Der Samstagabend in der Kultkneipe „Weißes Ross“ in Immeldorf stand im Zeichen des Stoner Rock.
Dieser sehr intensive Musikstil entstand in den 90er Jahren im Nirgendwo in der Nähe des kalifornischen Wüsten-Kaffs Palm Desert, basiert auf verschiedensten Stilrichtungen von Rock, Punk und psychedelisch anmutenden Sounds. Diese Musik ist in Deutschland eher etwas für Spezialisten, findet jedoch zunehmend auch ein breiteres Publikum, fasziniert vor allem und im Allgemeinen ein junges Publikum, hat aber seit Jahrzehnten viele treue Stamm-Fans. So war das Publikum beim Doppelkonzert in Immeldorf in Altersschnitt recht gut gemischt.
Den Anfang machte die Band Witch on a Trip aus dem baden-württembergischen Ertingen, die in der klassischen Stoner-Rock-Besetzung E-Gitarre, Bass und Schlagzeug einen sehr exakten, sehr perfektionistischen Sound kultiviert. Der Bass agiert kraftvoll, konnte schnell auch aggressivere Parts aufbauen, das Schlagzeug präzise, trocken und gleichbleibend auf hoher Energie genutzt, ergänzt durch die gekonnten Akzente der Gitarre.
Die Mischung war recht sachlich, manchmal kühl, manchmal aufbrausend, auf das Wesentliche konzentriert. Ein paar kurze Sprach-, Laut- und Gesangseinlagen, über das gesamte Konzert sicherlich nicht länger als eine Minute präsent, ergänzten diese Sachlichkeit und Präzision. Witch on a Trip ist eine interessante Band, die gute Zukunftsaussichten hat.
Dem folgten die Musiker von Fogdriver aus Heidenheim an der Brenz, die „alte Hasen“ in der Stoner-Rock-Szene sind. 2014 gegründet, bestehend aus Musikern, die schon umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Punk-, Crossover- und Noiserock-Bands sowie in elektronischer Musik mitbrachten, formierte sich so eine, für das Genre recht typische Band, die mit langen Stücken den psychedelischen Anteil forciert.
Der Sound der drei Musiker, gebildet aus Gitarre, Bass, Synthesizer, Samples und Schlagzeug, ist packend und erfüllt den Anspruch des Stoner Rocks, der eben „stoned“ – also bekifft – ohne Drogen macht, voll. Die Songs spiegeln zahlreiche Einflüsse, wie beispielsweise von My Sleeping Karma, wider, befinden sich so gut in der Tradition der deutschen Stoner-Rock-Szene.
Ergänzt wurde das psychedelische Feeling ihres Konzerts durch erstklassige Visuals und Videos, die Musiker und Leinwand in ein irres Farbenspiel tauchten.