Ist das Kunst, oder kann das weg? Oder in diesem Fall: Muss das überhaupt hin? Der Stadtrat Heilsbronn führte eine kontroverse Diskussion über die Notwendigkeit einer Skulptur am Ortseingang der Stadt.
Es geht um die Verschönerung des Kreisverkehrs in der Ansbacher Straße. Der Stadtrat beschloss bereits vor einer Weile die Errichtung einer Skulptur mitten auf dem Kreisel, um ihn attraktiver zu gestalten. In der jüngsten Sitzung stellten die Verwaltungsmitarbeiter den aktuellen Finanzrahmen dafür vor.
Die Kosten für die Skulptur des Künstlers Thomas Röthel belaufen sich auf 43.000 Euro, dazu kommen Tiefbau- und Montagekosten von rund 47.000 Euro, um die tonnenschwere Skulptur ordentlich im Boden zu verankern. Das macht eine Gesamtsumme von 90.000 Euro.
Diese Zahl rief einige Kritiker im Stadtrat auf den Plan, die die Aufstellung des Kunstwerkes zu diesem Preis nicht nachvollziehen können. Eigentlich wollte der Stadtrat nur über einen neuen Standort bestimmen, da die Aufstellung im Kreisverkehr eine längere Sperrung erfordern würde, was nicht sinnvoll sei, so die Verwaltung.
Deshalb schlug das Rathaus in Absprache mit dem Künstler und dem zuständigen Ausschuss und nach einer Ortsbegehung den Platz links vor dem Kreisverkehr, von Ansbach kommend, vor. Doch das Gremium schweifte schnell ab, und eine Grundsatzdiskussion über die Notwendigkeit einer solch teuren Skulptur nahm ihren Lauf. Es gebe keinen schriftlichen Kaufvertrag. Ob die Stadt dann überhaupt zur Abnahme verpflichtet sei, lautete eine Frage. Außerdem habe man noch keinen Bürger finden können, der das Kunstwerk schön finde, so andere Stimmen aus dem Gremium.
Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer betonte, dass der letzte Stadtrat den Beschluss zur Abnahme der Skulptur gefasst habe und die Stadt nun beim Künstler im Wort stehe. Außerdem sei Kunst Ansichtssache. Unterstützende Stimmen sahen den Künstler als Vertragspartner, dem man verpflichtet sei. Man dürfe Kunst nicht schlechtreden, nur weil sie einem persönlich nicht gefalle oder man sie nicht verstehe, hieß es. Außerdem stelle das Werk den Abschluss einer Kunstmeile dar, die sich durch die Stadt ziehe.
Die Abstimmung über den neuen Standort ging schließlich mit elf zu neun Stimmen für die Verlegung an den Straßenrand aus. Das Gremium einigte sich, den Kreisverkehr pflegeleicht zu gestalten – etwa mit einer Wildblumenwiese.