„Muss erhalten bleiben”: Ehrenamtliche sanierten Waaghäuschen in Wiebelsheim | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.08.2025 16:59

„Muss erhalten bleiben”: Ehrenamtliche sanierten Waaghäuschen in Wiebelsheim

„Waagmeister“ Richard Kraus (links) demonstriert mit seinen Mitstreitern (von links) Michael Lederer, Thomas Müller, Walter Lang-Kareth, Wilhelm Schäfer, Christian Arnold und Georg Schäfer, dass die Waage noch immer tadellos funktioniert. (Foto: Helmut Meixner)
„Waagmeister“ Richard Kraus (links) demonstriert mit seinen Mitstreitern (von links) Michael Lederer, Thomas Müller, Walter Lang-Kareth, Wilhelm Schäfer, Christian Arnold und Georg Schäfer, dass die Waage noch immer tadellos funktioniert. (Foto: Helmut Meixner)
„Waagmeister“ Richard Kraus (links) demonstriert mit seinen Mitstreitern (von links) Michael Lederer, Thomas Müller, Walter Lang-Kareth, Wilhelm Schäfer, Christian Arnold und Georg Schäfer, dass die Waage noch immer tadellos funktioniert. (Foto: Helmut Meixner)

Es war ein Anruf der Stadt Bad Windsheim bei Ortssprecher Thomas Müller, der letztendlich den Ausschlag dafür gegeben hatte, dass das im Schatten der Wiebelsheimer Sankt Nikolauskirche gelegene Waaghäuschen gerettet und hergerichtet wird.

Die Verwaltung hatte mitgeteilt, dass das Gebäude – da die Waage ungeeicht ist – nicht mehr gebraucht wird, und dann an Müller appelliert, man möge sich Gedanken machen, was mit dem maroden Bau geschehen solle. Für den Ortssprecher stand sofort fest: „Das im Jahr 1880 errichtete und das Ortsbild von Wiebelsheim prägende rote Ziegelsteinhäuschen muss erhalten bleiben.“ Das ohne Zweifel sanierungsbedürftige Objekt lag nicht nur ihm, sondern auch vielen seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger am Herzen.

Eine schlagkräftige Sanierungstruppe

Es fand sich in der Dorfgemeinschaft eine schlagkräftige, ehrenamtliche „Sanierungstruppe“, die sich vor gut zwei Jahren des Projekts „Waaghäuschen“ annahm. Dem Bauteam gehörten Georg und Wilhelm Schäfer, Richard Kraus, Walter Lang-Kareth, Sven Vietze, Alexander Maul, Jürgen Soldner, Michael Lederer und Thomas Müller an. Zudem erklärten sich Roswitha Matyssek und Grete Lang-Kareth bereit, sich um die Verpflegung der Männer zu kümmern.

Am kleinen Gebäude hatte der Zahn der Zeit unübersehbar genagt. Ein Großteil des Mauerwerks musste ausgetauscht, das Dach und der Untergrund gerichtet werden. Historische Mauersteine, die benötigt wurden, waren nicht leicht aufzutreiben. Christian Arnold hatte jedoch noch einige Exemplare und spendete diese. Die weiteren Materialkosten trugen die Bürgerinnen und Bürger selbst.

Die Waage funktioniert noch immer

Zu tun gab es darüber hinaus noch sehr viel. So wurde etwa unter anderem um das Häuschen eine wassersperrende Schicht aus Teerpappe verlegt. Man baute zudem ein neues Fenster ein und verputzte sämtliche Innenwände. Alle Metall- und Holzteile wurden ferner gesäubert und frisch gestrichen.

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Nun steht das Waaghäuschen wieder hübsch herausgeputzt da: Es wurde früher zum Abwiegen von Feldfrüchten und Tieren genutzt und war eines der zentralen Treffpunkte im Dorf. Die Waage funktioniert noch immer. Wer keine Eichung benötigt, darf sie nutzen, war vor Ort zu vernehmen. Wie das Gebäude künftig genutzt wird? Angedacht ist, darin eine kleine Tauschbörse, etwa für Bücher, einzurichten.


Von HELMUT MEIXNER
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