Nominierung des Bürgermeisterkandidaten und ein Antrag auf Namensänderung: Das waren die beiden Hauptthemen der Jahresversammlung der Freien Wähler Heilsbronn am Montagabend. In beiden Fällen gaben die Mitglieder ein eindeutiges Votum ab.
So richtig überraschend war es nicht, dass die Wahl – ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung – auf Sebastian Buhl fällt. Er war der einzige Kandidat, der zu Wahl stand. „Ich habe Lust darauf, erneut als Kandidat anzutreten“, sagte der 43-Jährige, als er das Votum der Mitglieder annahm.
Buhl gab mit Blick auf die Kommunalwahl im nächsten Jahr zwei klare Ziele aus. „Wir wollen den Bürgermeister und eine möglichst starke Fraktion der Freien Wähler im Stadtrat stellen.“ Im vergangenen Wahlkampf war man sehr gut, wie Buhl fand. „Wenn wir das wieder so durchziehen, können wir ein gutes Ergebnis erzielen.“
Für Wolfgang Prager , Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Stadtrat, war es nur folgerichtig, dass Buhl nach 2020 ein zweites Mal ins Rennen um den Bürgermeisterposten von Heilsbronn geht. Bei seiner Premiere habe Buhl aus dem Stand heraus ein „hervorragendes Ergebnis“ von über 27 Prozent erzielt, erinnerte Prager. Und das als unbekanntes und unerfahrenes Gesicht in der Heilsbronner Kommunalpolitik.
Letzteres habe sich seitdem geändert. Buhl habe die Eigenheiten und die Zusammenhänge des Stadtrates mittlerweile kennengelernt. Durch seine beruflichen Erfahrungen bei der Stadt Nürnberg und jetzt bei der Stadt Ansbach kenne er auch die Verwaltungsseite, führte Prager weiter aus. „Ich kann es nur empfehlen, Sebastian Buhl zu nominieren.“
Während es bei der Nominierung von Buhl keine Diskussionen gab, wurde bei einem Antrag aus den Reihen der Mitglieder deutlich mehr debattiert. Der Inhalt: die Umbenennung des Verein „Freie Wähler Heilsbronn e.V.“. Einer der Gründe dafür ist die Flugblattaffäre um Hubert Aiwanger, wie die Antragsstellerin erklärte. Sie wolle sich klar davon abgrenzen und klargestellt haben, dass die Freien Wähler Heilsbronn ein Verein sind und mit der Partei nur den Namen gleich haben.
Die Anwesenden zeigten Verständnis für den Antrag, argumentieren aber dafür, auf eine Namensänderung zu verzichten. Man sei ein Verein und unabhängig von der Partei, wurde betont. Man sei Mitglied im Verein, weil man sich vor Ort in Heilsbronn engagieren wolle, lautete ein anderes Argument. Es wurden Befürchtungen geäußert, dass eine Namenänderung für Verwirrung bei den Wählern sorgen könnte und die Drähte nach München in den Landtag weniger werden. „Da werden aber die Gesetze gemacht.“
Letztlich einigten sich die anwesenden Mitglieder darauf, den bisherigen Namen „Freie Wähler“ beizubehalten. Gleichzeitig wolle man in Zukunft mehr herausstellen, dass man ein Heilsbronner Verein sei und eben nicht ein Ortsverband der Partei.