Kommunalwahl in Hemmersheim 2026: Nur ein Bürgermeister-Kandidat auf dem Zettel | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.01.2026 17:10

Kommunalwahl in Hemmersheim 2026: Nur ein Bürgermeister-Kandidat auf dem Zettel

Alexander Derrer tritt bei den Kommunalwahlen als Bürgermeisterkandidat an. (Foto: Gerhard Krämer)
Alexander Derrer tritt bei den Kommunalwahlen als Bürgermeisterkandidat an. (Foto: Gerhard Krämer)
Alexander Derrer tritt bei den Kommunalwahlen als Bürgermeisterkandidat an. (Foto: Gerhard Krämer)

Viele junge Leute wollen in der Gemeinde Hemmersheim künftig Verantwortung übernehmen. Das Durchschnittsalter beträgt nicht ganz 39 Jahre, das deutlich jüngste im gesamten Landkreis (Kreisdurchschnitt liegt bei knapp 45 Jahre).

Mit Karl Ballmann geht ein langgedienter Bürgermeister in den kommunalpolitischen Ruhestand. Mit ihm hören aber auch sechs Gemeinderäte auf. Nur Manuel Lehner (Wählergemeinschaft Gülchsheim) kandidiert erneut, ebenso wie Alexander Derrer (Liste Lipprichhausen), der aber nur für das Amt des Bürgermeisters. 22 der 32 Nominierten waren 2020 nicht am Start – eine ziemlich hohe Neulingsquote von nicht ganz 70 Prozent.

Es sind vier Listen am Start mit insgesamt 32 Nominierten, darunter sind 20 Männer und zwölf Frauen, das bedeutet eine Frauenquote von 37,5 Prozent; die Frauenquote aller Ratslisten im Landkreis beträgt 31 Prozent.

2020 war das Kandidatenfeld deutlich älter und weniger weiblich

Zum Vergleich: Vor sechs Jahren waren es die gleichen vier Listen mit 30 Nominierten, darunter 24 Männer und sechs Frauen. Die Frauenquote lag damals bei 20 Prozent (etwas deutlich unter dem Landkreisdurchschnitt aller Listen von 27,7). Das Durchschnittsalter der Kandidierenden betrug 2020 knapp 44 Jahre.

In drei der vier Ortsteile wurde Alexander Derrer nominiert. Da er sich in seinem Wohnort Lipprichhausen zuerst nominieren lassen wollte, hatte sich der 52-Jährige in Gülchsheim bei der Nominierungsversammlung nicht zur Wahl gestellt.

Das könnte Sie auch interessieren
Sitzungsgeld im Vergleich: Das „verdienen” Stadt- und Gemeinderäte im Kreis NeustadtRatsneuling Michael Seybold wird in Gebsattel gleich dritter BürgermeisterWilburgstetten: Gemeinderat gibt grünes Licht für geplanten GenerationenwohnparkNeue Wanderwege in der Gemeinde Simmershofen: Viel Natur für die ganze FamilieWassertrüdinger CSU reflektiert Wahl: Weniger Sitze, aber weiter stärkste FraktionAbschied nehmen auf der Burg von ColmbergMehr Sicherheit in Betzendorf: Stadtrat stimmt Verkehrsinseln zuInsinger Gemeinderat startet: Ein Neuer wird gleich zweiter BürgermeisterWie im Stadtwald von Burgbernheim kleine Bäume vor Verbiss geschützt werdenPersonelle Neuausrichtung beim Bürgerbündnis Stadt und Land WassertrüdingenAbschied und Willkommen im Gemeinderat Ohrenbach: Fünf Neugewählte vereidigtGlasfaser für 45 weitere Adressen in Neuendettelsau: Was das die Kommune kostetNach Streit um Heizkraftwerk: Nahwärmenetz für Rügland nimmt eine weitere HürdeMit Flohmarkt und Blaulicht-Einblicken: Freibad-Eröffnung in LichtenauBeim Dorfgemeinschaftshaus Oberscheckenbach hat der Feuerwehrteil Priorität

Seit er in Lipprichhausen zuhause ist, engagiert er sich im Ort. Er sei angesprochen worden, ob das Bürgermeisteramt etwas für ihn wäre. Als Gemeinderat hat er nun bald sechs Jahre Erfahrung gesammelt, das Bürgermeisteramt hat für ihn etwas Reizvolles. „In Hemmersheim kann man viel machen, viel bewegen“, sagt er gegenüber der Redaktion. Er freut sich, dass viele junge Menschen kandidieren und hofft, dass in das bisherige reine Männergremium Frauen gewählt werden.

Das Wir-Gefühl soll wachsen

Für und um das Amt hat er sich viele Gedanken gemacht. Derrer möchte das Wir-Gefühl stärken, die Ortsteile miteinander vernetzen. Dem 52-Jährigen schweben zum Beispiel gemeinsame Veranstaltungen vor. Die ortsübergreifende Jugendfeuerwehr sieht er als tolles Beispiel an.

Ganz wichtig für ihn sind Transparenz und Kommunikation. Die Entscheidungen im Rat müssten für alle nachvollziehbar sein. Alles soll publik gemacht werden, um die Leute mitzunehmen.

Nutzen will er die Kompetenzen vor Ort, zum Beispiel bei den Themen Hochwasserschutz, Abwasser oder ökologische Maßnahmen. Dafür könnte er sich als Fan von Work-Shops solche vorstellen. Leute miz Fachwissen könnten in Arbeitsgruppen zusammenkommen. Außerhalb der Amtsstunden und Bürgerversammlungen stellt er sich abwechselnd in den Ortsteilen monatliche Sprechstunden mit den örtlichen Gemeinderäten vor.

Die Gemeinde soll handlungsfähig bleiben

Zum anderen steht die Gemeinde vor der Herausforderung einer zukunftssicheren Abwasserentsorgung. Dabei müsse die Finanzierung für jeden tragbar sein. Mit Blick auf die Finanzen der Gemeinde spricht er von einer strategischen Steuerung, denn „wir wollen ja handlungsfähig bleiben“.

Denn erhalten werden müsse auch die Infrastruktur. Wasserleitungen, Kanäle, Straßen – da werde viel Geld benötigt. Dazu soll eine Prioritätenliste erarbeitet werden.

Auch denkt er an den Aufbau eines kommunalen Bauhofs, wobei eine interkommunale Lösung ideal wäre. Ebenso wichtig ist für ihn die Innenentwicklung. Auch um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel wegen des Schwerlastverkehrs, und um die Lebensqualität der Menschen gilt es sich zu kümmern.

Entspannung findet der Bürgermeisterkandidat mit seiner Familie. Und dann hat der Imker ja noch seine Bienen.

Die Ausgangslage in Hemmersheim

  • Amtierender Bürgermeister:Karl Ballmann (Freie Wählergemeinschaft Pfahlenheim)
  • Aktueller Gemeinderat (8 Sitze):
    Freie Wählergemeinschaft Hemmersheim: 3
    Wählergemeinschaft Gülchsheim: 3
    Freie Wählergemeinschaft Pfahlenheim: 1
    Liste Lipprichhausen: 1
  • Fürs Bürgermeisteramt ist nominiert: Alexander Derrer (Liste Lipprichhausen, FW Hemmersheim, FW Pfahlenheim)
  • Für den Gemeinderat sind 32 Personen nominiert (20 Männer / 12 Frauen):
    FW Hemmersheim: 8 (7/1)
    Wählergemeinschaft Gülchsheim: 8 (5/3)
    FW Pfahlenheim: 8 (3/5)
    Liste Lipprichhausen: 8 (5/3)


Von Gerhard Krämer [GERHARD KRÄMER] (kraemergerhard@t-online.de)
north