Kristof Matthes wird neuer Bürgermeister von Adelshofen. Der 41-Jährige setzte sich mit 85,0 Prozent der gültigen Stimmen gegen Stefan Bininda (56) durch. Bei der Wahl war es um die Nachfolge von Johannes Schneider gegangen, der seit 2002 Rathauschef ist und 2020 als alleiniger Kandidat 93,17 Prozent der Stimmen geholt hatte.
Die Wahlbeteiligung in Adelshofen hatte 2020 bei 75,4 Prozent gelegen. Diesmal fiel sie mit 82,2 Prozent um einiges höher aus, was sehr wahrscheinlich aus der brisanten Kandidaten-Konstellation resultierte. Es fühlten sich in der Gemeinde offenbar mehr Menschen mobilisiert, auf den Ausgang Einfluss zu nehmen. Während Kristof Matthes, der amtierendes Gemeinderatsmitglied ist, von fünf Ortsteil-Wählergruppen nominiert worden war, trat Stefan Bininda mit AfD-Unterstützung an.
Ich bin bereit, mein Bestes zu geben
Kristof Matthes äußerte sich in einer ersten Reaktion erleichtert über das Ergebnis. „Ich bin froh, dass die Wählerinnen und Wähler das so klar entschieden haben”, meinte er. Dem Gemeinderat und ihm als künftigem Bürgermeister stehe viel Arbeit bevor. „Ich bin bereit, mein Bestes zu geben.”
Einen Wahlkampf im eigentlichen Sinne habe er gar nicht gemacht, aber sehr viele Gespräche in allen Orten der Gemeinde geführt, erklärte der 41-Jährige. Dabei sei schon klar geworden, dass die Konstellation mit dem Mitbewerber von der AfD viele Menschen beschäftigt habe. Er hoffe, dass sich dabei eventuell entstandene Verwerfungen wieder auflösten und konstruktiv zum Wohle der Gemeinde gearbeitet werden könne, meinte Matthes.
Der unterlegene AfD-Bewerber Stefan Bininda machte kein Geheimnis aus seiner Unzufriedenheit mit dem von ihm erzielten Ergebnis. Er habe sich schon deutlich mehr erhofft als 15 Prozent, so der 56-Jährige. Seine persönliche Erwartung habe „bei 20 bis 25 Prozent” gelegen.
Die Niederlage habe er aber zu akzeptieren, wenngleich für ihn klar sei, dass deren Deutlichkeit auch Ergebnis dessen sei, was da „an Propaganda gegen mich getrieben” worden sei. „Im Endeffekt entscheidet aber der Bürger”, so Bininda.
Im Gemeinderat ist die Alternative für Deutschland künftig mit einem Sitz vertreten. Die Wählergemeinschaft Adelshofen kommt auf zwei Mandate, die Wählergemeinschaft Großharbach ebenfalls auf zwei. Je ein Sitz geht an die Wählergemeinschaft Tauberscheckenbach, die Wählergemeinschaft Tauberzell und die Wählergemeinschaft Neustett.