Ich bin neidisch auf meine Kollegin - und jetzt? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.04.2026 00:06

Ich bin neidisch auf meine Kollegin - und jetzt?

Kann ich das auch schaffen? Neid kann im Arbeitsleben als Ansporn dienen. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Kann ich das auch schaffen? Neid kann im Arbeitsleben als Ansporn dienen. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)
Kann ich das auch schaffen? Neid kann im Arbeitsleben als Ansporn dienen. (Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn)

Es ist ein Gefühl, dass vielen Menschen im Laufe ihres Berufslebens begegnet: Sie sind neidisch auf eine Kollegin oder einen Kollegen. Meist wird diese Emotion jedoch nicht offen gezeigt. Zu groß ist die Sorge, sie könne als destruktiv gelten und das soziale Miteinander im Team belasten. 

Dabei kann ein bewusster Umgang mit Neid durchaus positive Effekte haben. „Das Neidgefühl sollte man keinesfalls verteufeln, sondern als einen wertvollen Hinweisgeber wahrnehmen“, sagt die Wirtschaftspsychologin Saskia Bülow. Denn Neid sei ein Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche und könne einen dazu motivieren, an sich zu arbeiten und weiterzukommen.

Den eigenen Neid verstehen

Um herauszufinden, was hinter dem Neid steckt, sollten Betroffene in sich gehen. Entscheidend ist die Frage: Was genau löst das Gefühl aus? Ist es das Gehalt, die Anerkennung oder der Erfolg der anderen Person? Und wie wichtig sind diese Aspekte für die eigenen beruflichen Ziele? Diese Selbstanalyse hilft, die eigenen Wünsche klarer zu erkennen und gezielt anzugehen.

Manchmal zeigt sich jedoch eine andere Seite des Neids: Wer feststellt, dass er oder sie dem anderen den Erfolg nicht gönnt, sollte den Ursachen dafür nachgehen. „Oft liegt dem ein Gefühl von Unterlegenheit oder Ungerechtigkeit zugrunde“, erklärt Bülow. Wer sich unterlegen fühlt, kann sich fragen, wie sich diese Situation verändern lässt, etwa durch Weiterentwicklung oder neue Ziele.

Wer die Beförderung einer Kollegin oder Anerkennung für ein Teammitglied als unfair empfindet, sollte aktiv werden. „Konstruktiv das Gespräch mit der Führungskraft suchen“, rät Bülow. Im Mittelpunkt steht dabei die eigene Entwicklung: Was kann ich tun, um voranzukommen? Wie komme ich an das nächste Projekt? Wer untätig bleibt, riskiert nicht nur anhaltenden Frust. Nichtstun belastet die eigene Psyche und kann sich langfristig auch negativ auf das Arbeitsklima im Team auswirken.

© dpa-infocom, dpa:260408-930-921078/1


Von dpa
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