In Rothenburg wird 30 Jahre gepflegter Bläserklang gefeiert | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 28.05.2025 08:00

In Rothenburg wird 30 Jahre gepflegter Bläserklang gefeiert

Beim Jubiläumskonzert füllte das Ensemble „Coro Festivo“ den Kirchenraum mit feinem Bläserklang in ausgefeilten Arrangements. (Foto: Margit Schwandt)
Beim Jubiläumskonzert füllte das Ensemble „Coro Festivo“ den Kirchenraum mit feinem Bläserklang in ausgefeilten Arrangements. (Foto: Margit Schwandt)
Beim Jubiläumskonzert füllte das Ensemble „Coro Festivo“ den Kirchenraum mit feinem Bläserklang in ausgefeilten Arrangements. (Foto: Margit Schwandt)

War es Zufall oder Fügung, dass 1995 bei einem Lehrgang des Posaunenchorverbands vier Bläserinnen und Bläser aus dem Rothenburger Raum zusammentrafen? Jedenfalls beschlossen sie spontan, ein Ensemble zu gründen. 30 Jahre ist das inzwischen her. Grund genug für „Coro Festivo“, das mit einem Sonderkonzert zu feiern.

Erich Korder, Michael Mitesser, Renate Friedlein und Tina Schmidt bildeten 1995 das Startquartett. Wenige Wochen später gesellte sich Gert Krauß dazu. Seit 25 Jahren bereichert Bernhard Stumpner mit seiner Posaune die Blechbläsergruppe. Das Ensemble zählt inzwischen zwölf Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Fast alle sind in weiteren Posaunenchören auch im Umland aktiv oder leiten diese sogar.

Das Repertoire von „Coro Festivo“ ist umfangreich und anspruchsvoll, geht über den Schwierigkeitsgrad und die Möglichkeiten „normaler“ Posaunenchöre hinaus. „Wir suchen uns aus den aktuellen Bläserheften das heraus, was uns am besten gefällt“, sagt Erich Korder.

Die Proben finden im Gymnasium statt

Geprobt wird alle zwei Wochen im Reichsstadt-Gymnasium. Bläsersätze alter Meister sind dabei. Choräle und Choralvariationen spielen sie ebenso wie Spirituals und Gospels. Und wenden sich immer wieder auch modernen Kompositionen zu.

Die Auftaktfanfare im Jubiläumskonzert in der Franziskanerkirche stammt von Traugott Fünfgeld – eine großartige Einstimmung. Mit Blick auf Kantate, den Festtag der Kirchenmusik, erinnerte Pfarrerin Dorothea Bezzel an Psalm 98 „Singt dem Herrn ein neues Lied; denn er tut Wunder.“ Viele Lieder erklingen zum Lobe Gottes, meinte Dorothea Bezzel und lud zum Mitsingen des Chorals „Sonne der Gerechtigkeit“ ein.

Das könnte Sie auch interessieren
Renommierter Politik-Experte aus Bad Windsheim: Von Statistiken und BrausestangenDer 75. Kirchentag am Hesselberg: So vielseitig war das Nachmittagsprogramm150 Jahre Feuerwehr Herrieden: Ein Festzug mit 1900 Teilnehmenden als HöhepunktWechselhafte Geschichte: Feuerwehr Ermetzhofen feiert 150-jähriges BestehenBier-Fest zum Brauerei-Jubiläum zog in Dinkelsbühl viele Menschen an150 Jahre Henkel: Buntes Familienfest am Unternehmensstandort WassertrüdingenUffenheim: Zum Jubiläum der Freunde der Kammermusik war das Eliot-Quartett zu GastReise ins Mittelalter: Markt Erlbach feiert über 700 Jahre Markterhebung50 Jahre Film- und Fotoclub Herrieden: Jubiläumsausstellung in der ZehntscheuneMusikverein Gebsattel feiert sein 100-jähriges BestehenDer Rangau-Musikzug Markt Erlbach beschreitet neue Wege bei der Nachwuchswerbung125 Jahre TSV Flachslanden: Tradition und Moderne treffen aufeinanderStadtkapelle Scheinfeld spielt sich selbst zum 115-jährigen Bestehen ein StändchenAbschiedskonzert in Neustadt/Aisch: Matthias Eckart sagt der Stadtkapelle Adieu12.000 Kilometer über den Wolken: Luftsportverein Irsingen-Hesselberg zieht Bilanz

Einen Dirigenten oder eine Dirigentin braucht das Ensemble nicht, der Blickkontakt oder ein kleines Zunicken, ein geschicktes Abwinken mit der Trompete genügen, um eine ausgewogene Balance zwischen den Stimmen herzustellen und einen harmonischen Gesamtklang zu erreichen. Das Ensemble ist hervorragend eingespielt.

Sechs Trompetenstimmen gibt es aktuell, mit Erich Korder, Gert Krauß, Michael Mitesser, Stephan Huprich, Tina Schmidt und Frieder Ströbel. Die Tuba spielt dessen Sohn Henrik Ströbel. Und im Ensemble gibt es seit diesem Jahr ein Euphonium, gespielt von Jochen Westernacher. Die vier Posaunisten sind Bernhard Stumpner, Fritz Weber, Hilmar Häberlein und Renate Friedlein.

Eine Händel-Ouvertüre lassen die Bläserinnen und Bläser erklingen, erst ruhig, dann lebhaft, dynamisch schattiert mit ausgeprägten Kontrasten. Mit dem Welthit „Music“ von John Miles bringen „Coro Festivo“ einen Klassiker der Rockmusik. Dann wird es romantisch. Die Volksliedmelodie von „Kein schöner Land in dieser Zeit“ ist zunächst nur zu erahnen, denn der Posaunenprofessor Christian Sprenger hat das Lied zeitgemäß verpackt, um ihm dann doch seinen Charakter wiederzugeben. Auch die Melodie von „Ich bete an die Macht der Liebe“ des russischen Komponisten Dmitri Bortnjanski ertönt in neuem Klanggewand.

Doch selbst, wenn die Kirchenmusik ein Schwerpunkt von „Coro Festivo“ ist, haben sie doch noch mehr zu bieten. Mit „Thank you for the music“ – dem berühmten Abba-Hit in einem wunderbaren Bläserarrangement von Heiko Kremers – spielen die Musikerinnen und Musiker ihr „Dankeschön“ an die Musik.


Von Margit Schwandt
north