Keine weiteren Verbesserungsbeiträge für die Kläranlage in Flachslanden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.01.2026 09:04

Keine weiteren Verbesserungsbeiträge für die Kläranlage in Flachslanden

Im Oktober konnte man die neue Kläranlage bei der offiziellen Einweihung besichtigen. (Foto: Alexander Biernoth)
Im Oktober konnte man die neue Kläranlage bei der offiziellen Einweihung besichtigen. (Foto: Alexander Biernoth)
Im Oktober konnte man die neue Kläranlage bei der offiziellen Einweihung besichtigen. (Foto: Alexander Biernoth)

Im Oktober wurde die neue Kläranlage in Flachslanden offiziell eingeweiht. Noch sind die finalen Kosten unbekannt. Weil aber auf jeden Fall 70 Prozent davon umgelegt werden, hat der Verwaltungsrat des neu gegründeten Kommunalunternehmens unter anderem eine Anhebung der Verbrauchsgebühren zum 1. Januar beschlossen.

Das Kommunalunternehmen nimmt ebenfalls zum Jahresbeginn seine Arbeit auf. Es ist für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im Gemeindegebiet zuständig. Vorstand ist der neue geschäftsleitende Beamte und Kämmerer Steffen Wäger. Den Vorsitz des Verwaltungsrats übernimmt Bürgermeister Hans Henninger, die weiteren Mitglieder sind identisch mit den Gemeinderäten.

Vorauszahlungen von 5,9 Millionen Euro

Bürgermeister Henninger rechnet damit, dass die Gesamtkosten für die Kläranlage maximal 10,5 Millionen Euro betragen. Im September 2022, als der Gemeinderat die Erhebung von Verbesserungsbeiträgen und Abwassergebühren beschlossen hatte, war man noch von Gesamtkosten von rund 9,6 Millionen Euro ausgegangen. Die Menschen in Flachslanden leisteten in den Jahren 2022 bis 2024 Vorauszahlungen auf die Verbesserungsbeiträge in Höhe von rund 5,9 Millionen Euro. Henninger betonte in der Verwaltungsratssitzung, dass er dagegen sei, nochmals Beiträge zu erheben. „Aber dann wird es auf die Gebühren umgelegt”, stellte er fest und prophezeite mit Blick auf die Reaktionen aus der Bevölkerung: „Es ist eine spaßbefreite Geschichte, es wird keine Jubelstürme geben.”

Im Gremium wurde eifrig diskutiert. „Da geht's um das Pulver von unseren Bürgern“, gab Hubert Bodächtel zu bedenken und sagte mit Blick auf eine mögliche Gebührenerhöhung. „Mit dem Beschluss belasten wir unsere Bürger auf die Dauer mehr, als es nötig ist.“ Sein Fraktionskollege Markus Hecht hingegen sprach sich gegen eine Umlage aus. Ulrich Meßlinger überschlug grob, dass es etwa 30 Jahre dauert, bis die Kosten über Gebühren refinanziert sind. Insgesamt erscheine ihm das trotzdem günstiger als Beiträge, teilte er mit. Er äußerte außerdem die Hoffnung, höhere Gebühren könnten einen sparsameren Umgang mit Wasser zur Folge haben. Gegen eine Erhöhung der Grundgebühr war unter anderem Wolfgang Schöner. „Derjenige, der weniger verbraucht, wird dann wieder bestraft.” Herbert Schultheiß zeigte sich generell nicht begeistert von einer Entscheidung pro Gebühren: „Eigentlich ist das ein Abladen auf die jüngere Generation.“ Dagegen argumentierte wiederum Henninger, dass diese auch von der Kläranlage profitierten.

Gegen drei Stimmen entschieden die Mitglieder schließlich, keine weiteren Verbesserungsbeiträge zu erheben und den noch umzulegenden Betrag von etwa 750.000 Euro über Gebühren einzuziehen. Die aktuelle Entwässerungs- sowie die Wassergebühr wurde zuletzt im November 2023 kalkuliert. Eigentlich war erst im Jahr 2027 der Beginn eines neuen Kalkulationszeitraums geplant. In beiden Fällen beschloss der Verwaltungsrat einstimmig den Abbruch des Kalkulationszeitraums sowie die Neukalkulation.

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Die Dillenberggruppe hebt die Preise an

Bei der Entwässerung steigt die jährliche Grundgebühr für Wasserzähler bei einem Nenndurchfluss von bis zu 2,5 Kubikmetern pro Stunde (m³/h) auf 80 Euro, bei über 2,5 m³/h auf 90 Euro und bei über sechs m³/h auf 140 Euro. Die Einleitungsgebühr beträgt künftig 6,02 Euro/m³ für Entwässerungsanlagen mit Kläranlagen und 0,11 Euro/m³ für Entwässerungsanlagen ohne Kläranlagen. Die Mitglieder des Verwaltungsrats stimmten mehrheitlich dafür.

Neu kalkuliert wurde auch die Wassergebühr, da die Dillenberggruppe ab 1. Januar den Wasserpreis für die Wassergäste anhebt. Der Verwaltungsrat beschloss gegen eine Stimme, die Grundgebühr für Wasserzähler beizubehalten. Diese beträgt auch künftig bei einem Nenndurchfluss von 2,5 m³/h jährlich 19,30 Euro, bis sechs m³/h sind es 22,80 Euro und über sechs m³/h werden 35,90 Euro berechnet. Die Verbrauchsgebühr beläuft sich künftig aber auf 3,17 Euro pro Kubikmeter.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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