Der historische Anlass, ohne den es den Schillingsfürster Bauernhaufen 1525 nicht gäbe, jährt sich heuer zum 500. Mal, weshalb die Gruppe bereits ziemlich aktiv war. Die wichtigste Unternehmung steht aber noch aus: ein Fußmarsch mit sechs Tagesetappen und dem Ziel Giebelstadt. Am Samstag, 2. August, geht es los.
Die Tour solle daran erinnern, dass sich im Mai 1525 mehrere Schillingsfürster Bauern auf den Weg Richtung Würzburg machten, um sich bei Giebelstadt mit den von Florian Geyer angeführten anderen Aufständischen für einen Angriff auf die Feste Marienberg zu vereinen, erklärt Markus Hofmann. Sprecher des Haufens, gegenüber der Redaktion. Erhoben hatten sich die Bauern, um für die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Abschaffung von Frondiensten und geringere Steuern zu kämpfen.
Die einfache Bevölkerung finanzierte mit ihren Abgaben den Lebenswandel des Adels und der Geistlichkeit, hatte aber keine Rechte. Die Bauern kämpften 1525 somit für eine gerechtere Welt. Ihre Bemühungen scheiterten aber und endeten blutig. Etwa 70.000 Beteiligte verloren nach Schätzungen von Historikern bei den Aufständen im gesamten süddeutschen Raum ihr Leben, entweder direkt bei Kampfhandlungen oder danach durch Hinrichtung.
Beim Marsch Richtung Würzburg war die Euphorie und Entschlossenheit aber noch relativ groß gewesen. An den damaligen Zug der Gruppe aus dem Raum Schillingsfürst Richtung Giebelstadt möchte der Bauernhaufen 1525 mit seinem nun geplanten Fußmarsch erinnern. Die Route führt über Wege abseits der Straße zunächst nach Gebsattel und von dort aus über Rothenburg ins Taubertal, wo der Radweg genutzt wird.
Die Aktiven des Bauernhaufens werden bei ihrer Unternehmung unterstützt von befreundeten historischen Gruppen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übernachten in Lagern mit Zelten. An jedem Morgen wird alles wieder abgebaut und zum nächsten Zielort transportiert. Die komplette Marschroute beträgt etwa 65 Kilometer.
Gestartet wird am Samstag, 2. August, um 9 Uhr in Schillingsfürst. Vom Parkplatz neben dem Doerfler-Museum geht es nach Gebsattel, wo auf dem Gelände neben der Musikhalle das erste Camp aufgeschlagen wird. Die zweite Etappe am Sonntag, 3. August, beginnt um 10 Uhr und führt zunächst in die Rothenburger Altstadt. Dort soll auf dem Marktplatz um die Mittagszeit auch eine öffentliche Kundgebung stattfinden, an der sich weitere Gruppen beteiligen, darunter die Schwarze Schar aus Ohrenbach und die Rothenburger Reichsstädter. Zum Übernachten geht es hinunter ins Taubertal.
Am Montag, 4. August, zieht die historische „Karawane” weiter bis zur Holdermühle nördlich von Tauberzell. Die vierte Etappe am Dienstag, 5. August, führt nach Sechselbach bei Aub. Abschnitt fünf am Mittwoch, 6. August, endet bei Sonderhofen. Am Donnerstag, 7. August, wird die verbleibende Strecke nach Giebelstadt absolviert. Dort beteiligen sich die Schillingsfürster und weitere Gruppen am Freitag, 8., und Samstag, 9. August, an einem großen Lagerleben.