Zum 1. Januar 2024 werden die Müllgebühren im Landkreis Ansbach aller Voraussicht nach leicht steigen. 1,5 bis 2,0 Prozent sollen es mehr werden – je nach Tonnengröße. Ein deutliches Plus von mehr als 20 Prozent ist in der aktualisierten Tabelle aber auch zu finden.
Angesichts einer Inflation, die lange fast an der Zweistelligkeit gekratzt hat, hat man sich schon ein wenig an satte Preissprünge gewöhnt. Doch bei den Abfallgebühren im Landkreis Ansbach bleibt es human.
Für die meisten Haushalte geht es um ein Plus von exakt 2,28 Euro im Jahr. Alle mit einer 60-Liter-Tonne – und das ist mit Abstand die meistgenutzte Größe im Landkreis – müssen diesen Betrag mehr bezahlen. Der Preis steigt von 153,84 auf 156,12 Euro im Jahr.
Bei den anderen Tonnengrößen ist die Steigerungsrate im ähnlichen Bereich. Das bedeutet einen Anstieg von 205,08 auf 207,96 Euro bei der 80-Liter-Tonne, 594,12 statt bisher 582,60 Euro sind es bei 240 Litern und 2605,20 statt jetzt 2563,08 Euro bei einem Müllcontainer mit 1100 Litern.
Im Gegenzug steigt auch die Erstattung um ein paar Cent, wenn man die Tonne nicht leeren lässt. Bei der 60-Liter-Tonne sind es 4,65 statt bislang 4,60 Euro, bei 80 Litern 6,19 statt 6,13 Euro. Bis zu 14 Rückvergütungen pro Jahr sind möglich. Wer das komplett ausnutzt, zahlt künftig mit der 60-Liter-Tonne 91,02 statt bislang 89,44 Euro.
Einen deutlichen Preissprung gibt es allerdings bei den Restabfallsäcken. Statt 4,30 Euro zahlt man für den 60-Liter-Beutel ab Januar 5,20 Euro. Ein Sprung nach oben um 20,9 Prozent. Linda Engelhardt vom Landratsamt begründete das damit, dass der Restabfallsack bislang „übermäßig häufig genutzt“ wurde.
Tatsächlich ist dieser derzeit günstiger als die Erstattung, die es für eine nicht abgeholte Tonne gibt. Preisfüchse holten sich also mehrere Abfallsäcke und stellten die Tonne häufiger nicht raus. 30 Cent sind zwar keine Riesenersparnis, machen sich aber in Summe beim Landkreis bemerkbar.
Dass es abgesehen von Abfallsäcken um moderate Steigerungen geht, hat damit zu tun, dass in den vergangenen drei Jahren ein Überschuss in der Gebührenkalkulation im Landkreis erwirtschaftet wurde. Zwei Millionen Euro kamen zusammen, weil die Einnahmen höher lagen als die Ausgaben. Ohne dieses Polster läge der Gebührenanstieg deutlich höher, räumte Andreas Talkovski vom Landratsamt ein. Andere Landkreise in Bayern würden zum Teil um weit mehr als 20 Prozent nach oben gehen, erklärte er.
Auf die Frage von Kreisrat Uwe Reißmann (SPD), ob denn bei der nächsten Kalkulation in drei Jahren mit einer spürbaren Erhöhung zu rechnen sei, war die Antwort eindeutig. „Eine deutliche Steigerung in vier Jahren wird kommen“, stellte Linda Engelhardt fest. Darauf können sich die Bürger also bereits jetzt einstellen.
Die Ursachen liegen in steigenden Kosten für das Personal, die Energie und die Entsorgung. Der Abfallbeseitigungsverband Ansbach hat seine Gebühren bereits angehoben. Bei den Neuausschreibungen für Papier- und Bioabfall ergibt sich ebenfalls eine klare Verteuerung, während gleichzeitig die Erlöse für die Papierverwertung sinken.
Die Kosten für die kommunale Abfallentsorgung müssen über Müllgebühren gedeckt sein. Das ist eine gesetzliche Vorgabe. Gleichzeitig dürfen die Gebühren nicht zu hoch sein, damit nicht zu viele Überschüsse entstehen. Deshalb müssen die Sätze alle drei Jahre neu berechnet werden. Bislang erfolgte das im Landkreis Ansbach in der Regel im Sommer.
Die Verwaltung legte die Kalkulation für die Jahre 2024 bis 2027 nun im Umwelt- und Abfallbewirtschaftungsausschuss des Kreistages vor. Dieser empfahl dem Kreistag einstimmig die Anhebung. Die Entscheidung dort dürfte damit eine Formsache sein.