Seine aktive Karriere auf dem Fußballplatz hat er schon länger beendet, dennoch steht Marek Mintal bei den vielen Fans des 1. FC Nürnberg noch immer hoch im Kurs. Nun war das „Phantom” für einen Abend bei der SG Dentlein/Langfurth zu Gast.
Mintal wird auch als die „Mittelfeldlegende des Jahrhunderts“ beim 1. FC Nürnberg bezeichnet. Der Torriecher des Mannes, der mit der Rückennummer 11 auflief, ist in Erinnerung geblieben. Mintal prägte erfolgreiche Jahre beim Club. Den Kontakt zu ihm hatten Spielleiter Philipp Moser und Trainer Vedat Findik geknüpft. Langfurths Vorstand Benjamin Preikschat sprach von einem Highlight angesichts der derzeitigen sportlichen Misere der Spielgemeinschaft.
Eine Stunde lang schrieb sich der stets bescheiden und bodenständig auftretende 48-jährige Slowake bei der Vielzahl von Autogrammwünschen die Finger wund. Ob persönliche Widmung auf dem Trikot, Schal und sogar Fußballschuh oder ein gemeinsames Foto – kein Wunsch blieb unerfüllt. Mintal wurde seinem Ruf als Sympathieträger, den er sich als Aktiver in Nürnberg erworben hatte, auch in der Fußball-Provinz gerecht.
Nach seinem Wechsel vom slowakischen Erstligisten MSK Zilina nach Nürnberg wurde er gleich in seiner Debütsaison 2003/2004 mit 18 Treffern Torschützenkönig und verhalf dem Club zum Aufstieg in die Bundesliga. Noch erfolgreicher agierte er in der Folgesaison, als ihm seine 24 Tore die Torjägerkanonen und dem Verein die Bundesligazugehörigkeit sicherten.
Nach einer längeren Zwangspause wegen eines Mittelfußbruchs kämpfte sich Mintal zurück und war beim letzten großen Erfolg des Vereins – dem DFB-Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart im Mai 2007 – wieder in der Startformation.
Nach dem erneuten Abstieg 2008 wurde er in der Folgesaison wieder Torschützenkönig in der Zweiten Liga und verhalf zum Aufstieg und einer weiteren Saison in der Bundesliga. Ab 2011 klang die Karriere bei Hansa Rostock aus, ehe er zum Abschluss noch ein Jahr bei den Amateuren des 1. FC Nürnberg in der Regionalliga Bayern kickte. Bei seinem Abschiedsspiel richtete er einen emotionalen Dank an die Fans aus und wurde mit Ovationen überschüttet.
In den Folgejahren agierte Mintal als Co-Trainer, Offensivtrainer, Cheftrainer für diverse Nachwuchsmannschaften sowie zusätzlich als Co-Trainer der slowakischen Nationalmannschaft. Nach 17 Jahren als Spieler und Trainer beim FC Nürnberg resümierte er: „Jeder Moment war für mich einfach wunderbar!“ Seine bislang letzte Trainertätigkeit übte er bis 2024 bei der SpVgg Bayreuth aus.
Mit dieser beeindruckenden Laufbahn hatten sich viele der 30 Aktiven der Spielgemeinschaft SV Dentlein/ FC Langfurth im Vorfeld des Schau-Trainings befasst. Den Auftakt zum 90-minütigen Programm überließ der Ex-Profi dem Fitnesstrainer Yildirim Eray.
Gar mancher der Amateurkicker des Kreisklassenteams schien bereits nach dem Aufwärmen an seine Grenzen gelangt zu sein. Dabei galt es im Anschluss in verschiedenen Spielformen, den Ball auch in Bedrängnis möglichst direkt weiterzuleiten. Mintal sparte dabei nicht mit Lob für gelungene Spielzüge.
Nach dem Training wurden weitere Autogrammwünsche erfüllt und einige persönliche Gespräche geführt. Dann allerdings machte Marek Mintal seinem Namen alle Ehre: Er verabschiedete sich vor der Heimfahrt und verschwand wie ein Phantom in die Nacht.
Was sagen die Spieler zum Mintal-Effekt? „Wir waren alle sehr konzentriert. Das Training hat richtig Spaß gemacht! Vielleicht ist es der Anfang einer Trendwende“, meinte Andreas Hofmann. Sein Teamkollege Sebastian Scheuerer schwärmte von einem „super sympathischen Typ, bei dessen herausfordernden Übungen man topmotiviert bei der Sache war. Ein tolles Erlebnis!“