Lufthansa-Crewstreik: In München fallen hunderte Flüge aus | FLZ.de

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Veröffentlicht am 12.02.2026 06:59, aktualisiert am 12.02.2026 14:53

Lufthansa-Crewstreik: In München fallen hunderte Flüge aus

Am Flughafen München entfallen zahlreiche Flüge der Lufthansa. (Symbolbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)
Am Flughafen München entfallen zahlreiche Flüge der Lufthansa. (Symbolbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)
Am Flughafen München entfallen zahlreiche Flüge der Lufthansa. (Symbolbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)

Ein Streik von Piloten und Flugbegleitern der Lufthansa hat den Betrieb der größten deutschen Fluggesellschaft weitgehend lahmgelegt: Bundesweit wurden bei Lufthansa, Lufthansa Cityline und dem Frachtflieger Lufthansa Cargo 800 Flüge annulliert, wie das Unternehmen mitteilte. „Betroffen sind rund 100.000 Fluggäste“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Unternehmensspitze warf den beiden Gewerkschaften Cockpit (VC) und Ufo vor, die Fluggäste „extrem hart und unverhältnismäßig“ zu treffen.

Allein in München wurden nach Angaben des Flughafens insgesamt 300 Starts und Landungen gestrichen. Das war knapp ein Drittel der insgesamt 920 für Donnerstag geplanten Flugbewegungen. Die Lufthansa wollte die Passagiere im Rahmen des Möglichen auf andere Fluggesellschaften umbuchen. Inlandspassagiere konnten auf die Bahn umsteigen. Der Münchner Airport ist mit weltweit 137 Zielen nach Frankfurt das zweite Drehkreuz der Lufthansa für den internationalen Flugverkehr. Für Freitag erwartete die Flughafengesellschaft wieder normalen Betrieb. 

Weitere Aktionen nicht ausgeschlossen

Weitere Protestaktionen des Lufthansa-Personals in der Zukunft sind nicht ausgeschlossen: „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, ob dieser Warnstreik der letzte sein wird“, sagte Ufo-Chef Joachim Vazquez Bürger am Münchner Flughafen. „Das kommt darauf an, wie das Management auf diesen Streik reagiert. Sollte da ein Umdenken stattfinden, werden wir jederzeit an den Verhandlungstisch zurückkehren.“

Lufthansa will verhandeln

Auf Seiten des Unternehmens forderte Arbeitsdirektor Michael Niggemann von den Gewerkschaften, auf Arbeitsniederlegungen zu verzichten: „Ein Streik hilft den Zukunftsperspektiven unserer Beschäftigten nicht und trifft vor allem unsere Fluggäste“, sagte Niggemann laut Mitteilung. „Alle Gewerkschaften tragen auch Mitverantwortung für die Zukunft unseres Unternehmens.“ Ziel der Unternehmensleitung sei die Einigung. „Wir sind jederzeit dazu bereit und wollen die Gespräche mit Ufo und VC fortsetzen.“

Die rund 4.800 Piloten streiken bei Lufthansa und der Frachttochter Lufthansa Cargo für höhere Betriebsrenten. Die Flugbegleiter wollen mit einem Warnstreik Tarifverhandlungen zu mehreren Themen erzwingen. Hier hat die Gewerkschaft Ufo auch das Personal der von der Schließung bedrohten Regionaltochter Lufthansa Cityline zum Ausstand aufgerufen. Der Vorstand hat die Forderungen zurückgewiesen. Andere Konzerngesellschaften wurden nicht bestreikt.

© dpa-infocom, dpa:260212-930-675812/5


Von dpa
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