Lange Nacht der Feuerwehrjugend: Sugenheimer und Nenzenheimer übten Hand in Hand | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 07.04.2026 11:00

Lange Nacht der Feuerwehrjugend: Sugenheimer und Nenzenheimer übten Hand in Hand

Gemeinsam geübt für den Ernstfall: Die Jugendfeuerwehren aus Nenzenheim und Sugenheim bewiesen Teamgeist. (Bild: Carmen Lechner)
Gemeinsam geübt für den Ernstfall: Die Jugendfeuerwehren aus Nenzenheim und Sugenheim bewiesen Teamgeist. (Bild: Carmen Lechner)
Gemeinsam geübt für den Ernstfall: Die Jugendfeuerwehren aus Nenzenheim und Sugenheim bewiesen Teamgeist. (Bild: Carmen Lechner)

Blaulicht, Schlauchleitungen und viel Teamgeist: Bei der „Langen Nacht der Feuerwehrjugend“ am Karsamstag zeigten rund 50 Jugendliche der Feuerwehren aus Nenzenheim und Sugenheim eindrucksvoll, wie wichtig Zusammenarbeit über Orts- und sogar Bezirksgrenzen hinweg ist.

Bis in die frühen Morgenstunden wurde geübt, gelernt – und auch gemeinsam übernachtet. Schon am Morgen startete das Programm mit einem grundlegenden, aber wichtigen Thema: der technischen Hilfeleistung. „Wir haben ganz bewusst mit den Basics begonnen“, erklärt die Sugenheimer Jugendleiterin Marie Sophie Schwalme. Dazu gehörten der Umgang mit Rettungsgeräten wie Schere und Spreizer ebenso wie Erste-Hilfe-Maßnahmen und die Betreuung von verletzten Personen. „Gerade für die Jugendlichen ist es wichtig, ein solides Fundament zu haben, auf das sie im Einsatz zurückgreifen können.“

Schritt für Schritt durch Einsatzszenarien

Doch die Ausbildung blieb nicht nur theoretisch. Nach einer sportlichen Auflockerung ging es direkt weiter in die Praxis. Die Jugendlichen arbeiteten sich Schritt für Schritt durch verschiedene Einsatzszenarien – immer unter realitätsnahen Bedingungen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Wasserförderung über längere Strecken. Vom Wasseransaugen aus einem Bach bis hin zum Aufbau einer stabilen Schlauchleitung wurde der komplette Ablauf trainiert.

Der Nenzenheimer Kommandant Lukas Freyberger betonte dabei die Bedeutung solcher Übungen: „Im Einsatz zählt jeder Handgriff. Wenn die Abläufe sitzen, spart das im Ernstfall wertvolle Zeit.“ Besonders wichtig sei dabei, dass die Jugendlichen die Abläufe nicht nur in ihrer eigenen Wehr kennen, sondern auch gemeinsam mit anderen Einheiten trainieren. Genau darin lag der besondere Wert dieser Veranstaltung: Es ging um die Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg.

Berührungsängste weiter abbauen

Während Nenzenheim in Unterfranken liegt, gehört Sugenheim zu Mittelfranken. Einsätze machen jedoch vor solchen Grenzen nicht halt. „Es kann jederzeit passieren, dass wir gemeinsam alarmiert werden“, so Freyberger. „Dann müssen die Abläufe funktionieren.” Für die Jugendlichen sei es wichtig, diese Berührungsängste abzubauen. „Im Einsatz arbeiten sie mit Menschen zusammen, die sie vielleicht vorher noch nie gesehen haben. Wenn sie das hier schon üben, fällt es ihnen später deutlich leichter.“

Das könnte Sie auch interessieren
Feuerwehr-Jubiläum in Elpersdorf: Über 70 Gruppen marschierten im Festzug mitZweistündiger Feuerwehreinsatz bei Markt Nordheim: Strohhaufen stand in FlammenFeuer in Waldstück im Ansbacher Westen: Polizei geht von Brandstiftung aus150 Jahre Feuerwehr Herrieden: Ein Festzug mit 1900 Teilnehmenden als HöhepunktWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenBei Trautskirchen wurden mehrere Feuerwehren zu einem Waldbrand gerufenFeuerwehr im Einsatz bei Brand in Feuchtwangen: Müllhaufen sorgte für RauchsäuleStrohballen nahe Oberhöchstädt brennt: Erst kürzlich brannte dort ein Traktor ausEin imposanter Festzug: Mehr als 1000 Menschen schlängeln sich durch GutenstettenOldtimertreffen in Hohenau: Großer Andrang trotz wechselhaften WettersUnfall bei Markt Erlbach: Auto landet in Straßengraben und kippt umPolizei vermutet technischen Defekt: Geparkter Pkw gerät in Geslau in BrandKellersauna lichterloh in Flammen: Brand in Neusitz verursacht großen SchadenAutobahnkreuz der A6 und der A7 bei Feuchtwangen: Fahrzeug brennt komplett ausKnallrot als Uniform-Ersatz: Warnwesten für Kinderfeuerwehren im Neustädter Kreis

Dass die beiden Wehren gut harmonieren, zeigte sich auch bei der Ausstattung: Trotz unterschiedlicher Fahrzeuge ist die grundlegende Ausrüstung vergleichbar. „Die Jugendlichen können die Übungen an beiden Standorten durchführen und nehmen überall die gleichen Lerninhalte mit“, erklärt Schwalme.

Plötzlich brennt es am Landschaftssee

Ein besonderes Highlight wartete am Abend: Bei Einbruch der Dunkelheit wurde ein Löschszenario am Landschaftssee aufgebaut. Mit Beleuchtung, Einsatzleitung und mehreren Fahrzeugen simulierten die Jugendlichen einen realen Brandeinsatz. Wasser wurde aus dem Bach angesaugt und zum Brandort gefördert – ein komplexer Aufbau, der höchste Konzentration erforderte. Die nächtliche Atmosphäre sorgte zusätzlich für eine besonders realistische Übungssituation.

Am Tag war bereits in einer Siedlung ein weiteres Brandszenario geübt worden. So konnten die Teilnehmenden sowohl unter Tageslicht als auch unter erschwerten Bedingungen bei Dunkelheit Erfahrungen sammeln – ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. Nach so viel Einsatz ging es für die Jugendlichen jedoch noch nicht nach Hause. Übernachtet wurde gemeinsam im Feuerwehrhaus. Doch selbst in der Nacht blieb es spannend: In den frühen Morgenstunden wurden alle mit einem Überraschungseinsatz geweckt. Ohne lange Vorbereitungszeit mussten sie reagieren, sich organisieren und die erlernten Abläufe abrufen – ganz wie im echten Einsatz.

Für alle Beteiligten steht fest: Die „Lange Nacht der Feuerwehrjugend“ war weit mehr als nur eine Übung. Sie war ein wichtiger Schritt, um junge Menschen auf die Herausforderungen des Feuerwehrdienstes vorzubereiten – fachlich wie menschlich. „Am Ende geht es darum, dass wir im Ernstfall reibungslos zusammenarbeiten“, fasst Freyberger zusammen. „Und genau das haben die Jugendlichen hier eindrucksvoll gezeigt.“


Von CARMEN LECHNER
north