Wilhelmsdorf gehört zu den vier Kommunen im Landkreis, in denen am 8. März kein neuer Bürgermeister gewählt wird. Einzig die Zusammensetzung des Gemeinderats wird neu bestimmt.
Seit dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Werner Friedrich im Herbst 2017 wird in Wilhelmsdorf das Gemeindeoberhaupt außerturnusmäßig gewählt. Friedrichs Nachfolger wurde Rüdiger Probst. Anders als bei seiner ersten Kandidatur im Jahr 2018 hatte er 2023 keine Gegenkandidatin oder einen Gegenkandidaten. Die eigentlich erst 2024 anstehende Neuwahl war vorgezogen und auf den Termin der damaligen Landtagswahl festgelegt worden, um so den Mehraufwand für eine zusätzliche Wahl zu verhindern
Bei der Kommunalwahl werden diesmal also nur die Gemeinderatsmitglieder neu gewählt. Viele der Amtsinhaber könnten, das entsprechende Wahlergebnis vorausgesetzt, ihren Sitz behalten. Zehn der amtierenden zwölf Ratsmitglieder werfen wieder ihren Hut in den Ring. Die beiden nicht mehr Kandidierenden gehören der UWG an. Erwähnenswert ist ferner, dass nur zehn der 36 Nominierten 2020 nicht am Start waren. Das ist, verglichen mit den anderen Kommunen im Landkreis, eine niedrige Quote an Neubewerbungen.
An den Start gehen drei Listen: die CSU/FB, die FWG und die UWG. Die 36 Nominierten bedeuten die bei drei Listen mögliche Maximalzahl. Darunter sind elf Frauen; mit der Frauenquote von knapp unter 31 Prozent erreicht Wilhelmsdorf fast den Landkreisdurchschnitt, der bei knapp über 31 Prozent liegt. Mit einem Durchschnittsalter von über 47 Jahren ist das Wilhelmsdorfer Bewerberfeld relativ alt. Nur in vier Landkreiskommunen ist der Kandidatenpool im Durchschnitt noch älter.
Wie sah es 2020 aus? Vor sechs Jahren traten die gleichen drei Listen mit 72 Nominierten an. Damals war das ebenfalls die maximal mögliche Nominiertenzahl. Die Frauenquote lag bei 34,7 Prozent, was deutlich über dem Landkreisdurchschnitt aller Listen lag, der 27,7 betrug.
Rüdiger Probst ist zuversichtlich, dass auch das neue Gremium weiter lösungsorientiert für die Gemeinde agieren wird. Angegangen werden müssen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion ausführt, einige Herausforderungen und Aufgaben. Probst nennt die Verbesserung der Infrastruktur. Neben den Bereichen Wasser und Abwasser müssen Straßen und Gehwege weiter auf Vordermann gebracht werden.
Neu gestaltet werden soll zudem der Bereich vor dem ehemaligen Sparkassenpavillon. Dieses von der Gemeinde bereits erworbene Gebäude plant man, als Mehrgenerationentreff herzurichten. Er könnte von Jugendlichen, Seniorinnen und Senioren, von Vereinen und der Kirche genutzt werden. Ein Nutzungskonzept gebe es bereits, sagt der Bürgermeister. Die Auftragsplanung wolle man 2026 abschließen und entweder noch im laufenden Jahr oder 2027 mit der Sanierung beginnen. Auch sonst stehen im Kernort einige Instandsetzungen an, die man nach und nach abzuarbeiten versuche.
Was den Bürgerbus betrifft, so möchte man das Angebot ausweiten, wöchentliche Touren anbieten, statt nur alle zwei Wochen zu fahren. Ein großes Anliegen ist es, so Probst, die Nahversorgung im Ort zu erhalten. In Wilhelmsdorf gibt es einen Metzger und einen Bäcker. Vorstellen könnte Probst sich auch einen Automatenladen wie in Baudenbach, in dem man rund um die Uhr einkaufen kann. So könnte man sich vor Ort mit Lebensmitteln versorgen, ohne zu den Supermärkten der Nachbargemeinden fahren zu müssen.
Während der Hauptort mit Glasfaser weitestgehend versorgt ist, soll dies in den Ortsteilen vorangetrieben werden. Dafür gibt es Förderverfahren. „Ich hoffe, in den nächsten Wochen das Resultat der Ausschreibung zu bekommen. Alles, was bisher nicht angeschlossen ist, wird darin aufgenommen.”