30.000 Starter aus über 100 Ländern und ein Westmittelfranke mittendrin: Der Obernzenner Matthias Ries, der für die Herrieder Aquathleten aktiv ist, erfüllte sich einen Traum, indem er sich für den 127. Boston-Marathon qualifizierte und dort auch an den Start ging.
Dass Matthias Ries ein schneller Ausdauersportler ist, ist in der Läuferszene der Region hinlänglich bekannt. Allerdings musste er sich für den Start an der Ostküste der USA erst qualifizieren, was ihn mit der Zeit von 2:49:33 Stunden beim Würzburg-Marathon 2022 (Platz 8) gelang.
Die 42,195 Kilometer durch Boston gelten als der Marathon mit der weltweit längsten Tradition, sodass dort auch die Weltelite am Start ist. Als Topfavorit wurde der Kenianer und Weltrekordler Eliud Kipchoge gelistet. Die Stärke des Läuferfeldes zeigte sich dadurch, dass er nur als Sechster die Ziellinie überquerte. Der Sieg ging an seinen Landsmann Evans Chebet (2:05:54 Stunden).
Die gezielte Vorbereitung auf den Boston-Marathon begann für Matthias Ries genau an Heiligabend. Von da an spulte er pro Woche etwa 80 Laufkilometer ab. Als aktiver Triathlet, der für die Herrieder Aquathleten in der Bayernliga an den Start geht, stehen bei ihm neben den Laufeinheiten regelmäßig auch Schwimmen und Radfahren auf dem Programm.
Ries startete in Boston in der ersten Welle der Nicht-Profis. „Wir Läufer wurden frühmorgens im Zentrum von Boston abgeholt und mit amerikanischen Schulbussen nach Hopkinton gebracht. Die Strecke von Hopkinton ins Zentrum von Boston ist wellig und anspruchsvoll und auch die Straßen sind nicht gerade besser als in Deutschland. Leider hat es geregnet und es herrschte kühler Gegenwind. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke kommt man an der Wellesley-Mädchenschule vorbei. Die Schülerinnen der Schule stehen alle an der Strecke und kreischen so laut sie können, um die Läufer anzufeuern. Das war der beeindruckendste und unvergesslichste Moment des Rennens.“
Der Obernzenner startete das Rennen sehr schnell. Für die ersten zehn Kilometer benötigte er gut 36 Minuten und seine Durchgangszeit für den ersten Halbmarathon lag bei sehr starken 1:17 Stunde.
„Während der zweiten Hälfte der Strecke sind mehrere Hügel zu erklimmen. Bei Kilometer 33 muss man den steilsten Anstieg namens Heartbreak Hill hoch. Das war der anspruchsvollste Teil des Rennens und härter als gedacht. Danach ging es dann noch zirka zehn Kilometer ins Zentrum von Boston. Die Zuschauer waren trotz des Regens zahlreich und haben phänomenal Stimmung gemacht. Mein Ziel war, unter drei Stunden zu finishen.“
Das schaffte Ries: „Glücklich und erschöpft“ überquerte er die Ziellinie nach 2:43:04 Stunden – neue persönliche Bestzeit und gleichbedeutend mit Platz 855. Ries: „Das war ein unvergessliches Erlebnis.“