Gegen die geplante Legehennen-Massenhaltung in einem ehemaligen Putenmastbetrieb in Frommetsfelden spricht sich der Bund Naturschutz (BN) aus. Dessen Ortsgruppe Leutershausen ist „überzeugt, dass es bessere Lösungen für die Nutzung der bestehenden Hallen gibt als die Eierproduktion in industriellem Maßstab“.
Der örtliche BN lehne das Vorhaben, in vier Ställen 160.000 Legehennen in Bodenhaltung unterzubringen, „sowohl aus Tierschutzgründen als auch wegen der entstehenden Belastungen für die Menschen und die Natur“ ab, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch im Hinblick darauf, wohin sich die Landwirtschaft und das Konsumverhalten zukünftig entwickeln, weise das Projekt in die völlig verkehrte Richtung.
„Wir verkennen nicht die schwierige Lage, in der sich die Landwirtsfamilie aus Frommetsfelden befindet, nachdem zweimal der komplette Bestand der Mastputen aufgrund einer Tierseuche getötet werden musste“, erklärt Gerhard Schöller, der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe. Gleichwohl müsse man Alternativen zur Massentierhaltung finden. Die vorgesehene Form, die Bodenhaltung, stellt den minimalsten Standard der in Deutschland zulässigen Hühnerhaltung dar. In der angedachten Volieren-Variante mit Sitzstangen in mehreren Etagen sind maximal 18 Hühner pro Quadratmeter Stallbodenfläche zulässig.
„Die Tiere werden zu Nahrungsproduktionsmaschinen degradiert. Dabei sind es fühlende Lebewesen, die Freude, Schmerz und Angst empfinden“, heißt es in der Stellungnahme des BN. In der geplanten Haltungsform säßen die Tiere sehr dicht gedrängt beieinander und in viel zu großen Gruppen.
„Das bedeutet permanenten Stress. Sie haben keinen Kontakt zur Außenwelt mit den vielfältigen Reizen, die ein Huhn für ein zufriedenes Leben braucht“, so die Ortsgruppe. Die Beleuchtung der Hallen erfolge in erster Linie durch künstliches Licht. Die Hühner würden „im sozialen Chaos“ leben und könnten keine Rangordnung herstellen. Das erzeuge Verunsicherung.
Zudem hätten die Tiere keine Möglichkeit, Futter zu suchen – eine Tätigkeit, mit der sie sich in der Natur über große Teile des Tages beschäftigen. „Futter immer vor der Nase zu haben, macht zwar satt, aber unglücklich“, lautet das Fazit der Naturschützer.
Unterm Strich sei die geplante Haltung „mit dem Anspruch auf ein artgerechtes Leben nicht vereinbar. Die Tiere leiden unter enormem Stress und großer Langeweile.“ Um gegen das Tierleid in der Massentierhaltung anzugehen, müssten Politik, Verbraucher, Landwirtschaft und Medien aktiv werden, so die Forderung der Gruppe, die sich für strengere gesetzliche Vorgaben ausspricht. Zudem sollten sich die Kunden „an der Ladenkasse für mehr Tierwohl entscheiden“. Nur wenn Verbraucher bereit seien, den Mehraufwand zu bezahlen, könne der Landwirt Tiere artgerecht halten.
„Wir brauchen eine Landwirtschaft, die sich eindeutig für den menschlichen Umgang mit den Geschöpfen einsetzt, die uns mit wertvoller Nahrung versorgen“, schreibt die Bund-Naturschutz-Gruppe und plädiert dafür, gemeinsam eine Lösung für die Landwirtsfamilie zu suchen, „die gleichzeitig einen Fortschritt für das Tierwohl wie auch für das Wohl unserer Gesellschaft bedeutet“.