Blaulicht, Schlauchleitungen und viel Teamgeist: Bei der „Langen Nacht der Feuerwehrjugend“ am Karsamstag zeigten rund 50 Jugendliche der Feuerwehren aus Nenzenheim und Sugenheim eindrucksvoll, wie wichtig Zusammenarbeit über Orts- und sogar Bezirksgrenzen hinweg ist.
Bis in die frühen Morgenstunden wurde geübt, gelernt – und auch gemeinsam übernachtet. Schon am Morgen startete das Programm mit einem grundlegenden, aber wichtigen Thema: der technischen Hilfeleistung. „Wir haben ganz bewusst mit den Basics begonnen“, erklärt die Sugenheimer Jugendleiterin Marie Sophie Schwalme. Dazu gehörten der Umgang mit Rettungsgeräten wie Schere und Spreizer ebenso wie Erste-Hilfe-Maßnahmen und die Betreuung von verletzten Personen. „Gerade für die Jugendlichen ist es wichtig, ein solides Fundament zu haben, auf das sie im Einsatz zurückgreifen können.“
Doch die Ausbildung blieb nicht nur theoretisch. Nach einer sportlichen Auflockerung ging es direkt weiter in die Praxis. Die Jugendlichen arbeiteten sich Schritt für Schritt durch verschiedene Einsatzszenarien – immer unter realitätsnahen Bedingungen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Wasserförderung über längere Strecken. Vom Wasseransaugen aus einem Bach bis hin zum Aufbau einer stabilen Schlauchleitung wurde der komplette Ablauf trainiert.
Der Nenzenheimer Kommandant Lukas Freyberger betonte dabei die Bedeutung solcher Übungen: „Im Einsatz zählt jeder Handgriff. Wenn die Abläufe sitzen, spart das im Ernstfall wertvolle Zeit.“ Besonders wichtig sei dabei, dass die Jugendlichen die Abläufe nicht nur in ihrer eigenen Wehr kennen, sondern auch gemeinsam mit anderen Einheiten trainieren. Genau darin lag der besondere Wert dieser Veranstaltung: Es ging um die Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg.
Während Nenzenheim in Unterfranken liegt, gehört Sugenheim zu Mittelfranken. Einsätze machen jedoch vor solchen Grenzen nicht halt. „Es kann jederzeit passieren, dass wir gemeinsam alarmiert werden“, so Freyberger. „Dann müssen die Abläufe funktionieren.” Für die Jugendlichen sei es wichtig, diese Berührungsängste abzubauen. „Im Einsatz arbeiten sie mit Menschen zusammen, die sie vielleicht vorher noch nie gesehen haben. Wenn sie das hier schon üben, fällt es ihnen später deutlich leichter.“
Dass die beiden Wehren gut harmonieren, zeigte sich auch bei der Ausstattung: Trotz unterschiedlicher Fahrzeuge ist die grundlegende Ausrüstung vergleichbar. „Die Jugendlichen können die Übungen an beiden Standorten durchführen und nehmen überall die gleichen Lerninhalte mit“, erklärt Schwalme.
Ein besonderes Highlight wartete am Abend: Bei Einbruch der Dunkelheit wurde ein Löschszenario am Landschaftssee aufgebaut. Mit Beleuchtung, Einsatzleitung und mehreren Fahrzeugen simulierten die Jugendlichen einen realen Brandeinsatz. Wasser wurde aus dem Bach angesaugt und zum Brandort gefördert – ein komplexer Aufbau, der höchste Konzentration erforderte. Die nächtliche Atmosphäre sorgte zusätzlich für eine besonders realistische Übungssituation.
Am Tag war bereits in einer Siedlung ein weiteres Brandszenario geübt worden. So konnten die Teilnehmenden sowohl unter Tageslicht als auch unter erschwerten Bedingungen bei Dunkelheit Erfahrungen sammeln – ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. Nach so viel Einsatz ging es für die Jugendlichen jedoch noch nicht nach Hause. Übernachtet wurde gemeinsam im Feuerwehrhaus. Doch selbst in der Nacht blieb es spannend: In den frühen Morgenstunden wurden alle mit einem Überraschungseinsatz geweckt. Ohne lange Vorbereitungszeit mussten sie reagieren, sich organisieren und die erlernten Abläufe abrufen – ganz wie im echten Einsatz.
Für alle Beteiligten steht fest: Die „Lange Nacht der Feuerwehrjugend“ war weit mehr als nur eine Übung. Sie war ein wichtiger Schritt, um junge Menschen auf die Herausforderungen des Feuerwehrdienstes vorzubereiten – fachlich wie menschlich. „Am Ende geht es darum, dass wir im Ernstfall reibungslos zusammenarbeiten“, fasst Freyberger zusammen. „Und genau das haben die Jugendlichen hier eindrucksvoll gezeigt.“