Ausgediente Möbel, Paletten oder gar Autoreifen haben auf Osterfeuern nichts verloren. Doch neben Astwerk, das beim Frühjahrsschnitt im Garten anfällt, wird bisweilen auch allerlei Abfall illegal in den Reisighaufen entsorgt – das Brauchtum wird zum Problem. Die Stadt Leutershausen (Landkreis Ansbach) ist auf dem Weg zu einer Lösung.
Bei kaum einem Thema lodern die Emotionen so hoch wie beim Osterfeuer – das zeigte sich auch in den jüngsten Bürgerversammlungen in Leutershausen. Dass der Stadtrat das traditionsreiche Abfackeln in geregeltere Bahnen lenken möchte, sorgte für teils erboste Kommentare. Der Kern der vor knapp einem Jahr ins Auge gefassten Neuregelung: Nur wo es einen örtlichen „Kümmerer“ gibt, dürfen künftig noch Osterfeuer stattfinden. 500 Euro stehen für jede Feuerstelle pauschal zur Verfügung – die Entsorgungskosten für Asche und Schlacke inklusive.
Denn das Beseitigen der Reste der 16 Osterfeuer im Stadtgebiet läpperte sich für die Kommune auf eine erkleckliche Summe. Rund 12.000 Euro habe man zuletzt für Deponiegebühren und Transport aufgewandt, erklärte Bürgermeister Markus Liebich – die Personalkosten des Bauhofes noch gar nicht mitgerechnet.
Grund genug also, den Wildwuchs einzudämmen – doch der Vorstoß wurde mancherorts als drohender Todesstoß für das Gemeinschafts-Spektakel an Ostern betrachtet. „Der Beschluss des Stadtrates ist kein Bestreben, Osterfeuer zu unterbinden. Wir wollen Tradition und Brauchtum bewahren“, betonte das Stadtoberhaupt, als nun fast zwei Dutzend potenzielle „Kümmerer“ im Rathaus zu einer Informationsrunde zusammenkamen. „Wir wollen miteinander einen Weg finden, dass die Feuer stattfinden können“, hob Liebich mehrfach hervor.
Er stellte auch fest: „In den allermeisten Ortsteilen funktioniert das tadellos.“ Probleme gebe es vor allem an Plätzen in Randlage, die schwer einsehbar sind. Was die heimliche „Müllverbrennung“ angeht, seien die meisten Bürger aber inzwischen „sensibilisiert“.
In der gut einstündigen Versammlung wurde deutlich: Beim Umsetzen der Auflagen für die Osterfeuer – unter anderem gibt es Vorgaben des Landratsamtes – ist Pragmatismus gefragt. „Man kann den Platz nicht 24 Stunden im Auge behalten“, machte Hauptverwaltungsleiter Jürgen Ruppert klar. Und hermetisch abriegeln lassen sich die Feuerstellen ebenfalls nicht. Lande doch einmal Abfall auf einem der Haufen, könne man ihn kostenlos im Wertstoffhof abliefern, lautete die Zusage.
Für 14 Osterfeuer auf öffentlichen Flächen hätten sich bereits „Kümmerer“ gefunden, so Ruppert. Für Büchelberg, Eckartsweiler, Lengenfeld und Röttenbach können sich noch Freiwillige melden.
Ihre Aufgabe ist es, die auf 14 Tage vor dem Abbrennen (heuer zwischen 8. und 10. April erlaubt) beschränkte Anlieferung zu überwachen. Sind die Feuer verglimmt, müssen die örtlichen Beauftragten die Beseitigung der Überreste organisieren – gegen einen Nachweis, wie Ruppert betonte. Die Kosten pro Tonne, die von der 500-Euro-Pauschale abgehen, bezifferte er auf 200 bis 250 Euro.
Ob die neue Regelung in der Praxis funktioniert, werde man nach Ostern prüfen, versprach der Bürgermeister: „Nach der Saison schauen wir uns an, wie es gelaufen ist.“