Wie man der Arbeit von Willi Hörber aus dem Jahr 1967 entnehmen kann, tritt der Ampfrachraum erst spät historisch in Erscheinung. Der Ausbau der Rodungen entlang der Flüsse vollzog sich ab dem 9. Jahrhundert zunächst im Wörnitztal. Erst allmählich wagten sich die Siedler auch in die Seitentäler.
Noch im 14. Jahrhundert ist in Urkunden nur „Ampfrach“ erwähnt. Eine Unterscheidung von Ober- und Unterampfrach fehlt. Erst nach der Zerschlagung der Urpfarrei Feuchtwangen und der Bildung des Ampfrachischen Kirchensprengels wurde Oberampfrach aufgrund seiner zentralen Lage zum Kirchenort bestimmt.
Dass die Kirchweih auch an diese Pionierleistungen der frühen Siedler anknüpft, wird den Besuchern des Festes wohl selten bewusst sein. Aber wenn am Donnerstagabend junge Leute den „Kerwabam” neben der Kirche aufstellen, wird deutlich, dass die Dorfjugend zur Tradition des Ortes steht. Kräftige junge Männer hat es zuhauf.
Überschüssige Energie wird aber immer wieder auch außerhalb des Dorfes erfolgreich eingesetzt. Da ist zum Beispiel Karl-Heinz Fischer. Er hat sich vor ein paar Jahren aufs Fahrrad gesetzt und in einigen Wochen alle deutschen Bundesländer besucht. Mit seiner Frau ist er voriges Jahr dann von Füssen über die Alpen an den Gardasee geradelt.
Auch der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Pascal Wagenländer, ist viel unterwegs. Vor kurzem ist er von einer großen Wanderung in Nepal zurückgekommen. Rechtzeitig zur Kirchweih, natürlich!
Klaus Mittelmeier setzt seine Kraft eher daheim ein. Die braucht er, um seine Hochlandrinder zu versorgen. Statt sein Einfamilienhaus am Ortsrand mit einem gepflegten Rasen zu umgeben, lässt er dort die zotteligen Tiere weiden. Sie liefern zwar keine Milch, versorgen aber seine Familie mit Fleisch. Für den Schnelldorfer Gemeinderat, dem er nun in der dritten Periode als Fraktionsvorsitzender der SPD angehört, ist die Landwirtschaft ein guter Ausgleich für seine berufliche Tätigkeit.
Überhaupt war Oberampfrach immer stark im Gemeinderat vertreten. Politisch sind die Einwohner manchmal sogar etwas aufsässig. So engagieren sich nach wie vor zahlreiche Bürger im Widerstand gegen das geplante Industriegebiet „Interfranken“, weil sie in diesem Mammutprojekt keinen Sinn sehen und stattdessen Nachteile für ihren Wohnort befürchten.
Bernd Glasauer hat mehrere Jahre eine Bürgerinitiative gegen das Projekt angeführt und war 12 Jahre Mitglied des Schnelldorfer Gemeinderats. Bei der letzten Wahl ist er nicht mehr angetreten. Für die Interessen der Dorfgemeinschaft wird er sich aber weiter einsetzen.
Aber genug Geschichte und Geschichten: Auf zur Kerwa!