Die Sängerin Lena Meyer-Landrut sollte, gemeinsam mit ihrer Kollegin Leony, den großen Abschluss des Festivals bilden. Doch es kam alles anders.
Das Equipment stand bereit, die Band begann den Soundcheck, doch eine Person fehlte: Lena musste sich auf dem Weg zum Konzert in ärztliche Behandlung begeben. Nachdem der erste Schock beim Veranstalter verdaut war, wurden die ankommenden Besucherinnen und Besucher in den Warteschlangen vom Team der Ansbacher Kammerspiele informiert.
Eine große Enttäuschung war den Leuten zumindest nicht anzusehen, denn als Trostpflaster kamen die Zuschauer in den Genuss einer ganzen Show der zweiten Künstlerin des Abends: Leony. Die gebürtige Oberpfälzerin erklärte sich spontan bereit, volle 90 Minuten die Ansbacher Bühne zu beschallen und nannte den Auftritt in Mittelfranken ein Heimspiel.
Die 27-Jährige legte mit ihren zwei Hits „Holding On“ und „Faded Love“ los und begeisterte das Publikum von Beginn an. Mit ihrer vierköpfigen Band im Rücken und vier jungen Tänzerinnen verbreitete sie eine wunderbare Stimmung auf dem Campus der Hochschule Ansbach. Natürlich durften auch ihre erfolgreichen Radiohits wie „Simple Life“, „Crazy Love“ oder „Somewhere In Between“ nicht fehlen. Zwischendrin baute die Künstlerin einen kurzen Akustikpart ein, in welchem sie die Anfänge ihrer Karriere nochmal durchlebte und das Publikum mit auf eine Reise in ihre Gefühlswelt nahm.
Besonders berührend war der Moment, als zwei junge Mädchen aus dem Publikum gemeinsam mit ihrer Lieblingskünstlerin die Bühne teilen und den Song „Remedy“ singen durften. Die sympathische Sängerin machte nicht nur Hanna und Emma glücklich, sondern schenkte den vielen kleinen Mädchen und Jungs im Publikum, die voller Freude ihr Idol anhimmelten, ein Winken. Sogar die Papas sangen beim Fußball-EM-Song lauthals mit.
Sicherlich waren einige Leute von der Abwesenheit Lenas enttäuscht, allerdings fing Leony das gekonnt auf und hinterließ viele zufriedene und glückliche Gesichter. Der letzte Abend des Ansbach Open war für alle Beteiligten eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die aber definitiv in einem Höhenflug endete.
Trotz der guten Stimmung an den drei Abenden des Ansbach Open fällt die Bilanz des Vereins Kammerspiele als Veranstalter zwiespältig aus..