Dass die rund 1,2 Kilometer lange Straße zwischen Leuzenbronn und Schnepfendorf fertig saniert ist, freut die Leuzenbronner und Schnepfendorfer sehr. Im September war sie eröffnet worden – doch jetzt wurde Kritik in der Bürgerversammlung in Leuzenbronn laut.
Schwierigkeiten gebe es beim Einbiegen von Feldwegen, weshalb darüber nachgedacht werde, die Geschwindigkeit auf der Durchgangsstraße auf 70 Kilometer pro Stunde zu beschränken.
Dazu kommt: Weil das Gefälle auf der neuen Straße falsch angelegt sei, würde Regenwasser nicht in den dafür vorgesehenen Schacht abfließen, sondern im Acker stehenbleiben. Mit dem Tiefbauamt solle über eine eventuelle mögliche Reklamation nachgedacht werden. „Seenlandschaften“ seien auf einem Acker entstanden, weil versehentlich die Drainage nicht angeschlossen worden sei. Das werde auf jeden Fall bald erledigt, hieß es hierzu vonseiten der Stadtverwaltung.
Zu Beginn der Versammlung hatte Stadtrat und Leuzenbronner Hermann Uhl (FRV) lobende Worte für die Leuzenbronner gefunden: „In unserer Gemeinde werden der Gemeinschaftsgedanke und das Ehrenamt noch großgeschrieben“, meinte er. „Das sind oft ganz banale Dinge, die bei uns noch funktionieren.“
Uhl dankte den Vereinen, der Freiwilligen Feuerwehr und den Zeitungsausträgern. Wenn jemand in Not gerate, sei die Nachbarschaftshilfe immer noch ein großes Plus auf dem Land. Ein großes Problem sei allerdings der fehlende öffentliche Personennahverkehr. Er erinnerte an eine Flüchtlingsfamilie mit kleinen Kindern, die im ehemaligen Leuzenbronner Pfarrhaus untergebracht werden konnten – für die aber schon nach wenigen Wochen gerade deshalb anderswo eine Unterkunft gesucht werden musste.
Und auch wenn schon wieder Kritik laut geworden sei, dankte Uhl noch einmal allen Beteiligten für die Fertigstellung der neuen Straße von Leuzenbronn nach Schnepfendorf.
Er begrüßte neben Oberbürgermeister Dr. Markus Naser auch Roland Pfaffelhuber, den Leiter des Amtes für Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Soziales, sowie Kämmerin Andrea Gackstatter, Andreas Walther (Finanzverwaltung), Andreas Singer, den stellvertretenden Leiter des Stadtbauamtes, sowie Abfallmanagerin Gudrun Berger. Andreas Singer vom Stadtbauamt zum Beispiel stellte in Vertretung von Stadtbaumeister Michael Knappe eine Machbarkeitsstudie für den Schrannenplatz und die Schrannenscheune vor. Zu den möglichen Kosten ergänzte der Oberbürgermeister: „Wenn wir genug Geld hätten, wäre das machbar.“
Die wegen Kanalbauarbeiten vorgesehene Sperrung der Spitalgasse habe sich eventuell bereits erledigt, denn laut Naser liegen die Ausschreibungsergebnisse 70 Prozent über dem Kostenrahmen. „Damit wird sich der Stadtrat in der nächsten Sitzung noch einmal beschäftigen müssen“, meinte er. Singer erwähnte auch das neue Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr in Bettenfeld: „Es ist ein einfaches Funktionsgebäude mit Pultdach und ohne Schnörkel.“ Die Kosten für den Neubau mit zwei Stellplätzen lägen bei rund 1,2 Millionen Euro.
Der Oberbürgermeister berichtete in Vertretung für Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler. Er sprach über „UFFRUR! on the road“ – eine historisch-komische Roadshow, die sich auf eine Reise durch die Gebiete des deutschen Bauernkriegs vor 500 Jahren begebe.
Die Show mache Station an zentralen Orten des „Bauernkriegs von besonderer Relevanz für die Ereignisse von 1524/25. Im Gedenkjahr 2025 werde sie neben Memmingen auch in Rothenburg zu Gast sein. „Sie erinnert an die historischen Ereignisse und greift aktuelle Fragen zu Freiheit und Demokratie auf.“
Naser wies auch darauf hin, dass aktuell im Hotelbereich deutlich weniger verdient werde, während der Umsatz bei den Tagesgästen erheblich gestiegen sei.
Die guten Gewerbesteuer-Einnahmen von 2022 seien im Jahr 2023 „ganz massiv“ zurückgegangen. Der Schuldenstand werde sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen. „Wir werden uns nicht einmal mehr alle städtischen Pflichtaufgaben leisten können“, so Naser.
Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass weitere Straßenabschnitte dringend saniert werden müssten. Doch der Oberbürgermeister konnte keine Hoffnung machen: „Erst wenn in Rothenburg die Adam-Hörber-Straße und die Schweinsdorfer Straße fertig sind, können wir wieder über solche Wünsche reden.“
Besser sieht es mit der Anregung aus, an der Doppelbrücke Verkehrsspiegel nach oben und nach unten anzubringen. Roland Pfaffelhuber wird die Anfrage an das Staatliche Bauamt weitergeben beziehungsweise um Veranlassung einer Verkehrsschau bitten.
Und wieder kam das Thema Müllentsorgung zur Sprache. Abfallmanagerin Berger erklärte, dass die Gebühren sehr viel niedriger geworden seien – mit Sicherheit deutlich günstiger als bei der Stadt Rothenburg. Ein Zuhörer beklagte jedoch, dass man die vielen Windeln für Babys oder pflegebedürftige Menschen nicht entsorgen könne. Die Antwort: „Wenn der Bedarf wirklich so groß ist, dann müssen Sie sich eben eine größere Mülltonne bestellen. Man kann sich auch für 5,20 Euro weitere Müllsäcke zukaufen.“
Zu den Klagen über die Grüngut-Entsorgung sagte der Oberbürgermeister: „Jetzt kommt doch eine Nachbesserung. Wir denken intensiv über digitales Bezahlen und über eine Freimengen-Regelung für Privatleute nach.“