Die Kneipenjagd in Ansbach geht in ihre 26. Runde. Das Programm steht, der Vorverkauf ist angelaufen. An 16 Orten wird es am Samstag, 18. April, Musik gänzlich unterschiedlicher Stilrichtungen geben.
Eine ganz neue Location und ein Rückkehrer sind in diesem Jahr mit von der Partie, freuen sich die Organisatoren Florian Brendel und Martin „Flippo” Riedel von den Kammer-Events, die das große Musik-Event auf die Beine gestellt haben. Erstmals dabei ist die Gotische Halle im Stadthaus.
Das Stadthaus feiert 100. Geburtstag in dieser Funktion. Der Bau selbst wurde 1532 erstellt. Das Jubiläum hat Oberbürgermeister Thomas Deffner zum Anlass genommen, um mit einer städtischen Immobilie erstmals voll in die Kneipenjagd einzusteigen. Die Basis für das Event, das 1998 erstmals stattfand, ist der Bau ohnehin. „Wir belagern das Stadthaus, seit es die Kneipenjagd gibt”, sagt Florian Brendel. „Da steht unser Bus am Samstag, da bekommen wir den Strom, da haben wir unsere nette Toilette.”
Und die neue Location ist gleich voll dabei. Denn zuerst spielen sich dort die „Village Boyz” durch das Repertoire der Popmusik vergangener Tage, und im Anschluss steht „MazeOne” am Mischpult und liefert für die Aftershow bis in den frühen Morgen Beats, die in die Beine gehen.
Nach längerer Pause wieder dabei ist das Theater Ansbach. Bevor im Herbst der Umzug an die Interimsspielstätte ansteht, wird das Foyer noch einmal zum Musik-Club. „La-Boum” aus Nürnberg steht für eine Mischung aus Ska, Folk und Independent. Und ja, der Bandname kommt vom gleichnamigen Teeniefilm mit Sophie Marceau.
„Das war nicht ganz einfach, weil an dem Abend auch eine Theaterpremiere stattfindet”, erklärt Florian Brendel. „Tanz mit den Sternen” ist ein sehr persönliches, intensives Stück, da galt es, die passende Band zu finden, damit Theaterbesuch und Musik-Event sich nicht in die Quere kommen. „Ich denke, das haben wir gut hingekriegt”, findet Flippo Riedel.
Er freut sich über den Zuwachs bei den Locations. „Diese ganz unterschiedlichen Spielstätten, das ist wirklich etwas Besonderes.” Seine Hoffnung ist, dass die Besucher auf diese Weise andere Kneipen und Örtlichkeiten kennenlernen oder wiederentdecken.
Mit dabei bei der 26. Ansbacher Kneipenjagd sind:
Letztgenannte Location war im vergangenen Jahr erstmals mit von der Partie. Allein wegen des Saals ein „großer Gewinn”, sind sich Brendel und Riedel einig. Hinzu kommt, dass der Abend dort mit einer Latino-Show beginnt, bei der auch Samba getanzt werden kann. „Das ist wieder etwas ganz anderes”, sagt Riedel.
In vielen Fällen treten in den Kneipen jene Bands auf, die dort schon seit Jahren verlässlich die Hütte rocken: Jacknife Beat im Tam Tam, Soundtransit im Klatsch oder Tim Brown im Flyer. Um nur ein paar zu nennen. Riedel: „Das hat sich eingespielt.” Neben 18 Live-Bands werden auch drei DJs im Einsatz sein. Um zu den verschiedenen Spielorten zu kommen, fährt ein kostenloser Shuttle-Bus im 20-Minuten-Takt.
Die Kneipenjagd sei eine Veranstaltung, bei der Jung und Alt gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, sagt Riedel. Die Älteren sind zum Teil schon vor dem offiziellen Beginn um 20 Uhr unterwegs, die Jüngeren stoßen ab 23 Uhr dazu. Das funktioniert sehr gut, freuen sich die beiden Kneipenjäger-Macher. Jedes Jahr kommen 3000 bis 4000 Menschen, und in all den Jahren hat es noch keine großen Probleme gegeben.
An diesem Samstag, 14. März, startet der Vorverkauf, kündigt Brendel an. Am Orga-Bus am Stadthaus tauscht man das Ticket am Kneipenjagd-Abend gegen ein Armband und ein Bier. Mit dem Armband hat man zu allen Kneipen Zugang – vorausgesetzt, es ist Platz. Apropos Bus: Auf den alten roten Londoner Doppeldecker muss man in diesem Jahr verzichten. Riedel: „Es ist einfach keiner mehr aufzutreiben.”
Der Ticketpreis ist mit 15 Euro im Vorverkauf und 19 Euro an der Abendkasse „eigentlich viel zu billig”, sagt Flippo Riedel mit Blick auf die 18 Bands. „Das werden wir auf Dauer nicht halten können.” Die Sicherheit solcher Veranstaltungen kostet immer mehr Geld. Deshalb sind die beiden Organisatoren dankbar für die „sehr treuen Sponsoren”.
Die Details zur Kneipenjagd sind auf www.kammer-events.de/kneipenjagd-ansbach/ zu finden.