Mit 782 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Röckingen die kleinste Kommune der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hesselberg. In der Gemeinde steht ein Wechsel an der Spitze an. Martin Schachner, seit 2014 Bürgermeister, tritt bei der Kommunalwahl am 8. März nicht mehr an. Einziger Bewerber um die Nachfolge ist Torsten Kunder.
Auch für den Gemeinderat gibt es nur einen Wahlvorschlag. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2020 waren es noch zwei Listen: die Wählergruppe „Freie Wähler” und die Wählergruppe „Offene Liste”. Erstere kam bei Votum auf fünf Mandate im insgesamt acht Sitze zählenden Gemeinderat, die zweite Gruppierung brachte drei Personen ins Gremium. Rathauschef Martin Schachner war von der Wählergruppe „Freie Wähler” ins Rennen geschickt worden.
Um sich von der gleichnamigen Partei abzugrenzen, hat sich die Wählergruppe „Freie Wähler” Ende 2025 in ihrer Nominierungsversammlung zur anstehenden Kommunalwahl umbenannt, und zwar in „Röckinger Liste”. Diese ist die einzige, die für die Gemeinderatswahl am 8. März einen Wahlvorschlag eingereicht hat. Insgesamt 16 Personen bewerben sich dort um den Einzug in das auch in der nächsten Amtsperiode achtköpfige Gremium. Unter den Bewerbenden sind zwei Frauen.
Da es dieses Mal nur einen Wahlvorschlag gibt, durfte die Zahl der Listenplätze nach dem Wahlrecht verdoppelt werden, wie die VG Hesselberg mitteilte. Im Fall von Röckingen also von acht auf 16. Die Wählergruppe benötigt laut VG keine Unterstützerunterschriften, weil durch die reine Namensänderung kein neuer Wahlvorschlagsträger entstanden ist.
Von den amtierenden Ratsmitglieder treten zweiter Bürgermeister Gunter Schachner, Anne Babel (beide Wählergruppe „Freie Wähler”) und Friedrich Muck („Offene Liste”) nicht mehr an. Die „Röckinger Liste” hat Torsten Kunder als Bewerber für das Amt des Gemeindeoberhaupts nominiert.
Kunder ist Steuerfachwirt, 46 Jahre alt und wohnt in Röckingen. Kommunalpolitisch aktiv war er bisher nicht. Als Bürgermeister will er die bereits begonnen Projekte, wie zum Beispiel die Sanierung der maroden Schmalzmühlbrücke, weiter voranbringen. Gestaltungsschwerpunkte setzen will er unter anderem mit einem Treffpunkt für die Landjugend und einem Nutzungskonzept für die Gemeindeimmobilien, insbesondere für das Gemeinschaftshaus „Alte Schule”. Einsetzen will sich Kunder außerdem für die örtlichen Vereine und die Gestaltung gemeinschaftlich genutzter Bereiche wie den Dorfplatz. Als wichtiges Thema nannte er auch den Bereich der Abwasserbeseitigung.
Trotz des eng gesteckten Finanzrahmens der Kommune neue Projekte anzugehen, dies gehört für Kunder zu den großen Herausforderungen, vor denen die Gemeinde in den kommenden Jahren steht. Als Bürgermeister will er nicht nur die Finanzen der Kommune, sondern auch den Zusammenhalt in der Bevölkerung stärken. Es gelte, Vertrauen zu schaffen. Bei seinem Amtsantritt will sich Kunder zunächst intensiv in alle Bereiche einarbeiten und mit dem neuen Gemeinderat Interessen herausarbeiten und Prioritäten setzen.