freudiger Gedenktag: Jüdische Menschen erinnern da an ein Ölwunder im zweiten Jahrhundert vor Christus.
Wenn die Kerzen angezündet sind, trinken die Feiernden, vor einem Gottesdienst in der Synagoge, noch ein Glas koscheren Wein: mit dem hebräischen Trinkspruch „Lechaim“, also „Auf das Leben“.