Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet möchte bei Rudolzhofen ein Umspannwerk errichten. Das gefällt nicht allen im Ort. Die Art und Weise aber verwundert die Stadt.
Bürgermeister Wolfgang Lampe informierte zu Beginn der Stadtratssitzung, dass inzwischen Gespräche mit Tennet, mit dem Landratsamt, der Regierung und auch mit dem Bürgermeisterkollegen Claus Seifert aus Scheinfeld stattgefunden hätten.
Ziel sei es, eine Optimierung und besseren Schutz der Bewohner der Orte zu erreichen, betonte Lampe. Er bedauerte, dass der Stadt die Auswahlkriterien und auch technischen Voraussetzungen für Bestimmungen von Standorten immer noch nicht mitgeteilt worden seien. „Leider sind die Informationen, die die Stadt Uffenheim erhält, sehr unbefriedigend“, erklärte der Bürgermeister.
Nach einer Ortsbeiratssitzung habe er einen Besichtigungstermin im Umspannwerk Bergrheinfeld mit der Tennet für den Ortsbeirat vereinbart. Vier Mitglieder seien nur dabei gewesen, bedauerte Lampe. Lampe berichtete von einem Brummen, das von Trafos ausgehe. In welcher Entfernung das noch hörbar sei, wisse er nicht. Somit könne er auch noch nicht sagen, ob dieses Geräusch eventuell in Rudolzhofen zu hören ist.
Lampe verdeutlichte, dass die Stadt in diesem Verfahren keinerlei Mitsprache- oder Mitbestimmungsrecht habe. Genauso verhalte es sich mit dem Landkreis. Auch der Regierung von Mittelfranken lägen keinerlei Informationen über Planungen vor. „Ich möchte betonen, dass es sich hier um ein Bundesprojekt, welches von der Bundesnetzagentur verantwortet wird, handelt“, erklärte der Bürgermeister.
Doch es gibt noch einen weiteren Punkt, der Lampe verwundert. In Rudolzhofen habe sich anscheinend eine Initiative mit dem Namen „Zukunft von Rudolzhofen“ gebildet, die auch schon zu einer „Dorf-Diskussion“ eingeladen hatte. Vertreter der Stadt Uffenheim, des Landratsamtes oder der Regierung von Mittelfranken seien hierzu nicht eingeladen oder informiert worden, auch nicht durch den Ortssprecher, bedauerte Lampe.
Auch seitens der Initiative sei seines Wissens kein Kontakt mit den genannten Behörden gesucht worden, um Grundinformationen zu erhalten, ebenso wenig mit der Tennet. Inzwischen seien auch Bauzaunbanner aufgestellt worden, ohne Rücksprache mit der Verwaltung, informierte Lampe.
Nach dem Treffen sei eine Stellungnahme der Initiative formuliert worden. Diese beschäftigt sich nach Informationen dieser Redaktion mit dem nur etwa 300 Meter vom Ortsrand entfernten Standort, der als nicht geeignet angesehen wird. Weiter befasst sich das Schreiben unter anderem mit den Themen Lebensqualität, elektromagnetischen Feldern, Landschafts- und Ortsbild, Wasser- und Bodenschutz, Sicherheitsbedenken und Risiko moderner Angriffe.
Lampe erinnerte, dass er bereits am 22. September im Ortsbeirat Rudolzhofen den von ihm organisierten Termin für eine Informationsveranstaltung mit der Tennet bekannt gegeben hatte. Der öffentliche Aushang sei vom Ortssprecher allerdings erst nach Nachfrage der Verwaltung am 17. Oktober erfolgt. Die Informationsveranstaltung findet am Montag, 27. Oktober, um 17 Uhr im Schützenhaus in Rudolzhofen statt.
„Hier wird oder soll die Tennet den Bürgerinnen und Bürgern die Planungen vorstellen und Rede und Antwort auf alle Fragen stehen“, meinte Lampe, der wie auch der Stadtrat die Ängste, Befürchtungen und Wünsche aus Rudolzhofen ernst nimmt. Für Rudolzhofen und gegebenenfalls andere Ortsteile müsse der optimale Standort – oder gar keiner – im Suchbereich gefunden werden.
Lampe sagte aber auch: „Über das Vorgehen in Rudolzhofen bin ich verwundert.“ Denn um etwas zu verändern, sollten zum einen fundierte Fakten vorhanden sein und somit das Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht werden. Zum anderen sollte jede Möglichkeit der Unterstützung von regionalen Behörden genutzt werden. „Nur gemeinsam kann man etwas bewegen.“
Die bestmögliche Lösung möchte auch der Stadtrat, wie Äußerungen belegten. Dritte Bürgermeisterin Ruth Halbritter (Rudolzhofen) betonte, dass es keine Spaltung im Dorf geben dürfe. „Wir sind eine Dorfgemeinschaft“, sagte sie.