Auf neue Herausforderungen freut Martina Anderlik sich mit Beginn des Schuljahres im September. Sieben Jahre lang leitete die 56-Jährige die Geschicke der Ipsheimer Grundschule. In wenigen Wochen übernimmt sie die Leitung der Grund- und Mittelschule Burgbernheim-Marktbergel im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.
Der Wunsch, Lehrerin zu werden, reifte bei Martina Anderlik schon früh heran. Denn auch ihr Vater übte diesen Beruf aus. Als kleines Kind beobachtete sie ihn teils beim Arbeiten. Nach dem Abitur begleitete Anderlik immer wieder Klassenfahrten mit ihm.
Ihr Lehramtsstudium absolvierte die 56-Jährige, die in Trautskirchen lebt, in Nürnberg, das Referendariat in Schwabach und Allersberg. Nach Stationen an der Grundschule in Obernzenn und der Pastoriusschule in Bad Windsheim leitete Martina Anderlik zuletzt die Ipsheimer Grundschule.
Im September wechselt sie an die Grund- und Mittelschule Burgbernheim–Marktbergel. Schon seit einiger Zeit spielte die Lehrerin mit dem Gedanken, an eine größere Einrichtung zu gehen. Als die 56-Jährige vor geraumer Zeit erfuhr, dass der bisherige Schulleiter Harald Helgert in den Ruhestand geht, ergriff sie die Chance. „Ich war überglücklich, dass es geklappt hat.“ Traurig findet Martina Anderlik, dass ihre Nachfolge noch offen ist. „Aber ich denke, es wird weitergehen. Da bin ich sehr zuversichtlich.“
Die neue Einrichtung ist deutlich größer, kommt doch auch eine Mittelschule dazu. Auf die Verknüpfung ist sie gespannt. „Was ich nicht möchte, ist die getrennte Sichtweise in Grund- und Mittelschule. Für mich ist das eine Schule.“ Denkbar ist für Anderlik, auch in diesen Klassen zu unterrichten, um das neue Terrain kennenzulernen.
Gerade versucht sich Martina Anderlik im Spagat, einerseits wehmütig Abschied zu nehmen, und andererseits Kontakte in Burgbernheim aufzubauen. Eine Führung durch das Schulgebäude hat sie schon bekommen, lernte auch das Team und den Elternbeirat bereits kennen. „Ich freue mich auf die neue Schule, gerade auch, weil ich da jetzt schon am Anfang so mitgenommen wurde.“ Toll ist, zu sehen, wie dort gemeinsam angepackt wird. „Das hab ich in Ipsheim auch gehabt, aber eben kleiner.“ Alle haben dort immer ganz viel gemacht, in Burgbernheim verteilen sich die Arbeiten auf viele Schultern. Neu ist für sie, dass sie selbst keine eigene Klasse mehr leiten wird.
Auf eine tolle Zeit in Ipsheim blickt Martina Anderlik zurück. „Wir haben gemeinsam im Team unwahrscheinlich viel erreicht.“ Und damit meint Anderlik nicht nur das Kollegium, sondern auch den Elternbeirat oder die Gemeinde. „Das Miteinander war immer herzlich und unterstützend. Wir hatten offene Diskussionen, da hat man sich nicht zu verstecken brauchen. Zusammen haben wir nach Lösungen gesucht und sie gefunden.“
Ein großes Anliegen war Martina Anderlik stets, die Schule und den Unterricht für die Schüler weiterzuentwickeln. „Wir alle haben die Aufgabe unseren Kindern den Weg zu zeigen, Menschen in unserer modernen Gesellschaft zu werden“, sagt die Schulleiterin. Viel hat man in Ipsheim auf den Weg gebracht. Die Einführung der Jahrgangsmischung 3/4 oder auch die Weiterentwicklung der flexiblen Eingangsstufe nennt Anderlik als Beispiele. Auch „Der Ipsheimer rote Faden“ ist entstanden, ein durchgängiges Konzept von der ersten bis zur vierten Klasse.
Ein großes Projekt war der Anbau, der 2022 eingeweiht wurde. „Das war ein langer Weg. Es gab viele Sitzungen, viele Stimmen wurden gehört, und dann haben wir es angepackt.“
Sehr emotional war nach so vielen Erinnerungen kürzlich der Abschied beim Schulfest. „Die Wertschätzung, die ich dort erfahren hab, tat mir unwahrscheinlich gut.“ Das Team hatte mit den Kindern das Lied „Alte Schule, altes Haus“ von Rolf Zuckowski umgedichtet. „Das war wunderschön. Das bewahr ich in meinem Herzen.“
Einen reichen Erfahrungsschatz nimmt Martina Anderlik mit nach Burgbernheim. Wert legt sie im Alltag auf Offenheit. Die neue Einrichtung will sie nun ausführlich kennenlernen. Auf ihr Team und die Kinder freut sie sich sehr. „Mir war es immer wichtig, alle mitzunehmen. Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Und zuzuhören. Das will ich beibehalten.“