Insgesamt 20 Mostsorten hat eine sechsköpfige Jury jetzt bei der ersten Mostprämierung in Feuchtwangen bewertet. Und nach einem dreistündigen Verkostungsmarathon stand fest: Eine süffige Birnen-Cuvée von Christian Schätzel aus Kühnhardt hatte die meisten Punkte geerntet.
Das Spektrum der zu bewertenden Sorten umfasste Apfel- und Birnenmost in Reinform sowie Mischungen etwa mit Ouitten. Die gepressten Früchte stammten von Streuobstwiesen bei Dürrwangen, Burk, Schopfloch und Feuchtwangen.
Streuobstwiesen seien ein Kulturgut, betonte zweiter Bürgermeister Walter Soldner, der die Prämierung mit dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, Reiner Schöbel, organisiert hatte. Die Altbestände von Apfel- und Birnbäumen hätten die Eigentümer oft von ihren Großeltern übernommen. Jetzt erlebten sie vielerorts eine Renaissance. Und Reiner Schöbel erklärte, mit der Prämierung solle das Engagement der Teilnehmer für die Umwelt und die lokale Tradition in den Obstbaugemeinschaften anerkannt und gefördert werden.
Die einzelnen Sorten bewerteten die Mostexperten August Kottmann aus Bad Dietzenbach, Karl-Wilhelm Höhn aus Itzstein und Apfelkönigin Anna Sauber von der Fränkischen Moststraße sowie Lara Heidecker, Hermann Kehr und Markus Haas aus Feuchtwangen. Dabei ging es um Geruch und Geschmack, um Farbe und Klarheit sowie um Harmonie. Dazu nahmen sie jeweils nur einen kleinen Schluck und gossen den Rest im Glas aus. Und zwischen den Proben neutralisierten sie ihren Geschmacksinn mit Wasser, Brot oder Käse.
Bei der Prämierung hatte Christian Schätzel die Nase vorn. Er erhielt 160 von 200 möglichen Punkten für seine Cuvée. Auf den weiteren Plätzen folgten Adolf Kettler (Breitenau), Roger Rehn (Deuenbach), Friedrich Strauß (Archshofen) und Stefan Gögelein (Larrieden). Unter dem Applaus der rund 30 Gäste bekamen die Gewinner Urkunden, jeweils einen Setzling der Feuchtwanger Birne sowie einen Fünf-Liter-Behälter mit Apfelsaft aus der Aichenzeller Mosterei.