Mysteriöse Sichtung von 1841: Ein 25 Meter langer Fisch in der Rezat? | FLZ.de

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Mysteriöse Sichtung von 1841: Ein 25 Meter langer Fisch in der Rezat?

Ebenfalls von großem Kaliber und in heimischen Gewässern zu Hause: Welse. 25 Meter dürfte allerdings selbst bei sehr großzügiger Messweise noch kein Exemplar erreicht haben. (Foto: Horst Ossinger/dpa)
Ebenfalls von großem Kaliber und in heimischen Gewässern zu Hause: Welse. 25 Meter dürfte allerdings selbst bei sehr großzügiger Messweise noch kein Exemplar erreicht haben. (Foto: Horst Ossinger/dpa)
Ebenfalls von großem Kaliber und in heimischen Gewässern zu Hause: Welse. 25 Meter dürfte allerdings selbst bei sehr großzügiger Messweise noch kein Exemplar erreicht haben. (Foto: Horst Ossinger/dpa)

Große Fische in heimischen Gewässern haben schon immer für Aufsehen gesorgt. Als jüngst ein wildgewordener Wels im Brombachsee fünf Badegäste biss und daraufhin von der Polizei erschossen wurde, rief das bei Kreisheimatpfleger Richard E. Schmidt eine Erinnerung hervor.

Schmidt kramte in seinen Archiven und fand tatsächlich ein passendes Äquivalent zu den aktuellen Geschehnissen. Vor etwas mehr als 180 Jahren wurde auch in der Rezat ein Riesenfisch gesichtet. Der Bayerische Eilbote berichtete am 5. Dezember und die Passavia- Zeitung für Niederbayern am 7. Dezember 1841 über die Sichtung eines großen Fisches in der Rezat bei Steinbach in der Gemeinde Sachsen bei Ansbach.

„Vor Schrecken sofort die Sturmglocke gezogen”

Dort steht zu lesen: „Im Rezatflusse zunächst Steinbach bei Alberndorf hat sich ein 30 Ellen langer Heufisch gezeigt. Die Bauern haben bei dem Anblick dieses Meerungeheuers vor Schrecken sofort die Sturmglocke gezogen. Die Ansbacher Admiralität ist deßhalb auch schon in großer Thätigkeit und hofft diesen seltenen Menschenfresser noch vor dem Einfrieren des Flusses zu fangen.“

Stutzig macht aus heutiger Sicht die genannte Länge von 30 bayerischen Ellen, die in etwa 25 Meter entsprechen. Meeresbewohner in dieser Größe sind das ausgestorbene Megalodon und der Blauwal, wobei kaum vorstellbar ist, dass eines dieser großen Tiere überhaupt Platz in der Rezat finden könnte.

Vielleicht ein verirrter Stör in der Rezat?

„Wenn wir hier keiner Falschmeldung aufgesessen sind und die Länge mit nur 3 Ellen annehmen, könnte es sich um einen verirrten Stör gehandelt haben”, mutmaßt Kreisheimatpfleger Schmidt. Insbesondere die schlanke Form des Störs und die hohen Flossen könnten demnach an einen Hai erinnert haben. Waller waren den fränkischen Bauern laut Schmidt sicher bekannt, aber einen Stör hatten die damaligen Landwirte bestimmt noch nicht gesehen. Große Aufregung war die Folge.

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Insgesamt 26 Arten von Stören gibt es derzeit weltweit. Sie werden lebende Fossilien genannt, weil ihre Vorfahren bereits zur Zeit der Dinosaurier existierten. Der bereits ausgestorbene europäische Stör wurde sechs Meter lang und bis zu 600 Kilo schwer. Bis ins 18. Jahrhundert hinein war der europäische Stör noch in größeren Flüssen wie dem Main anzutreffen. Womöglich hatte sich ja einer davon in die Rezat verirrt.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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