Über 30 Grad, um die 300 Aussteller und etwa 30.000 Gäste: Der Johannitag in Triesdorf ist das Großereignis für alle Fans der Landwirtschaft. Regionale Lebensmittel, moderne Landtechnik, Informationen zu grünen Themen – all das bietet die Veranstaltung. Und mittendrin: der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.
Die Hitze und sicher auch die Vorfreude lockten die Besucherinnen und Besucher schon sehr früh nach Triesdorf. Bereits vor dem offiziellen Start um 9 Uhr waren die Gassen zwischen den Ständen gut gefüllt. Das bunte Treiben konnte beginnen.
Direkt am Vormittag herrschte große Aufregung. Der Grund: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kam erstmals zum Johannitag nach Triesdorf. Das Festzelt vor der Mensa war prall gefüllt, die Aufregung und Freude fast greifbar. Allein der Weg von Söder zu seinem Tisch wurde von unzähligen Kameras festgehalten.
Nach einer kurzen Ansprache von Markus Heinz, Direktor der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf (LLA), begrüßte Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster die Gäste. Mit einem Blick auf das breite Programm und die Vielfalt des Johannitags war er sich sicher: „Triesdorf macht Bock auf Landwirtschaft.“ Dann trat Ministerpräsident Markus Söder auf die Bühne. In einer launigen Rede legte er den Fokus auf die Schönheit Frankens und die Produktion regionaler Lebensmittel. Von der Bratwurst über den Spargel: „Mit fränkischen Lebensmitteln kann man besser Politik machen“, verkündete Söder seine Überzeugung.
Damit sich die Landwirte mehr auf die Produktion dieser „hervorragenden Nahrungsmittel“ konzentrieren können, forderte der Ministerpräsident weniger Bürokratie. Nach der Rede trug Markus Söder sich noch in das Goldene Buch der gastgebenden Marktgemeinde Weidenbach ein, bevor es auf einen Rundgang über das Gelände ging– für Markus Söder mit einem Karpfenburger in der Hand.
Rund 300 Ausstellerinnen und Aussteller präsentierten ihre Dienstleistungen und Produkte. Von großen Erntemaschinen über Melkroboter, Energiespeicher und Heizung bis zur Handwerkskunst war alles geboten. Was im Vergleich zu den Vorjahren fehlte, war der Streichelzoo. Der direkte Kontakt zu Rindern, Schafen und Schweinen war in diesem Jahr nicht möglich – eine Vorsichtsmaßnahme aufgrund der Maul- und Klauenseuche.
Dennoch waren mit Hüpfburgen, der Kinderuni mit Mitmachlabor oder einem Hobbyhorsing-Parcours viele Stationen für Kinder geboten. Für einen fröhlichen Rahmen sorgten mehrere Blaskapellen und Musikgruppen. Bei den Getränke- und Essensständen war das Eis ganz besonders beliebt.
Zum ersten Mal gab es eine Direktvermarktermeile, in der Erzeuger aus Mittelfranken ihre Produkte vorstellten. Mit seinem Meerrettich-Stand reist seit rund 30 Jahren Werner Haberkamm aus Lonnerstadt an. Dieses Jahr erstmals unter dem Titel der Direktvermarktermeile zeigt er sich sehr zufrieden mit den interessierten Käufern am Johannitag: „Die Gespräche gehen hier sehr ins Detail.“. Ähnliches schildert Daniela Rotella aus Großhaslach mit ihrem Angebot einer großen Essig-Vielfalt. Sie findet die Idee gut, regionalen Produkten ein Gesicht zu geben.
Die Direktvermarkter hatten jedoch mit der direkten Sonne in ihren Ständen zu kämpfen. Konditormeisterin Anna Kaerlein-Seip aus Burgbernheim hatte einen Stand mit süßen Brotaufstrichen und Macarons. Viele Leute laufen nur vorbei, erzählte sie. Daniela Rotella und Anna Kaerlein-Seip waren sich mit Blick auf den Standort des neuen Marktes einig: „Es ist zu heiß.“
Wohl auch aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen waren dieses Jahr etwa 5000 Gäste weniger in Triesdorf als im Vorjahr – so vermuten es zumindest die Organisatoren der LLA. Direktor Markus Heinz zeigte sich in einem ersten Fazit am frühen Abend jedoch insgesamt sehr zufrieden mit der Veranstaltung.
Das neue und aufwendige Sicherheitskonzept – ein Zusammenspiel von Feuerwehr, Polizei, dem Bayerischen Roten Kreuz und dem Staatlichen Bauamt – ist aufgegangen, so die erste Einschätzung. Es war ein „sehr ausgelassenes Fest“, jedoch ohne besondere Vorkommnisse.