Reiner Grauf (71) aus Unterampfrach liebt Kakteen. Schon vor seinem Ruhestand hat er die stachligen Pflanzen kultiviert. Mittlerweile gehören die Gewächse zum festen Bestandteil seines Garten. Auch jetzt bei eisigen Temperaturen.
In regem Austausch steht Grauf mit einem Züchter aus Röttingen. „Staunässe und nährstoffreiche Böden mögen Kakteen nicht“, erklärt der Unterampfracher. „Aber mit Kälte bis minus 15 Grad kommen die meisten gut zurecht“, ergänzt er. So kann er die Pflanzen ohne zusätzlichen Winterschutz einfach in ihrem Beet belassen.
Dass sie sich bei Frost schlecht mit Wasser versorgen können, mache seinen Kakteen nichts aus. Sie schrumpeln in der kalten Jahreszeit zwar etwas ein, aber im Frühjahr erholen sie sich rasch wieder. Feigen- und Igelkaktus halten sogar Temperaturen bis minus 25 Grad aus.
Eine Einschränkung gibt es: „Pflanzen in Kübeln kühlen schneller aus als im Beet und müssen deshalb vor dem Winter ins Haus geholt werden“, rät der Kakteenexperte aus Unterampfrach. In Graufs Schotterbeet haben sie dieses Problem indes nicht. Viele Kakteen sind von ihren Naturstandorten her niedrige Temperaturen gewöhnt: Sie stammen oft aus den Gebirgsregionen Nord- und Mittelamerikas. Die Exoten aus allen Erdteilen blühen im Sommer zu unterschiedlichen Zeiten. Aber wenn abends die Sonne verschwindet oder ein Regenschauer einsetzt, schließt sich der Blütenkelch.
Von seinem Kugelkaktus, dem Greifenhaupt oder Schlangenkaktus gewinnt der 71-Jährige auch Ableger, wie er berichtet. Seine Frau Gerlinde kann dem stachligen Hobby ihres Mannes allerdings nicht viel abgewinnen: Sie verteidigt ihren Gemüsegarten gegen geplante Erweiterungen des Schotterbeetes, meint Grauf augenzwinkernd.