Kormoran und Starkregen: Probleme für Teichwirte in der Region | FLZ.de

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Veröffentlicht am 29.04.2024 09:00

Kormoran und Starkregen: Probleme für Teichwirte in der Region

Karpfenteiche gehören zur Westmittelfränkischen Kulturlandschaft dazu. Die Techwirte werden aber immer weniger. (Foto: Diane Mayer)
Karpfenteiche gehören zur Westmittelfränkischen Kulturlandschaft dazu. Die Techwirte werden aber immer weniger. (Foto: Diane Mayer)
Karpfenteiche gehören zur Westmittelfränkischen Kulturlandschaft dazu. Die Techwirte werden aber immer weniger. (Foto: Diane Mayer)

Die Zahl der Teichwirte ist rückläufig, Kormoran und Starkregenereignisse stellen die verbleibenden Mitglieder des Fischerzeugerrings Mittelfranken vor immer mehr Herausforderungen. Und doch haben sie Gründe, positiv in die Zukunft zu blicken.

Das wurde bei der Jahresversammlung in Birnbaum (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) deutlich. Welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, erfuhren rund 60 Mitglieder im Vortrag von Dr. Helmut Wedekind, Leiter des Instituts für Fischerei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Kampf gegen Otter geht weiter

Im vergangenen Jahr sei „viel passiert“, erklärte zuvor Landtagsabgeordnete Gabi Schmidt in ihrer Funktion als Vorsitzende des Fischerzeugerrings Mittelfranken. So sei der Vorstand im Amt bestätigt worden, gleichzeitig gehe der „Kampf“ gegen den Otter weiter. Die Vorsitzende kritisierte, dass „viele Arten nicht unter dem Schutz einer einzigen leiden“ dürften. In der Region seien Gerüchten zufolge bei Mailach (nahe Uehlfeld) Fraßspuren gefunden worden. „Wir machen weiter und arbeiten eng mit Politik, Fischerei und Jägern zusammen. Wir sind auf einem guten Weg und hoffen, dass sich bald etwas tut.“

Gleichzeitig appellierte Schmidt an die Teichwirte, sämtliche Schäden zu melden und genau Buch zu führen. „Ihr könnt das gerne auch in Kopie an uns als eure Vorstandschaft weiterleiten. Doppelt hält besser und wir können so gebündelt weiter unser Anliegen verfolgen“, betonte die Vorsitzende.

Massiver Beitrag zum Kleinklima

Auf die Karpfenteichwirtschaft in ihrer Gesamtheit ging Helmut Wedekind in seinem kurzweiligen Vortrag ein. So gebe es in Bayern 44.000 Karpfenteiche mit einer Wasserfläche von 15.500 Hektar. „Die Teiche sind ein wesentliches Element der Landschaft. Sie bieten eine unheimliche Wasserfläche und Reservoir und liefern einen massiven Beitrag zum Kleinklima“, betonte er. „Man kann sich selbst ausrechnen, dass es immer wichtiger wird, dass die Teiche Wasser halten.“ Das sei auch das Pfund, dass die Teichwirte vorweisen könnten.

Dennoch zeichne sich eine klare Tendenz ab: Gab es im Jahr 2015 noch 1820 erfasste Betriebe, so sank diese Zahl im Jahr 2022 auf nur noch 1162. Dementsprechend sank in Sachen Menge auch die Zahl von 2127 Tonnen Karpfen im Jahr 2015 auf 1743 Tonnen im Jahr 2022. „Das ist eigentlich widersinnig. Denn die heimische Aquakultur ist die Lösung für viele Probleme“, so der Referent.

Geringe Absatzpreise und mangelnde Wirtschaftlichkeit

Als konkrete Problemfelder der bayerischen Karpfenteichwirtschaft nannte der Experte „hohe Fischverluste durch Prädatoren“ (Fischotter, Kormoran und Reiher), den „Wassermangel, ungenügende Wasserqualität und Extremwetterereignisse infolge des Klimawandels“ sowie geringe Absatzpreise und mangelnde Wirtschaftlichkeit. Das stehe „komplett konträr zum Beitrag der Karpfenteichwirtschaft zur Erhaltung bedrohter Arten“.

Dennoch gebe es in schweren Zeiten Grund zur Hoffnung: Auch Wedekind forderte, wie bereits Schmidt, zur „nachhaltigen Führung der Teichbücher“ auf. Nur so könnten die Schäden entsprechend geltend gemacht werden. „Unser Ziel für die Zukunft muss es sein, mehr in die Öffentlichkeit zu gehen. Wir müssen die Leute über unsere Nachhaltigkeit aufklären und für regionale Produkte werben“, betonte der Referent.


Von Volker Raab
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