Kostenlose Beratung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz in Obernzenn | FLZ.de

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Veröffentlicht am 16.11.2025 19:06

Kostenlose Beratung für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz in Obernzenn

Ein engagiertes Team unterstützt bei vielen Problemen im oft herausfordernden Pflegealltag (von links): Einrichtungsleiter Thomas Stepper, die Pflegefachkräfte Michael Körber und Monika Eberlein sowie Diakoneo-Regionalleiterin Laura Wiesinger.  (Foto: Yvonne Neckermann)
Ein engagiertes Team unterstützt bei vielen Problemen im oft herausfordernden Pflegealltag (von links): Einrichtungsleiter Thomas Stepper, die Pflegefachkräfte Michael Körber und Monika Eberlein sowie Diakoneo-Regionalleiterin Laura Wiesinger. (Foto: Yvonne Neckermann)
Ein engagiertes Team unterstützt bei vielen Problemen im oft herausfordernden Pflegealltag (von links): Einrichtungsleiter Thomas Stepper, die Pflegefachkräfte Michael Körber und Monika Eberlein sowie Diakoneo-Regionalleiterin Laura Wiesinger. (Foto: Yvonne Neckermann)

Die im Mai eröffnete Einrichtung für Menschen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen, das Diakoneo-Haus „Für und Miteinander Sorge tragen“, bietet seit kurzem auch Beratung für pflegende Angehörige sowie Vorträge an.

Der nächste Termin zum Thema „Herzensnah. Menschlich. Verbunden. Menschen mit Demenz neu begegnen – Beziehung stärken statt Verhalten bewerten“ findet am 19. November ab 15 Uhr in der Weiherstraße 15 statt. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Das „Haus Für und Miteinander Sorge tragen“ bietet Platz für 60 Bewohnerinnen und Bewohner. Gefördert wurde die Einrichtung aus dem Topf „Pflege im sozialen Nahraum“ des Freistaats. Das Ziel des Programms ist die Stärkung von Angeboten im ländlichen Raum, so dass Menschen in der letzten Lebensphase möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Damit verbunden sind eine Öffnung für die Bevölkerung und eine Vernetzung mit der Standortgemeinde.

Genauer Blick auf die individuelle Situation

Deswegen wurde unter anderem die Anlaufstelle für pflegende Angehörige geschaffen. Diese ist mit zwei Pflegefachkräften in Teilzeit besetzt, die ausdrücklich nicht nur für die Familien der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern für alle da sein wollen, die Hilfe und Unterstützung suchen. Besprochen werden können die vielen Herausforderungen im Leben Pflegender und Pflegebedürftiger, wie zum Beispiel Fragen zu den Leistungen der Pflegeversicherung, zum Umgang mit demenziellen oder körperlichen Erkrankungen und Einschränkungen, aber auch mit Stress, Druck, Ängsten und Sorgen.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es keinen Standardfall gibt. Jeder Pflegebedürftige und sein familiäres Umfeld sind anders“, erläutert Pflegefachkraft Michael Körber. „Deswegen stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt und gehen auf die individuelle Situation ein.“ Gemeinsam sei den Pflegenden seiner Erfahrung nach aber eine starke Belastung durch den Pflegealltag sowie ein Gefühlsmix aus Verantwortungsbewusstsein, schlechtem Gewissen und Überforderung. Damit müssten die Betroffenen nicht allein bleiben.

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Hilfe gibt es auch am Telefon

An diesem Punkt setzt auch die im Oktober gestartete Vortragsreihe mit Katrin Beckmann, Demenzcoach und Autorin aus Ansbach, an. Am ersten Termin ging es um Stressbewältigung. Nach dem November-Angebot zur Beziehungsstärkung zwischen Pflegebedürftigem und Angehörigen lautet die Überschrift im Dezember „Achtsamkeit, die trägt. Wie Selbstfürsorge zur inneren Kraftquelle wird.“

Wie die Diakoneo-Regionalleiterin Laura Wiesinger und Einrichtungsleiter Thomas Stepper berichten, habe man im Vorfeld der Konzeptentwicklung intensiv den Kontakt zur Gemeinde gesucht. „Beispielsweise haben wir viele Gespräche mit der Seniorenbeauftragten und Initiatorin der Nachbarschaftshilfe, Sylvia Crane, geführt, die uns wertvolle Informationen über die Situation in Obernzenn gegeben hat“, sagt Laura Wiesinger. Dies habe man mit einbezogen. Genau hier liege die Stärke des Angebots, das sich als Ergänzung bestehender Anlaufstellen in der Region sieht, ergänzt Stepper: „Wir können flexibel und aktiv auf den Bedarf eingehen.“

Derzeit sei die Nachfrage aus dem Ort zwar noch etwas verhalten. Damit habe man jedoch gerechnet, denn das sei erst einmal nicht ungewöhnlich. „Wir bleiben am Ball und haben Geduld“, sagen Wiesinger und Stepper.

Pflegefachkraft Michael Körber und seine Kollegin Monika Eberlein sind jeden Mittwoch von 10 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer 09844/978962 erreichbar. Interessierte könnten auch gerne einfach vorbeikommen. Dass an der Tür geklingelt werden muss, gehört zum Konzept einer beschützenden Einrichtung für demenziell Erkrankte. Davon sollten sich Hilfesuchende nicht abschrecken lassen, Gäste seien herzlich willkommen. „Uns ist außerdem bewusst, dass pflegende Angehörige die Pflegebedürftigen in vielen Fällen nicht so leicht allein lassen können“, sagt Michael Körber. Deswegen könne man auch zu den Menschen nach Hause kommen.


Von YVONNE NECKERMANN
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