Das Votum war eindeutig: In Feuchtwangen soll es schon bald wieder eine Kurzzeitpflege geben. Dafür stimmten die Mitglieder des Evangelischen Vereins für Gemeindediakonie in einer außerordentlichen Versammlung. 37 Anwesende votierten mit Ja. Gegenstimmen gab es nicht.
Überraschen kann dieses Abstimmungsergebnis Niemanden, denn der Wunsch der Feuchtwangerinnen und Feuchtwanger nach einer Einrichtung für Kurzzeitpflege vor Ort ist groß. Die Lücke, die der ANregiomed Klinikverbund nach seinem Rückzug aus diesem Bereich hinterließ, konnte bislang nicht gefüllt werden. Jetzt haben die Mitglieder des Vereins die Weichen neu gestellt.
Geplant ist die Einrichtung einer solitären Kurzzeitpflege, die darauf ausgerichtet sein soll, pflegebedürftigen Menschen für einen begrenzten Zeitraum eine qualifizierte Betreuung zu bieten.
Die Menschen sollen gut versorgt sein, sei es im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt oder falls pflegende Angehörige mal Urlaub machen wollten, wie der Vorsitzende des Vereins, Wigbert Lehner, in der Mitgliederversammlung sagte. Jeder, der schon einmal nach einem Platz für Kurzzeitpflege gesucht hat, wisse wie schwierig das inzwischen geworden ist. „Wir hatten das Gefühl, wir könnten das schaffen“, erinnerte sich Lehner an die ersten Planungsgespräche zu diesem Projekt.
Auch die Stadt Feuchtwangen befürwortet das Vorhaben des Gemeindediakonievereins. Bürgermeister Patrick Ruh verwies darauf, dass seit einigen Jahren die Diakonie der einzige Ansprechpartner in Feuchtwangen ist, wenn es um Altenhilfe geht. ANregiomed stehe operativ hierfür nicht mehr zur Verfügung.
Gleichwohl habe man mit dem Klinikverbund konstruktive Gespräche geführt, was die Räume der künftigen Kurzzeitpflege betrifft. Diese soll nämlich ins Gebäude des ehemaligen Krankenhauses, die Praxisklinik, einziehen. Was auf der Hand liegt. Denn geeignete Zimmer sind bereits vorhanden. Die Umbaumaßnahmen würden sich in Grenzen halten.
Überdies sicherte Patrick Ruh eine finanzielle Unterstützung zu. Von der Stadt Feuchtwangen werde es einen Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro geben. Ein weiterer Geldgeber habe ebenfalls 10.000 Euro zugesagt, „so dass die finanziellen Risiken des Projekts überschaubar bleiben“, wie der Bürgermeister betonte.
Der Startschuss für die neue Kurzzeitpflege mit dem Namen Zeitinsel ist für 1. Oktober anvisiert. Wie Diakonie-Geschäftsführerin Irina Reim erläuterte, werde sich die Einrichtung auf einem Trakt der Praxisklinik auf einem Grundriss von 652 Quadratmetern erstrecken.
Zwölf Zimmer stünden dort zur Verfügung. Da Dreibettzimmer nicht mehr erlaubt sind, könnten maximal 24 Plätze vorgehalten werden. Einer der Räume müsse für unvorhersehbare Notfallsituationen zur Verfügung stehen.
Insofern geht die Geschäftsführerin von einer Einrichtungsgröße von 20 bis 22 Personen aus. Neben den zwölf Zimmern für die Patienten soll es auch einen Aufenthaltsraum, ein Fernsehzimmer und einen Balkon geben.
Zum Start im Oktober rechnet Irina Reim mit einer Belegung von 80 Prozent. Das Lasso nach geeignetem Personal habe sie ausgeworfen. Einige qualifizierte Bewerbungen seien inzwischen eingegangen. Aber noch nicht alle Stellen sind besetzt.
„Wir brauchen Mut zu dieser Entscheidung“, sagte der stellvertretende Vorsitzendes des Vereins, Herbert Lindörfer, bevor es in der außerordentlichen Mitgliederversammlung an die Abstimmung ging.
37 Arme schossen in die Höhe. Die Kurzzeitpflege in Feuchtwangen kann kommen.