Auf einen Wahlkampf im landläufigen Sinne muss sich Jörg Rabenstein, der sich in Ergersheim ums Bürgermeisteramt bewirbt, nicht einstellen: Er tritt als einziger Kandidat an und wurde von den beiden in Ergersheim und seinen drei Ortsteilen maßgeblichen Wählergemeinschaften bei deren Nominierungsversammlungen einstimmig als nominiert.
Rabenstein soll die Nachfolge von Dieter Springmann antreten, der sich nicht um eine dritte Amtszeit bewirbt. Auch der stellvertretende Bürgermeister Dieter Förster und die Gemeinderäte Walter Bilke, Roland Oppelt und Kurt Schmidt ziehen sich – nach jeweils zwei Legislaturperioden – ins Privatleben zurück. Damit scheiden fünf bewährte Kommunalpolitiker aus dem Ergersheimer Gemeinderat aus, deren Nachfolger oder Nachfolgerinnen in große Fußstapfen treten müssen.
Insgesamt werden das die 27 Nominierten, darunter 20 Männer und sieben Frauen versuchen, die sich jetzt zur Wahl stellen. Ihr Durchschnittsalter beträgt in etwa 44 Jahre, der jüngste Kandidat ist 19, der älteste 75.Damit liegt Jörg Rabenstein voll im Trend mit seinen 46 Jahren.
Eine Bedingung für seine Kandidatur hatte Jörg Rabenstein gleich bei der Nominierung gestellt: „Ich trete nur als ehrenamtlicher Bürgermeister an, denn ich will meinen Beruf als Agrarbetriebswirt nicht ganz aufgeben. Außerdem finde ich, dass die Gemeinde die 50.000 Euro, die ein Hauptamtlicher pro Jahr in etwa kostet, für andere Investitionen verwenden kann. Ich bin mir aber bewusst, dass ein Bürgermeister alleine nicht allzu viel bewegen kann, dazu gehört immer ein Team, das hinter ihm steht“.
Für die Zeit nach der Wahl, hat er bereits ein recht sportlich klingendes Programm zusammengestellt: „Zuerst will ich mit dem neu zusammengesetzten Gemeinderat in Klausur gehen, um die zeitliche Inangriffnahme der anstehenden Projekte in Ruhe besprechen zu können“.
Im Einzelnen seien dies unter anderem, die Wasserversorgung für Ergersheim und Ermetzhofen mithilfe von RZWas-Fördermitteln zu erneuern, den Glasfaserausbau im Altort weiter voranzubringen, das alte Schulhaus in Seenheim zu einem Dorfgemeinschaftshaus umzubauen sowie das in Neuherberg zu sanieren, das Neubaugebiet „Im Pfaffengrund“ mithilfe einer Erschließungsträgergesellschaft voranzubringen und den Hochwasserschutz für Ermetzhofen über das Programm „boden:ständig“ voranzutreiben. Hoffen müsse man dabei, dass für die meisten Projekte auch Fördergelder aufzutreiben sind.
„Außerdem plädiere ich dafür, dass die Gemeinde keine weiteren Immobilien mehr kauft, denn das können wir uns schlicht nicht mehr leisten, auch in Ergersheim wachsen die Bäume (finanziell) leider nicht mehr in den Himmel, aber gemeinsam packen wir es.“
Bei der anstehenden Neubesetzung des Ratsgremiums wollen erstmals auch die Grünen ein Wort mitreden. Sie treten mit einer vierköpfigen Liste an. Diese wird auf den Stimmzetteln sogar als erste genannt. Der Grund dafür liegt in einer bayernweit zentralen Vorgabe für die Listenreihungen; diese räumt den im Landtag vertretenen Parteien einen Vorrang ein.
Dass es die Ökopartei tatsächlich in den Rat schafft, gilt als wahrscheinlich. Da es bei den Kommunalwahlen keine Fünf-Prozent-Hürde gibt und das Sitzverteilungsverfahren den kleinen Parteien entgegenkommt, genügen etwas mehr als vier Prozent der Stimmen für einen Sitz im zwölfköpfigen Rat.