Die Marktgemeinde Ipsheim hat sich für die nächsten Jahre viele bauliche Projekte vorgenommen. Da trifft es sich gut, dass die Leitung der Bauverwaltung im Rathaus mit der 23-jährigen Ronja Schirmer seit Anfang Januar wieder besetzt ist. Sie folgt auf Peter Lutz, der im vorigen Herbst zur Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim wechselte
Mit 15 Jahren startete Schirmer ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten und schloss sie im Jahr 2021 ab. Schon ein Jahr später absolvierte sie berufsbegleitend den Fachwirt, genannt Beschäftigtenlehrgang 2, bekam dafür sogar ein Begabtenstipendium. Anschließend arbeitete sie im Bauamt des Ansbacher Landratsamtes als Sachbearbeiterin. „Der Bereich hat mir schon in der Schule gut gefallen.” Mit dem Wechsel nach Ipsheim – inklusive Leitungsfunktion – folgt für Schirmer der logische nächste Schritt.
Verschiedene Gründe bewogen sie, sich zu bewerben. Unter anderem verkürzt sich ihr Arbeitsweg enorm, sind es von ihrem Wohnort Markt Nordheim nur gut 15 Minuten nach Ipsheim. Zudem ist die Leitungsfunktion eine neue Herausforderung und die Chance, ihre berufliche Entwicklung weiter voranzutreiben.
Im neuen Job ist Ronja Schirmer schon gut angekommen. Das Team hat ihr den Start leicht gemacht, auch, wenn der Wechsel eine deutliche Umstellung bedeutet: „Von einer Behörde mit hunderten Mitarbeitern zu einer überschaubaren Kommune. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile.” Sich in die neuen Aufgaben einzufuchsen, kann zwar herausfordernd sein. Doch Schirmer, die schon immer recht zielstrebig gewesen sei, weiß, was sie kann, zeigt sich motiviert und geht mit Selbstbewusstsein an die Aufgabe heran.
Dass Ronja Schirmer noch vergleichsweise jung ist, sieht die 23-Jährige nicht als Hürde an. In vielen Stationen ihres Lebens sei sie die Jüngste gewesen. Das begann schon bei der Einschulung mit fünf Jahren. Daran sei sie gewöhnt. „Mein Alter ist für mich kein Hindernis.” Das zeigen auch ihre guten Abschlussergebnisse. „Und die Erfahrung kommt mit der Zeit.” Ihre Vorkenntnisse aus der Ansbacher Behörde waren jedenfalls schon jetzt hilfreich, weil Ronja Schirmer beide Seiten kennt: die der Gemeinde und die des Landratsamtes. „Ich weiß, was das Landratsamt mit den Unterlagen macht, die wir abgeben.”
Seit dem vergangenen Jahr ist Ronja Schirmer zudem immer wieder tageweise als Dozentin an der Bayerischen Verwaltungsschule im Einsatz und unterrichtet Baurecht. „Ich hab schon immer ganz gerne Lehrerin gespielt. Das ist eine coole Abwechslung.” Dafür angefragt werden in der Regel die Guten, die sich in ihrer eigenen Ausbildungsphase bewährt haben. Durch die Tätigkeit bekommt Ronja Schirmer stets die aktuellen Entwicklungen in der Branche mit – was ihr eigenes Wissen wachsen lässt, aber auch der Gemeinde am Ende zugutekomme. Sowohl das Ansbacher Landratsamt als auch jetzt die Kommune Ipsheim unterstützen die Dozentenarbeit, teils wird sie dafür freigestellt.
Langweilig wird es Ronja Schirmer im neuen Job derweil nicht werden. „Es laufen viele Projekte, die man weiter vorantreiben muss.” Zudem müsse man bei einer überschaubaren Kommune auch „Allrounder” sein und im Idealfall überall „ein bisschen was mitkriegen”. Im Vergleich zur Behörde in Ansbach mit festen Vorgängen sei die Arbeit in Ipsheim breitgefächerter und damit abwechslungsreicher. Manches kann Ronja Schirmer hier eigenständig entscheiden. Klar sei ihr aber auch, dass sie bei manchen Projekten zwar ihre Meinung vertreten darf und muss, die letztliche Entscheidung aber der Gemeinderat trifft.
Die Weinbaugemeinde ist Ronja Schirmer übrigens nicht fremd. Von 2021 bis 2023 war sie Markt Nordheimer Weinprinzessin und dementsprechend immer wieder in Ipsheim zu Gast.