„Mein Hof”: Linda Schwarzbeck produziert das „weiße Gold” | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.04.2023 00:00

„Mein Hof”: Linda Schwarzbeck produziert das „weiße Gold”

Linda Schwarzbeck (34) ist vor sieben Jahren mit der Übernahme des elterlichen Betriebs in die Direktvermarktung eingestiegen. Sie bietet Spargel aus eigenem Anbau in ihrem Hofladen an.  (Foto: Silvia Schäfer)
Linda Schwarzbeck (34) ist vor sieben Jahren mit der Übernahme des elterlichen Betriebs in die Direktvermarktung eingestiegen. Sie bietet Spargel aus eigenem Anbau in ihrem Hofladen an. (Foto: Silvia Schäfer)
Linda Schwarzbeck (34) ist vor sieben Jahren mit der Übernahme des elterlichen Betriebs in die Direktvermarktung eingestiegen. Sie bietet Spargel aus eigenem Anbau in ihrem Hofladen an. (Foto: Silvia Schäfer)

Linda Schwarzbeck (34) zog die Arbeit in der Natur dem Bürojob vor. Sie gab die sichere und gut bezahlte Stelle als Industriemechanikerin auf und schlug den steinigen Weg der Direktvermarktung ein. Nach erworbener Qualifikation übernahm die junge Frau den elterlichen Hof in Buhlsbach.

Der Familienbetrieb steht vor dem Start der neuen Spargelsaison. Bisher war es noch zu kalt für den Spargel. Am besten gedeiht das Edelgemüse im mindestens zehn Grad warmen Boden. Wenn es jetzt milder wird, können die Stangen mehrere Zentimeter am Tag nach oben schießen und erntereif werden. In den vergangenen Tagen steckten die Spargelreihen noch tief im Erddamm.

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Mein Hof

Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

    Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.

    Unter der Erde ist jeder Spargel weiß. Sobald die Köpfe ans Sonnenlicht ragen, verfärben sie sich leicht lila. Wenn die Stangen ganz heraus wachsen, werden sie grün. Orientiert man sich am Angebot der Supermärkte, entsteht der Eindruck, die hiesige Spargelzeit beginne bereits im März. Im Wettlauf um die früheste Ernte stellt sich oft heraus, dass es sich um Importware aus dem Ausland handelt oder der Frühspargel von beheizten Feldern stammt, durch dessen Röhrensystem beispielsweise Abwärme einer Biogasanlage fließt.

    Auf zehn Hektar baut der Familienbetrieb Sonderkulturen an, darunter fallen Spargel, Beeren und Äpfel. Hans und Ingrid Schwarzbeck haben Anfang der 90er Jahre mit dem Spargelanbau auf einem damals halben Hektar begonnen. In der Garage wurden die Stangen gewaschen, sauber abgebürstet und auf einer Bierzeltbank zum Verkauf angeboten. Seinerzeit betrieb der Hof noch Bullenmast im Haupterwerb. Mit der Hofübergabe wurde der Viehbestand aufgelöst.

    Bullenstall zum Hofladen umgebaut

    Linda Schwarzbeck konzentriert sich auf den Saisonbetrieb, der in direkter Vermarktung seine Produkte anbietet. Im ehemaligen Bullenstall entstand ein übersichtlich eingerichteter Hofladen. Während der Spargelzeit hat er die ganze Woche und auch am Wochenende und Feiertagen geöffnet.

    Bei schönem Wetter lädt das Hofkarree zum Verweilen ein. Die Familie bietet neben regionalen Produkten Kaffee und selbst gemachte Kuchen und Küchle an. Die Anbaufelder befinden sich überwiegend oberhalb des Hofes. Linda Schwarzbeck hat auf der Anhöhe eine Holzhütte mit Veranda vom örtlichen Schreiner bauen lassen. Der Platz bietet einen schönen Blick auf die kleine Ortschaft inmitten der hügeligen Landschaft.

    Wenn die Beeren und Früchte auf den Feldern der Schwarzbecks reif sind, kommt die Kundschaft zum Selbsternten. Über eine Apfelverkostung im Sommer und Herbst begreifen Erwachsene und Kinder die Sortenvielfalt von Äpfeln, die frisch von der Plantage kommen. „Qualität kann man schmecken“, sagt Linda Schwarzbeck.

    Unverzichtbare Helfer

    Einen Saisonbetrieb zu führen, bedeutet eine besondere Herausforderung. In der Hauptsaison käme die Familie mit der Arbeit kaum hinterher ohne die zehn ausländischen Helfer aus Polen und Rumänien. Derzeit hacken sie die Erdbeerfelder vom gröbsten Unkraut frei – als Alternative zur chemischen Keule.

    Die Helfer machen auch maschinelle Pflanzarbeiten auf den Feldern, helfen beim Spargelstechen und bei der Obsternte. Die Saisonkräfte wohnen auf dem Hof und werden von der Familie voll verpflegt. „Wir bezahlen auch gute Löhne, denn ohne die Hilfe wären wir aufgeschmissen“, betont Linda Schwarzbeck. Über die Jahre habe sich eine gute Beziehung zu den Helfern aufgebaut, die jedes Jahr immer wieder auf den Hof kommen.

    Einen Teil der Spargelfelder haben die Schwarzbecks wegen der kühlen Temperaturen mit Schwarz-Weiß-Ackerfolien bedeckt, so dass es darunter warm werden kann. Die Spargelsaison ist nur kurz und endet spätestens am Johannistag Ende Juni.

    Geduld bis zur ersten Spargelernte

    Denn: Der Spargeltrieb ist im Grunde nur der Stamm der Spargelpflanze. Damit das Wurzelwerk auch in der nächsten Saison genügend Kraft hat, um Spargeltriebe zu erzeugen, muss er durchwachsen und einen grünen Busch bilden.

    Dann kann er durch die Photosynthese Energie sammeln, diese in der Wurzel einlagern und so im Frühjahr wieder neu austreiben. Die Spargelpflanze macht das in der Regel sieben Jahre hintereinander, erläutert Linda Schwarzbeck. Bis zur ersten Ernte ist allerdings Geduld gefragt: Drei Jahre dauert es bis dahin. Für ihre Planung muss sie deshalb immer wieder neue Felder rechtzeitig anlegen.

    Den sicheren Job bei einem Automatenbauspezialisten freiwillig aufzugeben und beruflich selbstständig zu werden, hat sich Linda Schwarzbeck vor sieben Jahren gut überlegt. Sie ist das jüngste Mädchen unter drei Geschwistern, das sich die fachliche Qualifikation aneignete, um den Betrieb der Eltern fortzuführen.

    An der Fachakademie in Triesdorf qualifizierte sie sich zur Betriebswirtin für Ernährung und Versorgungsmanagement weiter und richtete das Familienunternehmen neu aus. „Die Entscheidung habe ich nicht bereut“, sagt Linda Schwarzbeck. Ihre Eltern sind eine wichtige Stütze im Alltag. Mutter Ingrid, eine ehemalige Finanzbeamtin, hilft auch mit Steuertipps.

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