Künftig weniger Geld für den Naturschutz in Ansbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.05.2025 10:45

Künftig weniger Geld für den Naturschutz in Ansbach

BN-Kreisvorsitzender Paul Beitzer (von rechts) mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig und den Flächenmanagern Michael Körber und Christian Schätzel auf einer Streuobstwiese an der Aumühle bei Ansbach. Die Fläche wird vom BN gepflegt und die Obstbäume dort im Frühjahr von Triesdorfer Baumwarten. (Foto: Sybille Jungwirth)
BN-Kreisvorsitzender Paul Beitzer (von rechts) mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig und den Flächenmanagern Michael Körber und Christian Schätzel auf einer Streuobstwiese an der Aumühle bei Ansbach. Die Fläche wird vom BN gepflegt und die Obstbäume dort im Frühjahr von Triesdorfer Baumwarten. (Foto: Sybille Jungwirth)
BN-Kreisvorsitzender Paul Beitzer (von rechts) mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig und den Flächenmanagern Michael Körber und Christian Schätzel auf einer Streuobstwiese an der Aumühle bei Ansbach. Die Fläche wird vom BN gepflegt und die Obstbäume dort im Frühjahr von Triesdorfer Baumwarten. (Foto: Sybille Jungwirth)

Die Mittel für Naturschutzmaßnahmen werden knapper. Das bekommt auch die Kreisgruppe Ansbach des Bund Naturschutz (BN) zu spüren. Bis vor kurzem war nicht einmal klar, ob heuer überhaupt landschaftspflegerische und naturschutzfachliche Projekte gefördert werden können.

Wiesen naturnah bewirtschaften, Hecken zurückschneiden, Streuobstbäume pflanzen, Erhaltungsmaßnahmen, Waldumbau oder Amphibienrettung können nicht mehr wie bisher durchgeführt werden, wenn es weniger Geld für den Naturschutz gibt. Die genauen Auswirkungen der Kürzungen sind noch unklar, aber die Sorge bei der BN-Kreisgruppe mit ihrem Vorsitzenden Paul Beitzer ist groß.

Im Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig fand sie bei dessen Besuch in der Geschäftsstelle einen Gast, dem die aktuellen politischen Prioritäten ebenfalls nicht gefallen. Die Staatsregierung reicht den Schwarzen Peter an den Bund weiter.

250 Hektar im Landkreis Ansbach betreut

Der Naturschutz im Freistaat fußt teilweise auf Freiwilligkeit. Statt ökologisch sinnvolle Maßnahmen vorzuschreiben, werden sie finanziell gefördert, um Anreize dafür zu schaffen. Die Kreisgruppe betreut im Landkreis etwa 250 Hektar naturschutzfachliche Flächen – im Eigentum oder gepachtet. Es handelt sich dabei um etwas mehr als 300 Einzelflächen, von denen etwa 145 gemäht werden müssen. Außerdem bewirtschaftet sie 27 Waldgrundstücke und 15 Teichflächen.

Insbesondere für die Mahd von ökologisch hochwertigen Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen ist die rund 4000 Mitglieder zählende Kreisgruppe auf Fördermittel angewiesen. Für die Pflege schwieriger Standorte und die Arbeit in Steilhanglagen seien Spezialgeräte erforderlich, um möglichst schonend auf den Flächen arbeiten zu können. Dazu kommt ein stattlicher Teil an Handarbeit.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Kreisgruppe ist die jährliche Sammlung von Amphibien während der Laichwanderung. Auch hier seien der personelle und der zeitliche Aufwand sehr hoch. Dies schlage sich letztlich in Kosten nieder, welche die Kreisgruppe ohne Fördermittel nicht bewältigen könne.

Finanzlücken bei der BN-Kreisgruppe

Michael Körber, einer der beiden Flächenmanager in der Kreisgruppe, hat ausgerechnet, welche Finanzlücken die Kürzungen reißen würden. Bislang erhielt die Kreisgruppe für die Betreuung der Amphibien-Laichwanderung eine Förderung von 70 Prozent nach den Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien (LNPR). Der Fördersatz wurde auf 50 Prozent gekürzt.

Bei anderen Fördermaßnahmen werde man Anfang Juni sehen, wenn die Förderbescheide kommen, ob auch hier die Fördersätze geringer ausfallen, so Michael Körber. Dies entscheide heuer das bayerische Umweltministerium. Dass naturschutzfachlich wichtige Maßnahmen wie Heckenpflege, Entbuschungen, Hecken- und Laubbaumpflanzungen heuer nicht über das Landschaftspflegeprogramm gefördert werden können, darunter leidet nicht nur der BN, sondern auch seine Partnerverbände wie der Landschaftspflegeverband Mittelfranken und der Landesbund für Vogelschutz.

Für 2025 hat die Kreisgruppe vier Anträge für die Amphibiensammlung mit einem Gesamtvolumen von 137.500 Euro gestellt. Bei 70 Prozent Förderung läge der Zuschuss bei etwa 96.000 Euro, bei 50 Prozent nur noch bei knapp 69.000 Euro. Für die Pflege von Naturschutzgebieten seien in diesem Jahr Kosten in Höhe von 35.000 Euro kalkuliert.

Zuletzt lag der Zuschuss bei 90 Prozent. Das wären 31.500 Euro. Bei einer Kürzung auf 70 Prozent reduziere sich der Zuschuss auf 24.500 Euro. „Vielleicht wird sogar noch mehr runtergekürzt“, befürchtet Michael Körber. In den letzten Jahren hatte die Kreisgruppe einen relativ ausgeglichenen Haushalt bei einem Volumen von rund 300.000 Euro. Zuwendungen der Natur- und Umweltstiftung im Landkreis Ansbach, Spenden und gemeinnützige Freiwilligenarbeit halfen dabei.

Einschnitte in der Jugendbildungsarbeit

Vorstand Paul Beitzer rechnet damit, dass das Geld künftig noch knapper wird. Simone Schmalfuß, eine der beiden Umweltpädagoginnen in der Kreisgruppe, sieht als Folge auch Einschnitte in der Jugendbildungsarbeit für Kindergartenkinder und Grundschüler.

Die Kreisgruppe hat sich nach der Ära Helmut Altreuther neu aufgestellt und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Mit zwei Flächenmanagern hat man die Aktivitäten für mehr Artenvielfalt im Landkreis noch verstärkt. Mit finanzieller Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds, eine Stiftung des Freistaates, kann die Kreisgruppe weitere Flächen für Natur und Landschaft ankaufen und entwickeln.

Ein Landwirt möchte durch Konflikte mit Biberaktivitäten eine Fläche bei Leutershausen loswerden. Die Kreisgruppe sieht die Möglichkeit, die Fläche anzukaufen, um dort den Biotopkomplex zu vergrößern.

In der Nähe von Dennenlohe wurde der Kreisgruppe ein weiteres Grundstück angeboten. Es soll aus der bisherigen Nutzung herausgenommen und dauerhaft als Sukzessionsfläche gesichert werden, auf der sich die Vegetation und die Tierwelt natürlich entwickeln können.


Von Silvia Schäfer
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