Leerer Bürgermeister-Stimmzettel: In Steinsfeld gibt es plötzlich doch eine Option | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.02.2026 09:08

Leerer Bürgermeister-Stimmzettel: In Steinsfeld gibt es plötzlich doch eine Option

Seit Dezember 2025 ist Heinz Dürr, der unter anderem als Kämmerer für Bruckberg tätig war, offiziell Ruheständler. Das Foto zeigt ihn mit der dortigen Rathauschefin Ursula Weiß bei seiner Verabschiedung. Selbst Bürgermeister zu werden, war nicht sein Plan. Doch genau das könnte ihm jetzt bevorstehen. (Archivbild: Adam Kreysa)
Seit Dezember 2025 ist Heinz Dürr, der unter anderem als Kämmerer für Bruckberg tätig war, offiziell Ruheständler. Das Foto zeigt ihn mit der dortigen Rathauschefin Ursula Weiß bei seiner Verabschiedung. Selbst Bürgermeister zu werden, war nicht sein Plan. Doch genau das könnte ihm jetzt bevorstehen. (Archivbild: Adam Kreysa)
Seit Dezember 2025 ist Heinz Dürr, der unter anderem als Kämmerer für Bruckberg tätig war, offiziell Ruheständler. Das Foto zeigt ihn mit der dortigen Rathauschefin Ursula Weiß bei seiner Verabschiedung. Selbst Bürgermeister zu werden, war nicht sein Plan. Doch genau das könnte ihm jetzt bevorstehen. (Archivbild: Adam Kreysa)

In Steinsfeld bei Rothenburg ist der Weg zur Ermittlung eines neuen Gemeindeoberhaupts komplizierter als in anderen Orten der Region. Ein Kreuz auf dem Stimmzettel reicht nicht. Es muss schon ein kompletter Name hingeschrieben werden. Welcher überhaupt zielführend sein könnte, war bislang offen. Doch da hat sich etwas getan.

Heinz Dürr heißt der Mann, der inzwischen auch öffentlich die Frage bejaht, ob er das Leitungsamt der Kommune annehmen würde, wenn bei der Auszählung am Sonntag, 8. März, sein Name und am besten auch noch der Wohnort in gut leserlicher Form auf einer ausreichenden Anzahl von Stimmzetteln stünden. Auf Anfrage der Redaktion bestätigte er seine Bereitschaft, die Aufgabe zu übernehmen, wenn das von der stimmberechtigten Bevölkerung der Gemeinde so gewollt wird.

Beide Fristen verstrichen ergebnislos

In der Gemeinde Steinsfeld hatte sich im Dezember eine schwierige Konstellation ergeben, da Bürgermeisterin Margarita Kerschbaum ihre zunächst angekündigte erneute Kandidatur kurzfristig zurückzog. Den beiden Wählergruppierungen in der Kommune gelang es danach nicht, eine personelle Alternative zu organisieren, so dass im Januar die beiden Fristen zur Einreichung von Wahlvorschlägen für das Bürgermeistervotum ergebnislos verstrichen.

Weil es aber gemäß Wahlgesetz auch in solchen Fällen eine Abstimmung geben muss, war klar, dass das in Steinsfeld mit der Ausgabe leerer Stimmzettel, also ohne einen vorgedruckten Namen, zu erfolgen hat. Die Wahlberechtigten sind, so sehen es die Bestimmungen vor, am 8. März dazu aufgerufen, auf diesen Zettel den Namen einer Person aus der Gemeinde zu schreiben, die sie für amtsgeeignet halten.

Heinz Dürr bringt Erfahrung in der Kommunalarbeit mit

Weil es Konsens war, einen Urnengang so völlig ins Blaue hinein nach Möglichkeit zu vermeiden, wurde innerhalb der Wählergruppen und in allen Dörfern in den vergangenen Wochen viel miteinander geredet und über die Frage nachgedacht, welche Person die Eignung für das Bürgermeisteramt mitbrächte. Da geriet dann offenbar schnell der Name von Heinz Dürr in den Blickpunkt, dessen beruflicher Hintergrund als Verwaltungsfachmann in der Gemeinde allgemein bekannt ist.

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Dem 64-Jährigen blieb das nicht verborgen. Vor kurzem wurde er dann bei einer öffentlichen Infoversammlung zur Gemeinderatswahl direkt von einem Bürger gefragt, ob er es denn im Zweifelsfall machen würde. Dürr war darauf vorbereitet und bestätigte seine Bereitschaft. Diese Nachricht machte in der kleinen Gemeinde Steinsfeld schnell die Runde, so dass viele Stimmberechtigte jetzt noch Zeit haben, zu überlegen, ob sie den Namen des 64-Jährigen auf den Stimmzettel schreiben oder lieber doch den einer anderen Person.

Seit Dezember ist Dürr im Ruhestand

Dürr wohnt im Gemeindeteil Reichelshofen. Er ist gelernter Großhandelskaufmann, wechselte 1980 aber in die öffentliche Verwaltung. Gut 20 Jahre war Dürr bei der VG Rothenburg tätig – mit dem Schwerpunkt Finanz- und Steuerwesen. 2002 wechselte er als stellvertretender Geschäftsleiter zur Verwaltungsgemeinschaft Weihenzell und war dort als Gemeindekämmerer tätig, kümmerte sich aber auch um die Themen Baurecht, Straßenverkehr oder Einwohnermeldewesen. Zu der Verwaltungsgemeinschaft gehören Weihenzell, Bruckberg und Rügland.

Seit Anfang Dezember 2025 ist Dürr offiziell im Ruhestand. Kommunalpolitisch trat er bisher nicht in Erscheinung und hatte das nach eigenem Bekunden auch künftig nicht vor. Doch manchmal ändern sich eben die Dinge. Sollte er zum ehrenamtlichen Bürgermeister von Steinsfeld gewählt werden, würde seine Familie ihm jedenfalls keine Steine in den Weg legen. „Meine Frau ist einverstanden”, betonte Dürr gegenüber der Redaktion.

Werbung in eigener Sache wird der 64-Jährige aber nicht machen in den anderthalb Wochen bis zur Wahl, sondern es nehmen, wie es kommt. Und da ist tatsächlich noch nichts entschieden. Denn die Stimmzettel könnten – und werden vermutlich – auch andere Namen enthalten.

Auch eine Stichwahl wäre denkbar

Der Ablauf ist dann folgender: Entfallen auf eine Person am 8. März mehr als 50 Prozent der gültigen Stimmen, würde dieser, wie die Verwaltungsgemeinschaft Rothenburg auf Anfrage der Redaktion erklärte, bei Annahme der Wahl das Bürgermeisteramt zustehen. Würde niemand auf Anhieb diese absolute Mehrheit erreichen, käme es zur Stichwahl zwischen den zwei Personen mit den meisten Stimmen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass beide hinterher bestätigen, auch zu einer solchen Stichwahl antreten zu wollen.

Sollte eine dieser beiden Personen nach dem Wahlgang am 8. März erklären, sich einem solchen Votum nicht stellen zu wollen, würde hingegen kein zweiter Wahlgang mehr stattfinden, sondern stattdessen eine komplette Neuwahl für das kommunale Leitungsamt angesetzt werden müssen, und zwar innerhalb von drei Monaten.

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