Der Fahrradweg entlang der Straße Am Wiesengrund in Merkendorf bleibt ein Ärgernis. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen und auch zu Unfällen. Eine echte Lösung brachte auch eine neuerliche Diskussion im Stadtrat nicht.
Stadträtin Karin Strobel, die selbst in dem Bereich wohnt, brachte die Problematik erneut aufs Tapet. Es habe erst kürzlich wieder einen Unfall gegeben, berichtete sie. Das zeige, dass Handlungsbedarf besteht.
Auf der abschüssigen Strecke sind die Radler sehr flott unterwegs. Eigentlich müssten sie an den Abzweigungen Vorfahrt gewähren, doch viele bremsen nicht ab und wollen lieber mit Schwung weiterrollen. Autofahrer erkennen die Radfahrer aufgrund von Hecken und baulichen Gegebenheiten allerdings erst sehr spät.
Die Stadt hat bereits vor einiger Zeit Pflanzkübel aufgestellt, um die Radfahrer an den neuralgischen Punkten etwas auszubremsen. „Das bringt gar nichts“, stellte Strobel nun im Stadtrat fest.
Sie schlug stattdessen vor, versetzte Bügel aufzustellen. Diese müssten weit genug voneinander stehen, um auch mit einem Fahrradanhänger hindurchzukommen, aber nah genug, damit Radfahrer absteigen müssen. Sie habe das selbst in einem Radurlaub gesehen. Aus Strobels Sicht ist es die einzige Lösung.
In der Diskussion kamen verschiedene Vorschläge auf: ein auf die Straße gemalter roter Streifen, damit die Radler Vorfahrt haben, oder alternativ Stopp-Stellen für die Radfahrer, Spiegel an den Ausfahrten, damit die Autofahrer besser sehen. Auch die komplette Schließung des Radweges als radikale Maßnahme wurde genannt, wenn auch nicht ganz ernst gemeint.
Schnell zeigte sich in der Debatte: Einen Königsweg gibt es nicht, und es herrschte Einigkeit, dass es wohl nicht ohne bauliche Maßnahmen gehen wird. Doch weil diese mit höheren Ausgaben verbunden wären, will Bürgermeister Stefan Bach bei der Verkehrsschau nochmals mit der Polizei über das Problem sprechen und die Stopp-Stellen-Markierung diskutieren. „Aber ich denke, es geht nur mit baulichen Maßnahmen. Dann kommen wir um Bügel nicht herum.“