Kapelle Hans Beck: Eine Kirchweih-Legende tritt in Pahres ab | FLZ.de

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Veröffentlicht am 31.03.2023 15:15

Kapelle Hans Beck: Eine Kirchweih-Legende tritt in Pahres ab

So kennen ihn seine Fans. Hans Beck (rechts) hatte sein Publikum stets im Griff und bezog es mit in die Lieder mit ein. Rund 60 Jahre ein treuer Begleiter an Keyboard und Akkordeon: Horst Keilwerth. (Foto: Theresa May)
So kennen ihn seine Fans. Hans Beck (rechts) hatte sein Publikum stets im Griff und bezog es mit in die Lieder mit ein. Rund 60 Jahre ein treuer Begleiter an Keyboard und Akkordeon: Horst Keilwerth. (Foto: Theresa May)
So kennen ihn seine Fans. Hans Beck (rechts) hatte sein Publikum stets im Griff und bezog es mit in die Lieder mit ein. Rund 60 Jahre ein treuer Begleiter an Keyboard und Akkordeon: Horst Keilwerth. (Foto: Theresa May)

Bereits im August vorigen Jahres gab es Abschiedsgerüchte um die Kapelle Hans Beck. Fast 75 Jahre hatte die Gruppe auf Kirchweihen und Festen unnachahmlich für Stimmung gesorgt. Am Samstag gab Beck als Sänger, Klarinettist und Saxofonist sein letztes Konzert. Dort, wo er 1948 seinen ersten Auftritt hatte: in Pahres (Gemeinde Gutenstetten, Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim).

Da alle Bemühungen, Hans Beck und seine Kapelle doch noch umzustimmen, misslungen waren, würdigte Braumeister Georg Hofmann den „Beck’n Hans“ und dessen musikalisches Wirken– wie bereits bei der Kirchweih 2022 angekündigt – mit der Möglichkeit eines großen Abschiedskonzerts in Pahres. Dazu hatte Hans Beck seine treuesten Fans und Freunde eingeladen, mit denen er den Abend verbrachte.

Mit dabei waren sein langjähriger Begleiter Horst Keilwerth an Keyboard und Akkordeon, der seit etwa 60 Jahren mit ihm auftritt, sowie Walter Teufel am Schlagzeug, der seit rund 30 Jahren dabei ist. „150 Gäste feierten ihn feuchtfröhlich, bis der letzte Ton erklungen war“, teilte Theresa May mit, die das Konzert in der Bierwelt miterlebt hatte.

Eine Legende im Aischgrund

Der leidenschaftliche Musiker hatte vor allem die jungen Leute begeistert. Sie warteten bereits im dicht gedrängten Saal auf den Auftritt der drei Musiker – und etliche Lieder, die man gemeinsam zum Besten gab.

Somit ist es nun Realität: Der „Beck’n Hans“ verabschiedete sich als eine Legende des Aischgrunds in den musikalischen Ruhestand. „Ich habe die Kraft nicht mehr so“, hatte er bereits im August 2022 festgestellt. Damals feierten alle seinen 70. Auftritt in Pahres – wegen der Pandemie und aus familiären Gründen waren einige Kirchweihen ausgefallen, sonst wäre es schon früher so weit gewesen. Mit weniger Wucht als früher das Publikum in gute Laune zu versetzen – das wäre nicht sein Ding gewesen. Über siebeneinhalb Jahrzehnte war der Pahreser Kirchweihmontag fest in seiner Hand, doch auch auf vielen anderen Festen war er ein gerne gesehener Gast. Seit den 1950er Jahren war Hans Beck bei allen Vereinen und Ortsburschen und -madle im Aischgrund bekannt und beliebt.

Bei seinen Auftritten hatten Beck und seine mittlerweile ebenfalls hochbetagten Musiker das Publikum immer fest im Griff. Mit seiner Musik erreichte und unterhielt er Generationen. Eine wechselseitige Zuneigung: „Wenn das Publikum mitgemacht hat, war es immer das Schönste“, sagt Beck rückblickend und zeigt sich auch ein wenig stolz: „Dass jemand als Musiker 70 Jahre an einem Ort aufgetreten ist, kann wohl keiner so leicht von sich sagen“, meinte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hans Beck wird in diesem Jahr 90

Jetzt aber sei’s genug, auch wenn er „mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge“ Abschied nehme. „Für sechs Stunden langt die Kraft nicht mehr“, sagt Beck, der noch in diesem Jahr 90 wird. Viele seiner Fans und Veranstalter hätten ihn zuletzt schon gefragt, was er seinem Nachfolger rät. „Das kann ich nicht sagen“, erklärte gegenüber der FLZ – und schwieg einen intensiven Moment.

Dann aber fiel ihm doch noch etwas ein: „Heute gibt es ja kaum jemanden, der ein wenig Klarinette und Saxofon dazu bläst, ist ja alles mechanisch“, blickte er auf seine spezielle Art der Stimmungsmache zurück und rief schließlich in den Telefonhörer: „Kan Beckn Hans gibts nimma.“ Zumindest nicht mehr bei der Kerwa in Pahres.

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