Thomas Müller lässt sein Karriereende offen. Der Weltmeister von 2014 war nach 25 Jahren beim FC Bayern München im vergangenen Sommer zu den Vancouver Whitecaps nach Kanada gewechselt. Der Vertrag des 36-Jährigen gilt dort noch bis zum Ende des Jahres.
„Wie schon immer in meinem Leben lege ich mich nicht unnötig fest. MeinHauptmotiv, Fußball zu spielen, ist der Spaß daran. Die ersten Monate hier hat es enorm viel Spaß gemacht. Jetzt steht meine erste komplette Saison an“, sagte der Offensivstar der „Welt“ im Interview.
Ein entscheidender Punkt sei seine Gesundheit. „Was macht der Körper auf dieser ganzen Reise? In der Vorsaison habe ich mich hinten raus etwas durchgeschleppt. Auch deswegen ist dieser Gedankenprozess bei mir alles andere als ausgegoren“, erklärte der 131-malige Nationalspieler während des Trainingslagers seines neuen Vereins in Marbella.
Müller, der während der Fußball-WM im Sommer als Experte für MagentaTV arbeiten wird, ist mit seiner Spielerrolle weiter glücklich. „Die Möglichkeit zu haben, in der 90. Minute bei einem Heimspiel mit einem Elfer das Spiel zu entscheiden, diesen Druck zu spüren und die Chance zu haben, die Emotionen so vieler Menschen mit einer Aktion zu bewegen, wenn man trifft – das ist es mir immer noch wert, früher ins Bett zu gehen“, sagte Müller. „Dann probiere ich den Cocktail halt nicht. Und nehme das stille Wasser.“
Der FC Bayern möchte sein Urgestein nach der aktiven Karriere in die Vereinsarbeit einbinden. Etwas Konkretes wie einen Fahrplan gibt es aber noch nicht. „Die Verbindung zum FC Bayern ist weiterhin da, emotional und inhaltlich“, erklärte Müller. „Und mit der Vereinsführung ist besprochen, dass es die Möglichkeit gibt, künftig einen gemeinsamen Weg zu gehen. Eine Absichtserklärung oder gar ein Termsheet gibt es noch nicht. Ich will jetzt auch parallel keinen Trainerschein machen oder ein Studium beginnen.“
Er wolle weiter „auf dem grünen Rasen stehen, Athlet sein. Und dem allesunterordnen. Nach meiner Spielerlaufbahn möchte ich dann den Ausbildungsweg ganz bewusst wahrnehmen – statt nebenbei hektisch ein Zertifikat einzustecken. Wenn ich etwas mache, mache ich es zu hundert Prozent“, versicherte Müller. „Ich will weder mir selbst noch jemand anderemzumuten, dass er von mir weniger als meine volle Leidenschaft, Energie und Aufmerksamkeit bekommt.“
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