Johannes und Georg Bomhard starten „Rosi Rakete“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.11.2024 10:40

Johannes und Georg Bomhard starten „Rosi Rakete“

Am Küchentisch, daheim im Elternhaus (von links): die Musiker Georg und Johannes Bomhard. (Foto: Thomas Wirth)
Am Küchentisch, daheim im Elternhaus (von links): die Musiker Georg und Johannes Bomhard. (Foto: Thomas Wirth)
Am Küchentisch, daheim im Elternhaus (von links): die Musiker Georg und Johannes Bomhard. (Foto: Thomas Wirth)

Die Bomhard-Brüder aus Andorf sind vier. Drei machen als Kapelle Bomhard sehr schön und witzig neue Volksmusik. Vor kurzem erhielten sie den bayerischen Dialektpreis. Zwei der Musiker, Johannes und Georg, haben sich jetzt zusätzlich etwas vorgenommen, weil es halt immer einen Überschuss an Ideen gibt. Sie haben Kinderlieder eingespielt. Bald sollen sie veröffentlicht werden.

Man kann sich gut ausmalen, was los ist, wenn die Familien der Bomhard-Brüder bei ihrer Mutter im Dietenhöfer Ortsteil Andorf (Landkreis Ansbach) zusammenkommen. Alle haben Kinder. Zusammen wären sie „eine Fußballmannschaft inklusive Ersatzspieler“, sagt Georg Bomhard. Da liegt es nahe, Musik für den Nachwuchs zu machen.

Aber auf die Idee, Kinderlieder zu schreiben, sind nicht die Musiker gekommen. Den Anstoß gab Katja Spangenberg, Georg Bomhards Frau: „Aus der Not, wenn man als Mutter ständig Kinderlieder hört, die eigentlich furchtbar sind“, erzählt sie. „Ich habe gedacht, ein neuer Input würde ihnen einfach guttun. Und jetzt hat man schon so jemanden, der das kann.“

Kinderlieder mit Witz und Poesie

Der das kann, ist Johannes Bomhard, studierter Musiker wie sein großer Bruder Georg. Also setzte er sich mit seiner Gitarre hin und sammelte Themen: Kindererlebnisse, Kinderprobleme, Spaßiges. Nur ein Lied war schon da, ein Geschenk war es. Er hat es für das erste Kind seines Bruders Heiner, den dritten Bomhard der Kapelle Bomhard, gedichtet und komponiert.

Die anderen elf Lieder ließen nicht lang auf sich warten. „Es ist mir tatsächlich recht schnell was eingefallen“, erzählt er. „Es ging mir flüssig von der Hand. Das ist immer ein gutes Zeichen.“ Auf Fränkisch – der Heimatsprache der Kapelle Bomhard – hat er in dem Fall nicht gedichtet. Die Lieder sind in Hochdeutsch. Man hört ihrer Poesie, ihrem Humor, ihrem sprachspielerischem Witz und ihrer Lebendigkeit aber an, dass die Kapelle nicht weit ist.

Frische Klangfarben geholt

Auch die Lieder der eigenen Kindheit klingen ein wenig nach. Johannes Bomhard muss nicht überlegen, welche das für ihn sind: „Die ersten Kinderlieder, die ich gehört habe, waren von der Biermösl Blosn“, erinnert er sich. Die CD „Sepp, Depp, Hennadreck“. Noch eines fällt ihm sofort ein: „Das Pumuckl-Intro natürlich.“ Da lacht sein Bruder Georg. „Ein Klassiker. Ist auch Volksmusik.“

Als die zwölf Lieder zusammenwaren, haben Johannes und Georg Bomhard Verstärkung geholt. Gesang, Gitarre und Kontrabass allein wären dann doch zu wenig gewesen. Stefanie Kessler an der Flöte und Gudrun Wagner, die singt und für die Percussion sorgt, bringen frische Klangfarben dazu. Das Album „Rosi Rakete“ war zügig fertig. Das passt zum Ansatz der Kapelle Bomhard: „Alle unsere Musik ist eigentlich sehr unterproduziert, sehr handwerklich gelassen und puristisch auf eine gewisse Art und Weise“, umreißt sie Georg Bomhard, der Bassist.

Bei allem Purismus gehen die Musiker freilich mit der Zeit. „Rosi Rakete“ wird als CD erscheinen, deren Songs sich auch per QR-Code auf digitale Endgeräte herunterladen lassen. Zudem soll es Tonie-Figuren geben, mit denen sich die Songs auf Tonieboxen, das sind Audiogeräte für Kinder, abspielen lassen.

Neue Wege für neues Projekt

Um die Produktion finanzieren zu können, um die Kosten zumindest zu senken, probieren die Bomhards noch etwas für sie Neues aus. Sie haben auf der Internetplattform „Kickstarter“ eine Crowdfunding-Kampagne organisiert. Sie läuft noch bis zum 29. November. Das angepeilte Minimalziel von 999 Euro haben sie längst erreicht. Die Gesamtkosten liegen freilich höher, weswegen sich die Brüder über weitere Unterstützer freuen.

Katja Spangenberg, die Schwägerin von Johannes Bomhard, kennt die Songs von „Rosi Rakete“ natürlich schon und ist mehr als zufrieden mit ihren: „Es ist so, dass die Kinder ihren Teil heraushören, aber die Erwachsenen haben auch noch was zu hören.“

Die Kapelle Bomhard gibt demnächst zwei Konzerte in der Region. Am 13. Dezember, 20 Uhr, in den Kammerspielen, am 14 Dezember, 20 Uhr, im Rothenburger Brothaus-Café .


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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