Brauchtumspflege, Blasmusik, Festbier und immer wieder ein Prosit auf die Gemütlichkeit: Am Freitag hat die Dietenhofener Kirchweih begonnen. Mit drei Schlägen stach Bürgermeister Rainer Erdel routiniert das erste Fass Festbier an und lud zur Bierprobe ein. Dazu spielte der 1. Europa Musikzug Dietenhofen böhmische Märsche, Polkas und weiteres zünftiges Liedgut.
Besonders herzlich willkommen hieß Erdel seinen Amtskollegen aus der niederösterreichischen Partnergemeinde Gresten-Land, Erich Buxhofer. Der war mit einer 35-köpfigen Delegation angereist, um am Wochenende das 15-jährige Bestehen der Gemeindepartnerschaft zu feiern und sich in puncto fränkischer Gemütlichkeit weiterzubilden.
„Ich bin von den Dimensionen der Kirchweih komplett überrascht, so viele Menschen sind wir in Gresten-Land gar nicht gewöhnt“, sagte Buxhofer. Mit rund 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern sei man ja deutlich kleiner als Dietenhofen mit seinen rund 6000 Personen. Und wenn man den Jazzfrühschoppen am Fronleichnamstag und das Eingraben der Kirchweih durch die Ortsburschen und -Madli am kommenden Mittwoch mitrechne, dann dauere die Veranstaltung eine ganze Woche. „Unglaublich“, befand Buxhofer.
Eine Kirchweih in dieser Form feiere man in Gresten-Land außerdem nicht. In Fragen der Bierkultur ließen sich aber große Gemeinsamkeiten feststellen. „Wenn wir ein normales Bier bestellen, dann meinen wir ein Helles, also im Prinzip genau wie hier.“
In Dietenhofen ist man besonders stolz auf das große Kerwa-Festzelt, dessen Bewirtschaftung, wie fast immer in der Vergangenheit, der Sportverein TV 09 Dietenhofen übernommen hat. Über 200 Helferinnen und Helfer sind nicht nur während des Kirchweih-Wochenendes, sondern auch davor und danach ehrenamtlich beim Auf- und Abbau, im Service, in der Küche oder im Ausschank im Einsatz. Weitere Hände sind dem Verein willkommen, informierte die Vorsitzende Sonja Schramm. Freuen könnten sich Neuzugänge auf ein „tolles Miteinander in einem wunderbaren Team – und natürlich auf die große Helferparty im September als Dank an alle, die mitgemacht haben“.
Weniger gemütlich, dafür aber umso actionreicher geht es noch bis zum Montag vor dem Festzelt zu. Aufgebaut hat dort die Schaustellerfamilie Eschenbacher aus Heilsbronn ihr brandneues Fahrgeschäft „Rock Q“, dessen Gondeln sich drehend und schaukelnd knapp acht Meter in die Höhe schrauben. „Es kommt überall gut an“, verriet Junior-Chef Curt Eschenbacher, der sich an diesem Wochenende statt für das Ansbacher Altstadtfest für die vergleichsweise beschauliche Kerwa am Landkreis-Eck entschieden hatte.
„Wir sind ein Familienbetrieb und kommen seit über 100 Jahren mit den verschiedensten Fahrgeschäften, Karussells und Ständen her, deswegen ist uns die Tradition besonders wichtig“, sagte Curt Eschenbacher. Auch der Festzug alle zwei Jahre sei immer schön. Er fühle sich einfach wohl hier. „Es passt alles, und vor allem die Ortsburschen sind supernett.“
Nicht ideal sei allerdings das Wetter. „Es ist zu warm, da gehen die Leute lieber ins Freibad.“ Optimales Kerwa-Wetter sei „22 Grad und bewölkt.“ Er hoffe daher auf die kühleren Abendstunden. „Aus Schaustellersicht ist es daher gut, dass hier meist auch später am Abend noch viel los ist.“
„Hauruck“ und „Auf geht’s, Männer“ hieß es Samstagnachmittag am Rathaus: Bei schweißtreibenden Temperaturen richteten die Ortsburschen routiniert den bunt geschmückten Kerwabaum auf. Kirchweih gefeiert wird noch bis Montagabend. Zum Ausklang legt ab 18 Uhr DJ Kossi im Festzelt auf.