Mehrzweckhalle Flachslanden: Mit Millionen-Förderung zum Vorzeigeprojekt? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.01.2026 09:22

Mehrzweckhalle Flachslanden: Mit Millionen-Förderung zum Vorzeigeprojekt?

Vor rund 45 Jahren wurde die Mehrzweckhalle bei der Schule errichtet. (Archivbild: Andrea Walke)
Vor rund 45 Jahren wurde die Mehrzweckhalle bei der Schule errichtet. (Archivbild: Andrea Walke)
Vor rund 45 Jahren wurde die Mehrzweckhalle bei der Schule errichtet. (Archivbild: Andrea Walke)

Eine Fleißarbeit haben sich Flachslandens Bürgermeister Hans Henninger und Architekt Stefan Hirsch heuer rund um den Jahreswechsel aufgehalst. Grund ist die marode Mehrzweckhalle. Es besteht die Aussicht, mit einer Sanierung in ein attraktives Förderprogramm zu rutschen. Dafür müssen die Unterlagen aber bis 15. Januar eingereicht werden.

Im Juli hatten Vertreter des Gemeinderats, der Schule und des Sportvereins die vor rund 45 Jahren errichtete und inzwischen reichlich marode Halle inspiziert. Dabei ging es nicht nur um all die Probleme, die Hausmeister Herbert Tyrach beim Rundgang fachkundig erläuterte, sondern auch um die Frage: Sanierung oder Neubau? Das Büro Hirsch wurde beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie beide Varianten zu untersuchen.

Die Frist läuft Mitte Januar ab

Dass das Projekt für das neue Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten” infrage kommen könnte, wurde Architekt und Rathauschef kurz vor Weihnachten klar. Weil die Bewerbungsfrist am 15. Januar abläuft, musste die Entscheidung im Gemeinderat sehr kurzfristig getroffen werden. Das behagte einigen Mitgliedern gar nicht. Stefan Hirsch entgegnete, man habe ursprünglich im Januar „ganz in Ruhe” über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie informieren wollen. Doch die Chance auf eine Millionen-Förderung sollte man sich nicht entgehen lassen, fand er.

Laut Hirsch ist eine Generalsanierung mit Anbau einer kleinen Tribüne deutlich günstiger als ein Neubau – sofern das Vorhaben in die aktuell möglichen Förderprogramme aufgenommen wird. Es schlüge mit insgesamt rund 4,2 Millionen Euro zu Buche. Davon entfielen etwa 2,9 Millionen Euro auf die Sanierung und circa 1,3 Millionen Euro auf den Erweiterungsanbau mit Zuschauertribüne.

Über das Bundesprogramm, das ausschließlich bei Sanierungen – nicht bei einem Neubau – in Anspruch genommen werden kann, könnte das Projekt mit rund 1,8 Millionen Euro unterstützt werden. Zusätzlich könnte man die Förderung des Freistaats Bayern nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG-Förderung) von etwa einer Million Euro in Anspruch nehmen.

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Die Mehrzweckhalle in Flachslanden ist inzwischen stark in die Jahre gekommen. Wo sich überall Probleme zeigen, erfuhren die Gemeinderats-Mitglieder bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern des Sportvereins und der Grundschule. (Foto: Andrea Walke)
Die Mehrzweckhalle in Flachslanden ist inzwischen stark in die Jahre gekommen. Wo sich überall Probleme zeigen, erfuhren die Gemeinderats-Mitglieder bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern des Sportvereins und der Grundschule. (Foto: Andrea Walke)

Die Mehrzweckhalle in Flachslanden ist marode

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Es blieben somit etwa 1,3 Millionen Euro übrig, die der Markt Flachslanden an Eigenmitteln aufbringen müsste. Ein Neubau würde dagegen geschätzt 6,1 Millionen Euro kosten. Nach Abzug möglicher Fördergelder bliebe noch ein Eigenanteil von 3,4 Millionen Euro übrig. „Das wären drei Millionen, die wir aufbringen müssten, ohne dass wir sie haben“, machte Hans Henninger deutlich.

Stefan Hirsch war überzeugt, dass viele Kommunen das Potenzial dieses neuen Bundesförderprogramms noch gar nicht erkannt haben. „Im Landkreis, in Mittelfranken hat noch keiner durchschaut, wie das funktioniert.“ Allerdings müssen viele Kriterien erfüllt werden und noch steht man ganz am Anfang.

Normalerweise dauere es etwa ein Jahr, die Leistungsphase 3 zu erreichen, die von den Fördergebern gewünscht sei, so Hirsch. „Wir würden das jetzt fiktiv machen, um in diese Förderung zu rutschen.“ Denn vor der richtigen Planung müssen die Leistungsphasen offiziell ausgeschrieben werden. Trotz des Zeitdrucks ist Hirsch überzeugt, dass Flachslanden eine Chance hat: „Die suchen ein Vorzeigeprojekt. Wenn wir das sind, das wäre doch mega.“

Eine Tribüne für Sportveranstaltungen

Die Frage, ob die Halle eine Tribüne benötigt, sorgte für Diskussionen. Rathauschef Henninger findet es nicht zeitgemäß, dass sich die Zuschauer bei Sportveranstaltungen wie dem Mitternachtsturnier hinter die Tür quetschen oder vom Geräteraum aus zuschauen. Davin Dukes (CSU und Bürgerblock) argumentierte dagegen: „Ich will keine Millionen ausgeben für etwas, das ich einmal im Jahr nutze.“

Henningers Gegenkandidat bei der Bürgermeister-Wahl, Hubert Bodächtel (CSU und Bürgerblock), regte an, bei den Vereinen nachzufragen, ob die Auslastung, die so ein Projekt rechtfertigt, überhaupt gegeben ist. Sein Fraktionskollege Stephan Kraheberger befürchtete, an den Plänen später nichts ändern zu können. Architekt Hirsch versicherte, dass eine Anpassung von Details auch nach einer Förderzusage noch möglich ist.

Erst kürzlich fielen die Lampen aus

Henninger war die Bedenken schließlich leid: „Wir haben doch diese Halle angeschaut, wir wissen, dass sie total am Ende ist“, betonte er. Erst kürzlich seien wieder Lampen ausgefallen, und die Toiletten müssten dringend renoviert werden. Rückendeckung bekam er von der zweiten Bürgermeisterin Nicole Guggenberger (Freie Wähler Virnsberg und Sondernohe). Auch Wolfgang Schöner (SPD und Freie Wähler) mahnte, die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen: „Wir haben doch die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, damit wir dann – wenn es ein Förderprogramm gibt – zuschlagen können.“

Ulrich Meßlinger (Liste für alle) bezeichnete es als töricht, wenn man diese große Chance nicht wahrnähme. Hubert Bodächtel lenkte schließlich ein: „Selbstverständlich sollten wir versuchen, in ein Förderprogramm zu kommen.“ Wichtig sei ihm, danach noch entscheiden zu können, ob eine Tribüne gebaut werden soll. Seinen Fraktionskollegen Markus Hecht hatte die Begeisterung längst gepackt: „Ich finde, das ist eine super Sache. Wir kommen damit wesentlich weiter. Das, was wir da kriegen, kriegen wir anders nicht.”

Einstimmig votierte der Gemeinderat schließlich dafür, die Variante einer Generalsanierung der Mehrzweckhalle mit Anbau einer Tribüne weiterzuverfolgen und das Büro Hirsch mit dem Erstellen von Unterlagen für den Förderantrag zu beauftragen. Hirsch zollten die Räte sogar Applaus „für den engagierten Vortrag”. Zeitnah will Bürgermeister Henninger die Vereine und weitere Nutzer bitten, einige Zeilen zu schreiben, warum die Halle für Flachslanden wichtig ist, teilte er gegenüber der FLZ im Nachgang der Sitzung mit. „Das werden wir dann in den Förderantrag einarbeiten.”


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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