Mehr als nur ein Mittagessen: Uffenheim-Premiere für den „Wärmewinter” steht bevor | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.01.2026 08:00

Mehr als nur ein Mittagessen: Uffenheim-Premiere für den „Wärmewinter” steht bevor

So viele Ehrenamtliche, dass sie gar nicht aufs Foto passen, haben sich bereiterklärt, beim Uffenheimer Wärmewinter zu helfen. (Foto: Johannes Zimmermann)
So viele Ehrenamtliche, dass sie gar nicht aufs Foto passen, haben sich bereiterklärt, beim Uffenheimer Wärmewinter zu helfen. (Foto: Johannes Zimmermann)
So viele Ehrenamtliche, dass sie gar nicht aufs Foto passen, haben sich bereiterklärt, beim Uffenheimer Wärmewinter zu helfen. (Foto: Johannes Zimmermann)

Der Büromitarbeiter in der Pause, der Bedürftige oder der Hilfesuchende: Sie alle sind ab 6. Februar sechs Wochen lang immer am Freitag zum Mittagessen in den Uffenheimer Gerlach-von-Hohenlohe-Stift zum „Wärmewinter” eingeladen. „Mit Leib und Seele”, lautet das Motto. Denn die Aktion bietet viel mehr als nur eine warme Speise.

Das betonen die Veranstalter – die Kirchengemeinde Uffenheim, „Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch” und das Diakonische Werk Neustadt. „Wir veranstalten heuer das erste Mal den Wärmewinter in Uffenheim”, betont Pfarrerin Heidi Wolfsgruber. Auf Anhieb haben sich rund 20 Helferinnen und Helfer sowie Schülerinnen und Schüler der Christian-von-Bomhard-Schule gefunden.

Das Projekt selbst richtet sich an alle, die gemeinsam essen wollen – unabhängig von Religion, Alter und finanziellem Reichtum. „Insbesondere aber an Menschen, die nicht selbst kochen können, für die ein gutes Mittagessen schon eine finanzielle Herausforderung ist, die in der Winterzeit viel allein sind oder einfach nur eine Auszeit in der Mittagspause haben wollen”, so Wolfsgruber. Auch Kinder sind eingeladen. Zusammengefasst: Alle Menschen sind willkommen, „die gerne in Gesellschaft sind oder anderen gerne Gesellschaft leisten und sich ehrenamtlich für andere einbringen wollen”. Einfach gemeinsam essen, reden und Zeit erleben. „Ein Mix aus Menschen.”

In Uffenheim steht der „Wärmewinter” gewissermaßen in „guter Tradition”, betont Diakon Jürgen Rotter. Denn im Gerlach-von-Hohenlohe-Stift gab es früher einen Mittagstisch, bei dem Bürgerinnen und Bürger von außerhalb kamen, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern gemeinsam zu speisen. Ob das beim „Wärmewinter” auch so sein wird, muss sich aber erst noch zeigen. Geplant ist dieser in einem separaten Raum, der sich allerdings zum Speisesaal hin öffnen ließe. Ob das passieren wird? Noch unklar. „Wir wollen den Seniorinnen und Senioren nichts überstülpen”, betont Wolfsgruber. Schließlich ist der Speisesaal ein „geschützter Raum”, aber vielleicht finden die Bewohnerinnen und Bewohner ja doch Freude am „Wärmewinter”-Kontakt.

„Mit Leib und Seele” dabei

Das Motto „Mit Leib und Seele” ist aus Neustadt übernommen – dort wird die Aktion derzeit bereits zum dritten Mal veranstaltet. Teile des Uffenheimer Konzepts sind von dort übernommen, „weil es sich voll bewährt hat”, sagt Rotter. Er spricht von einem „Erfolgskonzept”. Dort schauten pro Ausgabe bis zu 150 Menschen vorbei, „weil sie Kontakte geknüpft haben”. Und: „Sie dürfen sich auch mal bedienen lassen.” Die Ehrenamtlichen servieren das Essen am Tisch.

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Jürgen Rotter weiß aus Erfahrung, dass so manche und mancher auch für „kleine Hilfeleistungen” kommt. Als Beispiel nennt er „Probleme mit der Bürokratie”. Deshalb versteht sich der „Wärmewinter” als niedrigschwelliges Angebot. Entsprechend sind beim Mittagessen auch hauptamtliche Beraterinnen und Berater anwesend, ob vom sozialpsychiatrischen Dienst oder aus der Elternbetreuung.

Mit 30 bis 35 Gästen rechnen die Veranstalter für den Uffenheimer Auftakt, wobei die Koordination ziemlich schwierig ist. Denn für den „Wärmewinter” muss sich niemand im Vorfeld anmelden, alle können einfach vorbeischauen. Das Mittagessen ist kostenlos, wobei Spenden natürlich willkommen sind, wenn es der Geldbeutel zulässt. Für das Menü wird der Gerlach-von-Hohenlohe-Stift-Koch Karl Schwarz verantwortlich zeichnen. Ideen hat er schon genügend: „Gedanklich bin ich damit fast fertig.”

Drei-Gänge-Menü wird kredenzt

Zuerst wird er eine Suppe kredenzen, danach eine Hauptspeise. Die Nachspeise bringen die Ehrenamtlichen mit, die Kuchenliste läuft digital und sieht sehr vielversprechend aus, sagt Wolfsgruber und lacht. Die genauen Speisen – auch eine vegetarische Alternative wird angeboten – gibt das Diakonische Werk über die Sozialen Medien bekannt. „Dem fiebern manche schon am Montag entgegen” und jene Beiträge hätten die „besten Klickzahlen”, sagt Rotter.

Diakonie-Finanzvorstand Matthias Jung betont: „Der Wärmewinter ist etwas, das wächst.” Uffenheim habe nun die Chance, „damit selbst schöne Erfahrungen zu machen”. Bei den Hauptamtlichen stehe dieser Termin „immer im Kalender”. Jung: „In Neustadt ist ganz viel passiert, das hat sich sehr gut entwickelt.” In Uffenheim kommt noch eine Besonderheit dazu: Die Aktion wird von Schülerinnen und Schülern der Bomhard-Schule unterstützt.

Startschuss fällt am 6. Februar

Der Gerlach-von-Hohenlohe-Stift ist ein „Diakonischer Lernort”, erklärt Einrichtungsleiterin Karin Schmitt. Jugendliche bereiten dort beispielsweise auch Andachten vor, basteln zweimal jährlich gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren und schauen alle zwei Wochen für einen Spielenachmittag oder eine Vorlesestunde vorbei, so Schmitt. Beim „Wärmewinter” packen ebenfalls verschiedene Jahrgangsstufen, aus dem Gymnasium und der Realschule, mit an, organisiert von Lehrerin Prisca Stumpf.

Die allererste Ausgabe in Uffenheim findet dann am Freitag, 6. Februar, statt. Wöchentlich immer freitags sind „Wärmewinter” geboten, der letzte der sechs Termine ist der 13. März. Ab 11.30 Uhr werden Gäste willkommen geheißen, zum Einstieg gibt es neben der Begrüßung auch einen spirituellen Impuls. Ab 12 Uhr wird dann das Essen serviert, um 14 Uhr endet das Angebot. Es ist alles bereitet, die Freiwilligen stehen „als Herzstück”, so Diakon Rotter, bereit. „Es ist wirklich schön, zu sehen, wie die Ehrenamtlichen für den ,Wärmewinter' brennen.”

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