Das erste private Kunstmuseum im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim wurde am Dienstagabend in Altershausen (Gemeinde Münchsteinach) eröffnet. Es beinhaltet die Sammlung des Stuttgarter Künstlers Herbert Gebauer. Wie dessen Tochter Barbara Gebauer betonte, sei der Wunsch ihres Vaters nun erfüllt worden.
Ein volles Kunstmuseum erlebten die Gäste am Eröffnungstag. Ehrengäste aus der Galerie- und Museumsszene im Landkreis hatten sich eingefunden, Freunde aus dem Dorf, Kunstinteressierte und Honoratioren. Der stellvertretende Landrat Reinhard Streng bezeichnete die „Private Kunstsammlung Herbert Gebauer“ als „weiteren Edelstein in Frankens Mehrregion“. Und: „Kunst kommt von Können“, betonte er, was man in dieser Ausstellung sehen könne.
Streng stellte das Museum in eine Reihe mit dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim, dem Aischgründer Karpfenmuseum in Neustadt, dem Gollachgaumuseum in Uffenheim, wo aktuell Bayerns älteste Skulptur zu sehen ist, und dem Spielzeugmuseum in Sugenheim. Der Landkreis werde so weiter bereichert, wofür er ausdrücklich dankte.
Der Münchsteinacher Bürgermeister Jürgen Riedel sieht das Museum als kulturellen Höhepunkt der Gemeinde und Anziehungspunkt für den Tourismus. Er lobte die Vielfalt und Tiefe der Ausstellung.
Wie Riedel weiter ausführte, sei ein idealer Rahmen für die Einrichtung geschaffen worden. Architekt Johannes Arndt erläuterte das Haus im finnischen Blockbaustil. Stuttgarter Künstler? Nicht ganz. Wie der Festredner, Historiker Dr. Wolfgang Mück, anmerkte, stammt die Künstlerfamilie, wie er selbst übrigens auch, ursprünglich aus Mähren. Nachdem Mück einst im Gymnasium Lehrer von Barbara Gebauers Lebensgefährten Johann Popp war und man zufällig in Neustadt aufeinandergestoßen war, schrieb der Neustädter Altbürgermeister auch gleich eine 36-seitige Broschüre über Herbert Gebauer (1925 bis 2010) – sogar im DIN-A-4-Format und „mit einfühlsamen Worten“, wie Barbara Gebauer betonte. Zudem gibt es einen Flyer. Die ersten Arbeiten des Bildhauers Herbert Gebauer waren vorwiegend an antiken Vorbildern und an der Natur des Menschen orientiert, führte Mück weiter aus.
Doch bald schon entwickelte der Künstler eine eigene, unverwechselbare abstrahierende Formensprache. Wie aus einer explodierten Kugel erscheinen die Werke mit Titel wie „Aufstrebendes Formenspiel“ oder „Tanzende Schleife“. Die Kunstsammlung beinhaltet Skulpturen und Modelle sowie Erinnerungstafeln und Medaillen. Zusätzlich erwarten lebensgetreue Porträts, Gemälde und Zeichnungen die Besucher. Das Archiv bietet Einblicke in den Schaffensprozess und die Wirkungsgeschichte einer bedeutenden Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts: Herbert Gebauer.
Am 7. März 2025 wäre Herbert Gebauer 100 Jahre alt geworden. Am anschließenden Wochenende soll aus diesem Anlass eine Ausstellung zum Jubiläum abgehalten werden. Wer zuvor Interesse hat, die Werke zu sehen, kann sich unter Telefon 0163/1770703 oder per Mail an barbara@adon.li anmelden.