Das Interesse an den Nominierungsversammlungen in Gollhofen und Gollachostheim war groß. 120 Personen waren in Gollhofen bei der vorgeschalteten Bürgerversammlung, zur Nominierung verzeichnete die Wahlleitung 108 Stimmberechtigte. In Gollachostheim waren es über 40 Besucher und Besucherinnen und letztlich 34 Wahlberechtigte.
Die Gemeinde Gollhofen hat knapp 900 Einwohner, davon wohnen etwa 195 in Gollachostheim. Die große Besucherschar ließ die Hoffnung aufkeimen, die Listen für den Gemeinderat füllen zu können. Um es vorwegzunehmen: Es war nicht einfach.
In Gollhofen fanden sich sieben Kandidaten und eine Kandidatin. Von den amtierenden Ratsmitgliedern kandierte Günther Hellenschmidt nicht mehr. Nominiert wurden wieder die Gemeinderäte Jens Wittmann, der mit Abstand die meisten Stimmen bekam, Peter Weidt, Gerd Wagner, Julia Seemann und Holger Hassold. Mit drei weiteren Bewerbern konnte die Gollhofener Ortsliste alle acht möglichen Plätze füllen (siehe Kasten für Gollhofen).
Das gelang in Gollachostheim nicht. Dort stehen mit Gabi Schenk und Michaela Kleinschroth zwei Frauen auf der Liste. Von den gefragten Gollachostheimer Männern gab es nur jeweils ein Nein. Die beiden amtierenden Gollachostheimer Ratsmitglieder – der stellvertretende Bürgermeister Helmut Stapf und Stefanie Berdau – standen nicht mehr zur Wahl.
Bürgermeister Heinrich Klein hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass er nach 24 Jahren als Gemeinderat und Bürgermeister nicht mehr antreten werde. Seitdem waren viele Namen im Gespräch. Insbesondere Namen aus dem aktuellen Ratsgremium wurden gehandelt. Doch es sagten alle Nein.
In der Versammlung der Gruppierung „Freie Wählergemeinschaft Gollhofen“ im Gasthaus Stern wurden viele Namen in den Raum geworfen, es kam immer ein Nein. Vorgeschlagene, die nicht anwesend waren, rief Bürgermeister Klein sogar in der Nacht noch an, doch erwartungsgemäß gab es auch hier keine Zustimmung.
Schließlich erklärte sich spontan Mathias Löblein bereit. Er wurde dann auch mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen nominiert. Doch am nächsten Morgen zog er die Kandidatur zurück. Sie sei unbedacht gewesen, entschuldigte er sich. Und sie sei, weil spontan, nicht mit seiner Familie abgesprochen gewesen.Er habe über die private wie berufliche Situation die Nacht über nachgedacht. Er sei dann zu dem Entschluss gekommen, dass er das ehrenvolle Amt nicht so ausführen könne, „wie Sie und ich das von mir erwarten“, schrieb er in die Gollhöfer WhatsApp-Gruppe und bat um Verständnis.
Bürgermeister Klein sagte gegenüber der FLZ, dass er die Entscheidung nachvollziehen könne. Gleichwohl bedauerte er sie, denn nun beginne die Suche von Neuem. Diese blieb auch bei der Nominierungsversammlung der „Wählervereinigung Gollachostheim“ erfolglos. In der Sängerhalle herrschte Stille bei der Frage, wer denn Bürgermeister oder Bürgermeisterin werden wolle.
1. Jens Wittmann (46, Maurermeister)
2. Peter Weidt (39, Lehrer)
3. Gerd Wagner (51, Milchtransportunternehmer)
4. Julia Seemann (44, Medizinische Fachangestellte)
5. Hannes Steidl (28, Zimmerer)
6. Holger Hassold (48, Informatiktechniker)
7. Max Klein (34, Softwareentwickler)
8. Sascha Däumler (52, Teamleiter)
Ersatzleute: Stefan Geitz (32, Angestellter), Kevin Knobeloch (41, Angestellter)
1. Gabi Schenk (62, Fachlehrerin)
2. Michaela Kleinschroth (58, Bilanzbuchhalterin)
Die Altersangaben für beide Listen beziehen sich auf den Wahltag am 8. März 2026.