Mittelalterliche Bautechnik zieht Studierende nach Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.09.2025 09:08

Mittelalterliche Bautechnik zieht Studierende nach Dinkelsbühl

Begutachten die historische Bausubstanz: Anna Wienecke, Studierende an der TU Braunschweig, Thomas Thornton (TH Köln; auf der Leiter) sowie Simon Dirk Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege (rechts) und Fachmann Karl Schnieringer. (Foto: Markus Weinzierl)
Begutachten die historische Bausubstanz: Anna Wienecke, Studierende an der TU Braunschweig, Thomas Thornton (TH Köln; auf der Leiter) sowie Simon Dirk Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege (rechts) und Fachmann Karl Schnieringer. (Foto: Markus Weinzierl)
Begutachten die historische Bausubstanz: Anna Wienecke, Studierende an der TU Braunschweig, Thomas Thornton (TH Köln; auf der Leiter) sowie Simon Dirk Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege (rechts) und Fachmann Karl Schnieringer. (Foto: Markus Weinzierl)

Einer Zeitreise ins 15. Jahrhundert kommen die Projekttage gleich, bei denen junge Menschen im „Grünen Baum“ in der Dinkelsbühler Altstadt wohnen und das Baudenkmal wissenschaftlich erkunden. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands und studieren Fachrichtungen wie Architektur oder Historische Bauforschung.

Gemeinsam ist ihnen das Interesse an mittelalterlicher Bautechnik. Als Untersuchungsobjekt eigne sich dabei das mächtige Bürgerhaus und ehemalige Gasthaus am Ledermarkt 7, das dendrochronologisch auf das Jahr 1410 datiert wurde, ganz besonders, wie Simon Dirk Schmidt vom Landesamt für Denkmalpflege und Karl Schnieringer hervorheben. Schnieringer gehört zu den Fachleuten, die Schmidt bei der Betreuung der jungen Leute unterstützen. Diese sind im Rahmen der Koldewey-Summerschool der Denkmalbehörde zu Gast in Dinkelsbühl.

Es gebe in Bayern kaum ein anderes spätmittelalterliches Bauwerk, das heute noch in einer solchen Geschlossenheit erhalten sei wie der „Grüne Baum“, betont Schmidt. So sind in den Obergeschossen Räume über enorm lange Zeit nicht mehr genutzt worden und daher noch in ihrem Zustand aus der Erbauungszeit erhalten. Dies ermögliche „einmalige Befunde“ mittelalterlicher Bautechnik.

Beschläge und Schloss stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Im dritten Obergeschoss tritt der Besuchende durch eine niedrige Wohnungstür mit hölzernem Spitzbogen quasi ins späte Mittelalter ein. Beschläge und Schloss stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert. Auch den Innenausbau haben die damaligen Erbauer in Holz vorgenommen. Beeindruckende Bohlenwände prägen das Bild genauso wie die mittlerweile deutlich sichtbaren Schäden an der Bausubstanz. Denn das bedeutende Denkmal ist ein Sanierungsfall. Die Instandsetzung sei natürlich eine „riesige Aufgabe“, so Schmidt. Eine Grundrichtung sei bereits gelegt worden, indem vor einiger Zeit durch kompetente Fachleute eine Notsicherung vorgenommen worden sei.

Zu den acht Teilnehmenden der Summerschool gehören Anna Wienecke, die an der TU Braunschweig Architektur studiert, und Thomas Thornton. Er studiert Architektur an der TH in Köln. Beide fertigen in einem Zimmer ein Handaufmaß der Fensteröffnungen an. Es gehe darum, das Objekt mit den Augen zu erkunden, erläutert Karl Schnieringer. Am konkreten Beispiel sollen sich die jungen Menschen die Materie, mit der sie sich im Hörsaal bereits befasst haben, nochmals in der Praxis verinnerlichen. Denn: „Das Lernen geht vom Machen her.“

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Am Sonntag, 14. September, dem Tag des offenen Denkmals, gehört der „Grüne Baum“ zu den Objekten, die besichtigt werden können. Die Studierenden geben dabei von 10 bis 12 Uhr sowie nochmals von 14 bis 18 Uhr Einblicke in Bauforschung und informieren über Nutzung, Baukonstruktion und spätere Veränderungen am Haus.

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