Wieseth hat einen neuen Dorfladen. Bei der Einweihung, die auf große Resonanz aus der Bevölkerung stieß, sprach Bürgermeister Walter Kollmar von einem Stück „Lebensqualität“. Es handle sich um mehr als die Inbetriebnahme eines Geschäfts. Der Dorfladen sei nicht nur ein Ort des Einkaufs, sondern auch der Begegnung von Jung und Alt.
Kollmar dankte den Eigentümern des Gebäudes, den Planern, Firmen und Beratern, die gemeinsam „für die Zukunft unseres Dorfes“ tätig geworden seien. Der Bürgermeister überreichte einen Blumenstrauß an Julia Langguth, die als Produktionsmanagerin eine Vorsortierung des Großsortiments auf rund 1200 Artikel vorgenommen hatte.
Kollmar ließ das Entstehen des Tante-M-Ladens Revue passieren. Nachdem der letzte Lebensmittelladen in Wieseth geschlossen worden war, habe er die einschlägigen Discounter kontaktiert, aber nur Absagen erhalten, weil das Einzugsgebiet zu klein sei. Die dann angestellten Überlegungen für einen Dorfladen ergaben, dass ein funktionierender Betrieb nur mit möglichst geringen Personalkosten aufrechterhalten werden könne. Nach einigen Informationsveranstaltungen habe der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Nach einem Jahr der Planung wurden die Fördermittel zugesagt, so dass mit der Umgestaltung des Gebäudes begonnen werden konnte.
Es handelt sich dabei um einen Lebensmitteleinzelhandel auf rund 100 Quadratmetern Fläche. Das erste Sortiment wurde von Fachleuten ausgewählt und kann jederzeit verändert oder ergänzt werden.
Wie Jochen Schwab als Geschäftsführer von mittlerweile 65 Tante-M-Läden erläuterte, erfolge der Zugang mit einer als Guthabenkarte ausgestellten Kundenkarte oder aber einer EC- beziehungsweise Kreditkarte. Diese Karten öffnen den Zugang über eine elektronische Kontrolle. Nach dem erfolgten Selbstbedienungs-Einkauf gelte es, die Produkte über einen Barcode zu erfassen und an der Kasse ohne Personal stets bargeldlos zu bezahlen. Die Kundenkarte könne jederzeit mit Guthaben aufgeladen werden. Anregungen und Wünsche sollen in eine Wunschbox eingeworfen werden. Außer Alkohol und Tabak seien alle Artikel zu beschaffen, hieß es.
Kollmar selbst sowie die Service-Kräfte Manuela Schell und Martina Lang-Tillig seien in den nächsten paar Wochen jeweils von 9 bis 12 Uhr vor Ort, um als Ansprechpartner die Kunden beim Einkauf zu unterstützen.
Andrea Denzinger, die Regionalmanagerin im Landratsamt Ansbach, bezeichnete den Dorfladen als „wahnsinnige Chance“. Sie setze sich in ihrer Funktion für die Projekte und Maßnahmen ein, welche die Stärken unserer Region sichtbar machen. Der Dorfladen Wieseth sei ein hervorragendes Beispiel der Nahversorgung, welche in der aktuellen Förderphase stark in den Fokus gerückt werde. Nahversorger seien wichtige Akteure vor Ort, deren direkte Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft, auf Arbeitsplätze, gegen den innerörtlichen Leerstand und auch auf die Gemeinschaft im Dorf ausstrahlen, so Denzinger.
Die Regionalmanagerin überreichte als Geschenk ein Landkreiswappen an den Rathauschef. Dieser bedankte sich und beschloss den offiziellen Teil, dem auch die Nachbarbürgermeister Thomas Beck (Dentlein), Georg Held (Burk) und Sven Waidmann (Bechhofen) beiwohnten, mit dem Wunsch: „Der Tante M-Laden soll ein Erfolgskonzept werden. Die Wiesether sollen nicht nur vorbeilaufen und schauen, sondern auch einkaufen.“